Die Grundherrschaft in Nordwestdeutschland/377

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Die Grundherrschaft in Nordwestdeutschland
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wie im Süden bestand in unserer Epoche nur im Fürstentum Lüneburg ^, fehlte dagegen in Hoya und Bremen - Verden ^. In diesen beiden Territorien wurde sie erst zu Anfang des 17. Jahrhunderts eingeführt ^.

Aber trotz dieser Unregelmäßigkeit der tatsächlichen Besteuerung bestand in unserer Epoche auch im Norden die Steuerpflicht der Meier allgemein ^, Die Staatslast ruhte so unmittelbar auf dem Meiergut, daß die Gerichtsleute zum Ottersberg in Bremen in einer Findung vom Jahre 1437 behaupteten, „äat »11s Anäer dar äs reontiolieit an« neikt, se koren elilieten, pruvezten, I^napsn, de äar wüste «in, äsr inaoli äe Otter« I>er^ an noite, aolcer, nßiäe und ^eiäe, so lanAs wentns «e Iiesettet 'werden, wentu äe Fücler lieget »int, »o neikt äe »ine nnplient nnä rionticneit, nnä äs neren oren tin»

So war denn am Ende des 15. Jahrhunderts in unserem ganzen Untersuchungsgebiet, abgesehen von der Grafschaft Hona-Diepholz, folgender Zustand der herrschende.

Eigentümer des landwirtschaftlich benutzten Grund und Bodens waren der Landesherr, die Geistlichkeit, der Adel und die Patrizier der größeren Städte. Diese Eigentümer bewirtschafteten aber das Land nicht selbst, sondern hatten es an freie Zeitpachter ausgethan, die es in größeren, aber noch bäuerlichen Betrieben bauten. Im


' Vgl. Stüve, Lasten S. 186.

2 Vgl. Stüve, Lasten S. 189 u. 190. — v. Kobbe, Geschichte von Bremen-Verden I, S. 311 ff,

« Vgl. Note 3 S, 376. — Vgl. Bremer Geschichtsquellen II, Voerder Register <Celle 1858) ». 1500, S, 45 ff,: Item De van IIo1I«n .. ,. ä« ^«vßu uek ensn dßr«n ploekzellÄt, wen äe tkolaten vertd lick oren naduren dauen unäs de-neääen . . .

^ Vgl. Grimm, Weistümer III, S. 219.

° Die grundherrlichen Berechtigungen der Stadtbürger waren sehr bedeutend, vgl. über den Besitz der Braunschweiger Gesenius I, S. 417-423, 425-427. Sie waren auch im Süden von Lüneburg stark begütert. — Über den Besitz der Gottinaer, Urkundenbuch d. hist, Vereins f, Niedersachsen, Heft VII (1867) Göttingen Nr. 35 (a. 1413),