Geschichte der kleinen deutschen Höfe 1/072
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so nimmt er die Flucht seitwärts, weil die Güstrower ihm die Flucht
nach dem Zaun verwehrt haben müssen. An einem Berge wird er
umringt, gebunden und gefangen nach Güstrow geschleppt. Ein
anderer Theil stürmt während der Zeit den Zaun, hinter welchem der
alte Heinrich etlichemal
schießt und die Bauern mit gesammelten Steinen herauswerfen. Wie
sie jedoch nahe genug zum Faustgemenge kommen, stößt der Alte einem
Schusterknecht mit dem Spieß in die Brust, welcher ihn hinwieder
durchspießet, wovon er jedoch nicht fällt, sondern mit dem Säbel
noch einige verwundet, bis zuletzt Jemand ihm den Kopf
durchspaltet. Der Prozeß ist von seinen Söhnen Heinrich und Jürgen bis nach 1574 fortgeführt
worden :c."
Einer der neuesten Geschichtsschreiber Mecklenburgs, der schwerin'sche Kammerherr, jetzige Schloßhauptmann Carl von Lützow, schreibt wörtlich: „Die alten Sünden der Selbstrache, der bewaffneten Ritterfehden, der adeligen Wegelagerungen und Raubzüge, eben weil sie alt und reizend waren und der Sittenrohheit und verkehrten Ansicht des Zeitalters von Recht und Ehre entsprachen, dauerten nach wie vor fort: arglos zog der Landadel mit seinem Troß zu Gewaltthat und Raub aus, warf wehrlose Reisende nieder, schleppte seine Fehdegefangenen in unbekannte Verließe und schaltete mit empörendem Frevel über Freiheit und Gut seiner Mitbürger, denen nur schweres Lösegeld erstere wiedergab. Diese Landplage, die in unserem Vaterlande, seines zahlreichen, größtentheils unbemittelten und auf seiner Hufe wohnhaften Adels wegen, viel-
