Geschichte der kleinen deutschen Höfe 1/020
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an der Ostsee, das reichste Kloster des Landes, das Pribislaus im J. 1170 gestiftet hat
und das jetzt zu den großherzoglichen Domainen gehört, mit wahrhaft
fürstlichen Schenkungen begnadigt: er gebahrte sich überall in den
Briefen, die er über diese Schenkungen ausstellte, gleich
Wilhelm dem Eroberer von
England, als vollkommener Eigenthümer des Landes, das er mit
seinen Rittern und Bogenschützen sich erobert habe.[1] Als der
große Welfe von seinem großen Feinde, dem Hohenstaufen Friedrich Barbarossa, in des Reiches
Acht erklärt ward, stellte er dem Pribislaus sein Land Mecklenburg
zurück; nur in der Graffschaft
Schwerinblieb als Landesherr ein Graf deutscher Abkunft, von dem
sächsischen Geschlechte der von
Hagen. Dessen Stamm erlosch im Laufe des 14ten Jahrhunderts
und nun kam auch diese deutsche Graffschaft Schwerin wieder an die
slavischen Fürsten zu ihrem Fürstenthum, das sie bisher besessen
hatten und das „Fürstenthum
Wenden" genannt wurde. Mit der Christianisirung erfolgte
auch die Germanisirung des ganzen Landes, doch erhielten sich hin
und wieder noch Wenden und noch gegenwärtig unterscheidet man
deutlich in einigen
- ↑ „In terra Sclavorum Transalbina tres episcopatus construximus, allodiis et reditibus mensae nostrae dotavimus, insuper ea, quam gladio et arcu nostro conquisivimus, hereditate ampliavimus.“ Dotationsurkunde für Schwerin vom 5. September 1171. Wie in England betrachteten sich auch die mecklenburgischen Landesherrn auf Grund dieser Eroberung als Erbherrn und Obereigenthümer des gesammten Grundes und Bodens.
