Die Probstei in Wort und Bild/048

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Die Probstei in Wort und Bild
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Probstei in Wort und Bild.djvu
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Schlüsselberg, das Redder (Wischler oder Holmer?), der Sommerhof, die Koppel bei Holm mit Reth, Hogenstein, Hasselkrug (früher Hassenkrog), die Panstede (früher vielleicht ein eigenes Dorf, wenigstens finden sich Adelige von Panstede im 15. Jahrhunderte genannt), viele Salzenwiesen, der Blafferskrog, beim Redder, beim Vulensee (nordwestlich von Holm), die Broberauen.

Aus vorstehendem Verzeichnisse erhellt, daß die meisten Bestandteile des neuen Meierhofes früher zum Gute Holm gehört hatten, wie das oben erwähnte Register auch ausdrücklich versichert, so daß es fortan keine Holmer Feldmark mehr gab. Besonders wird man nun auch diejenigen Stücke der letztern zur Bildung des Meierhofes verwandt haben, welche bisher noch gar nicht oder nur sehr unvorteilhaft verpachtet gewesen waren. Wenn aber auch das Linauer Feld ebenfalls damit vereinigt ward, so ward ja das Dorf Linau selbst, wie wir oben bemerkten, zum großen Teile aus der Holmer Feldmark mit Land versehen. Wenn überdies der Ort von Schönberger Damme und die Broberauen (das sind die Wiesen längs der Schönberger Au im Norden des Dorfes) zu dem Meierhofe gelegt wurden: so gehörte entweder auch dieses alles zum Gute Holm oder hatte zuletzt einen Teil der Nyenboder Feldmark ausgemacht.

Als Gebäude für den neuen Meierhof mußte, wie obenerwähntes Register sagt, „das Probsten- und Klosterhaus zu Schönberg“ dienen, also des Marquard Hermens früherer Besitz, die heutige Lagen-Hufe.

Damit das Kloster diesen Meierhof mit Vorteil bewirtschaften konnte, so mußten – wie früher die Landbesitzer des Kirchspiels Schönberg auf dem Hofe Holm, so jetzt - alle Hufner und Kätner der beiden Kirchspiele Schönberg und Probsteihagen die Hofdienste an jenen verrichten.

Dieser Umstand, noch mehr aber die zerstreute und entfernte Lage der Ländereien vom Hof und seine eigene Entfernung vom Kloster Preetz, dazu eine Reihe unfruchtbarer Jahre (deren eine Urkunde vom Frühjahre 1586) erwähnt und vielleicht noch andere uns unbekannte Zufälligkeiten bewirkten, daß der Konvent aus seinem neuen Meierhofe nur geringen Vorteil zog. Darum begann man bald von neuem, einzelne Bestandteile desselben an Probsteier Hufner zu verpachten (z B Probst Bened. v. Ahlefeldt, 1560-1584, verpachtete den Schönbergern den Holmer Hagen für 30 Waehrungszeichen.svg) so daß (zufolge des zwischen dem Probsten Diederich Blome und den Probsteiern aufgerichteten Vergleichs vom 18. April 1586) damals zum Schönberger Meierhofe weiter nichts mehr gehörte als die Holmer Koppel, das Elversbrok, der neue Barsbeker Deich mit der Havewisch und das geringe Wiesenland beim Schönberger Damme (die Broberauen). Weil unter diesen Umständen der Meierhof, als „ein geringes Bowwerck, dem Kloster wenig nutzte, wenn nicht die früher davon verheuerten Aecker und Wiesen wieder dazu gelegt würden; weil aber den armen Lenten in der Probstei, die durch unfruchtbare Jahre sehr geschwächt waren, mit Vermehrung der Hofdienste ebenso wenig gedient sei“: so ward durch vorerwähnten, mit Genehmigung der Priörin Katharina Rantzow geschlossenen, Vergleich der Meierhof schon im Jahre 1586 gänzlich wieder niedergelegt unter folgenden Bedingungen: jeder Hufner in beiden Kirchspielen soll künftig statt 3 β Dienstgeld 16, jeder Kätner mit einem Pfluge 8, jeder geringere Kätner 4 β Dienstgeld bezahlen; wenn Wiesen, zum Hofe belegen, unverpachtet bleiben, sollen die Leute nach Gewohnheit das Heu bearbeiten, namentlich in den Broberauen, und wenn ein künftiger Probst den Meierhof herstellen will, treten die Hofdienste wieder statt der Geldvergütung ein. Allein hierzu kam es nicht mehr: es bezahlten fortan 44 Hufen aus dem Kirchspiel Schönberg und 51 aus Probsteihagen jede 1 Waehrungszeichen.svg Dienstgeld, die früher zum Meierhofe belegenen Ländereien blieben verpachtet, und die Holmer Koppel, welche noch zuletzt dazu gehörte, ward an Stoltenberg in Schönberg für 51 Waehrungszeichen.svg 9 β verkauft.