Herzogtum Salzburg/Topographie 1839/519

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Herzogtum Salzburg/Topographie 1839
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Das Vikariat Niedernsill begreift außer dem Dorfe gleichen Namens die kleinen Dörfer und Revieren: Aisdorf, Ematen (Ebmatt), Geisbichl, Lengdorf[1] mit einer uralten Eiche und Steindorf, mit 90 Häusern, 121 Wohnparteyen, 685 Einwohnern, wo sich der Hochkogel, das Steinbacheck, der Wildengern, der Rüstkogel und die Lerchwand als die merkwürdigeren Berge erheben, und der Niedersiller-Sonnberg von der niedrigsten bis zur höchsten Lage angebaut ist.

      Niedernsill, ein Dorf mit 19 Häusern, 33 Wohnparteyen, 193 Einwohnern, 1 Stunde von Piesendorf, 2 von Uttendorf, 4 von Mittersill, im Hauptthale am rechten Ufer der Salzache. Der vom Schattberge herabstürzende Mühlbach erhält die Ortsbewohner nebst jenen der Umgegend in stäten Sorgen. Am 5. August des Jahres 1798 zerstörte er das ganze Dorf[2], und wälzte eine solche Menge Schuttes auf die Fluren, daß die Kosten der Wiederurbarmachung den Werth manches Grundstückes weit übertraffen, ja, manche noch unter dem Schutte begraben liegen, und alle Felder an ihrer Güte verloren haben. 6 Personen verloren das Leben; 3 vermißte man für immer. (Salzb. Int. von 1800 Nr. 44, 45 und 46.)

      Die Kirche ist der heil. Lucia gewidmet. Um 1170 übergibt Graf Konrad von Peilstein zum Altare von St. Peter sein Gut Niedernsill. (Chronik von Michaelb. von Prof. Filz S. 16l.)

      In der Schule kommen 67 Werktags-, 38 Wiederholungsschüler zusammen; das Schulwesen daselbst seit 1802 durch den Vikar Joseph Bock wieder mehr gehoben. (Salzb. Int. 1802 S. 341.)

      In der Pfarre Stuhlfelden liegen nebst dem gleichnamigen Dorfe und dem Heilbade Burgwies die Revieren und Dörfchen: Dürnberg, Pam, Pirlendorf und Wilhelmsdorf,


  1. In Urkunden zwischen 963-967 Lengendorf, und 1362 Lengendorfer vorkommend. (Juv. Dipl. Anh. Nro. 17 S. 197; v. Koch's Staatenkunde: e.t.c. III. 105, 162; Salzb. Int. 1802 S. 67.)
  2. Man sehe: die Schlammfluth von Niedersill in den Volkssagen und Erzählungen vom Erzherzogthume Oesterreich ob der Enns und dem Herzogthume Salzburg. Linz bey Huemer 1834.