Brieg/Chronologie

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18. Jahrhundert

1740
  • Verstärkung der schwachen österreichischen Garnison Brieg durch drei Bataillone.
  • Bei Annäherung der preuß. Truppen Niederbrennen der Vorstädte und der nächsten Dörfer Briegischdorf und Rathau durch den österreichischen Festungskommandanten Graf PICCOLOMINI um freies Schußfeld zu haben.
  • Montag, den 10. April, begann die Schlacht bei Mollwitz die mit dem Sieg der preußischen Truppen gegen die Österreicher endete. Die Schlacht hatte hohe Verluste auf beiden Seiten zur Folge. 4750 Tote und Verwundete auf preußischer Seite. 4550 Tote und Verwundete auf österreichischer Seite.
1741
  • Freitag, 28. April Dreimaliger vergeblicher Versuch durch einen preuß. Parlamentär den österr. Kommandanten zur Aufgabe zu bewegen. Dann Beginn der Beschießung von Brieg. Ein Schloßflügel wird stark beschädigt und brennt.
  • Sonntag, 30. April erneute Beschießung der Stadt. Viele Bürgerhäuser wurden beschädigt, die Hedwigskirche brannte bereits, doch konnte das Feuer noch einmal gelöscht werden. Die Jesuitenkirche (d.h. die kath. Pfarrkirche) wurde getroffen, ihre Fenster zerbarsten und die siebenheinhalb Zentner schwere Glocke fiel herab und zersprang in Stücke.
  • Montag, 01. Mai am Morgen begann des heftigste Bombardement. Die mit Holz und Stroh gefüllte Reitbahn brannte sofort. Der ungünstige Wind trieb die Flammen und Funken ins Schloß, das sofort brannte. Am Nachmittag Brand des Löwenturmes. Gegen Abend Brand der Schloßkirche und der Hedwigskirche, deren Glocken in der sich entwickelnden Hitze schmolzen.
  • Dienstag, 02.05. wird das Gymnasium getroffen und brannte bis zum obersten Stockwerk aus. Die Glocke der Jesuitenkirche wird heruntergeschossen.
  • Donnerstag, 04.05. die Bürgerschaft drängt den Kommandanten zur Übergabe. Zwei Uhr mittags verliessen ein österreichischer Major, ein Hauptmann und ein Tambour die Stadt und erledigen im preußischen Hauptquartier die notwendigen Formalitäten der Übergabe.
  • Freitag, 05.05. am Vormittag wird die Übergabe vollzogen. Um 10 Uhr rückt das 1. Preußische Bataillon BORK in Brieg ein. Am Breslauer Tor hielt der Preußenkönig und ließ die 1200 ausmarschierenden Österreicher an sich vorbei ziehen. Von ihnen sollen vor dem Breslauer Tor 500 sofort zu den Preußen übergetreten sein. In die Stadt selbst betrat Friedrich d. Gr. an diesem Tage nicht.
  • Donnerstag, 02.11. Erster offizieller Besuch Friedrich des Großen in Brieg.
1742
  • Wurde auf der während der Beschießung zerstörten Jesuitenkirche in dem wiederhergestellten Dachreiter eine neue Glocke angebracht. Der Boden wurde mit Marmor gepflastert. Neue Bänke wurden angeschafft, die Orgel und der Hochaltar wurden erneuert.
1744
  • Bis 1746 wurde an der Stelle des bei der Belagerung schwer beschädigten Westflügels des Piastenschlosses das Amtshaus erbaut.
1746
  • Das Rathaus erhält einen neuen Sitzungssaal
1764
  • Gab es in der Stadt erst 36 Ziegel- neben 475 Schindeldächern.
  • Donnerstag, 29.03. Besuch Friedrichs des Großen in Brieg.
  • Freitag, 31.08. erneuter Besuch Friedrich des Großen in Brieg
1776
  • Samstag, 27.04. wieder ein Stadtbrand in Brieg und zwar diesmal ein ganzes Stadtviertel u.a. die Oppelner-, Nonnen-, Nikolai-, Stock-, Klempner- und Kapuzinerstraße. Im ganzen 54 Vorder- und 12 Hinterhäuser.
  • Zum Wiederaufbau für das abgebrannte Stadtviertel gab der König 90.000 Taler Beihilfe.
1780
  • Das 1776 abgebrannte Kapuzinerkloster konnte durch Spendensammlungen der Mönche wieder aufgebaut werden.
1781
  • Begann im Frühjahr der Abriß der alten Stadtmauer vom Stockplatz bis dicht an die Oder. Anfang Juni wurde mit dem Bau der Großen Kasernen begonnen.
1782
  • Dienstag, 13.08. Übergabe der Kasernen an das Brieger Regiment.
  • Dienstag, 01.10. wurden zum ersten Mal die für 600 Taler angeschafften Straßenlaternen angezündet.
1785
  • Fand Bönisch in der Fürstenkruft der Hedwigskirche die gut erhaltenen Zinnsärge, des Herzogs Georgs II., auf dem noch nach 200 Jahren der Fürstenhut und das mit Edelsteinen besetzte Schwert lagen.
  • Donnerstag, 25.08. kam der König zum letzten Mal nach Brieg. Kaum ein Jahr darauf am 17.08.1786 starb der König.
1790
  • Sein Nachfolger Friedrich Wilheln II. kam zweimal durch Brieg und es erscheint zum ersten Mal das Briegische Wochenblatt.
1793
  • Montag, 07.01. wird die Brieger Mädchenschule ("Mägden-Erziehungsanstalt") eröffnet, deren Gründung auf den Brieger Arzt Dr. E.G. Glawnig zurück geht.

19. Jahrhundert

1801
  • Mittwoch, 19.08. am Abend brach in dem zur Bierschenke im Schloßhof gehörenden Holzstall ein Brand aus, der den ganzen, seit 1741 als Magazin verwendeten Südflügel des Schlosses in Schutt und Asche legte. Der Wind trug den Funkenregen über die ganze Stadt, zum Glück ohne weitere Folgen.
1803
  • Der Januar brachte solche Kälte, daß das Röhrwasser einfror und Oderwasser gekauft werden mußte, je Kanne 1 "Gröschel" (3 Pfg.), je Zuber 2 Silbergroschen. Erst im April war der Schaden wieder repariert.
  • Mittwoch, 06.07. brannten 4 Häuser der Langen- und 15 Häuser der Mollwitzer Straße nieder (darunter die Scharf-Richterei und das Mehlmagazin)
1804
  • Freitag, 11.05. brannte es wieder in der Langestraße 23 und in der Mollwitzer Straße 5-9 (darunter das Heilig-Geist-Hospital, das jetzt in die Polnische Straße verlegt wurde).
  • Im Juni Erlitten die Dörfer der Brieger Gegend durch Hochwasser (starke Sommergewitter am Sudetenrand) einen Schaden von 43.162 Talern.
1805
  • Zählte Brieg 10.041 Einwohner. Zu etwa 7.000 Bürgern kamen durch Festungsgefangene, Soldaten (etwa 1.470) und deren Angehörige noch etwa 3.000 Personen dazu.
1806
  • Sonntag, 11.05. Durch das Zerspringen eines Töpferofens, brach ein verheerender Brand zwischen Zollstraße 1 (Gasthof zum Roten Hirsch) und Gerbergasse Nr. 30 aus. Der Brand erfaßte 59 Häuser nebst Nebengebäuden von der Westseite der Gerbergasse über die Zollstraße sowie das Nordende der Friedrichstraße bis zum Sperlingsberg. Die hölzerne Oderbrücke geriet in Gefahr und Gebäude der Odervorstadt wurden in Mitleidenschaft gezogen.
  • Dienstag, 03.06. brannten in der Wagnergasse sieben weitere Häuser ab.
Plan der Festung Brieg
1807
  • Belagerung und Beschießung der Festung Brieg durch napoleonische Truppen.
  • Sonntag, 18.01. Nachdem die Festung Brieg gegen die napoleonischen Truppen unterlegen war, hielt Napoleons Bruder Jérome von Breslau kommend, mit militärischen Ehren Einzug durch das Breslauer Tor in Brieg. Während am gleichen Tage der traurige Zug der Brieger Gefangenen auf dem Wege zur Festung Glogau durch Breslau marschierte.
  • Sonntag, 25.01. Brieg erhält das 1. Bayerische Infanterie Regiment als Besatzung, zwei Tage später traf der zum Gouverneur ernannte württembergische General Rheinwald ein.
  • Donnerstag, 19.02. Begann man auf Befehl von Napoleon die Wälle und 10 Bastionen der Festung Brieg zu schleifen. Die Bürger wurden gezwungen. Selbst mit Hand anzulegen.
  • Sonntag, 29.03. Das mächtige Schleusenwerk hinter dem Piastenschloß. Das den hohen Wasserstand im Wallgraben zu regulieren hatte, wurde durch 30 Zentner Pulver in die Luft gesprengt. Das war das Ende der Festung Brieg!
1808
  • Samstag, 12.11. Wird das französische Feldlazarett von Brieg per Schiff nach Breslau gebracht.
  • Montag, 14.11. Rückt das letzte feindliche Regiment aus den Mauern von Brieg, und seit dem hat Brieg auch keines mehr gesehen. Es dauerte gerade mal 136 ¾ Jahre bis wieder fremde Truppen in Brieg standen, in einer Festung ohne Wall und Graben.
1809
  • Dienstag, 07.03. rückten mit dem 1. Schlesischen Grenadier-Bataillon wieder die Preußen in Brieg ein.
1811
  • Dienstag, 07.05. gründet auf einem von ihm erworbenen Grundstück in der Oppelener Straße Wilhelm Moll eine Gerberei.
1816
  • Führte das Postamt Brieg einen Aufgabestempel.
1819
  • Wurde durch Mützel die städtische Sparkasse gegründet, die erste in Schlesien, die zweite in Preußen! Schon am Ende des ersten Monats waren 4500 Taler eingezahlt.
1820
  • Wurde durch Falch und Grove die "Norddeutsche Lederpappenfabrik zur Herstellung von Kartonagen ins Leben gerufen.
  • Bestanden folgende öffentlichen Schulen in Brieg:
  • Die dreiklassige evangelische Knabenschule mit 220 Schülern, unterrichtet von einem Rektor und 3 Lehrern.
  • Die Evangelische Mädchenschule mit gleichfalls 220 Schülerinnen und 3 Lehrern.
  • Eine katholische Schule von 220 Kindern mit 3 Lehrern.
  • Die Trinitatisschule (zugleich Schule der Briegischdorfer Kinder), mit einem Lehrer.
  • Die sogenannte "Armenschule" mit 200 Kindern und nur einem (!) Lehrer.
  • Die jüdische Elementarschule, geleitet vom Kantor der Synagoge.
  • Das altberühmte Gymnasium, eine reine Jungenschule.
1822
  • Brieg zählt 9.499 Einwohner.
  • Gründet Theuerling eine Böttcherei.
  • Bekam Brieg ein Stadttheater
1825
  • Begann man mit dem Aufstellen von Briefkästen.
1832
  • Gründete Robert Schärff im Hause Ring/Ecke Burgstraße ein Geschäft, das sich bald zu einer Gurt- und Posamentenfabrik entwickelte. Er war der erste Brieger Industrielle von Format. Er wurde später zum Wohltäter der Stadt.
1835
  • Wurde durch den Berliner Unternehmer Schneider vor dem Breslauer Tor eine Zuckerfabrik errichtet, die den aus den Tropen kommenden Rohrzucker raffinierte, aber trotz Nutzung des Wasserweges schon nach wenigen Jahren einging.
1837
  • Wurde in dem der Strafanstalt angegliederten Arbeitsbetrieb die erste Dampfmaschine aufgestellt. Damit ist in Brieg das Maschinenzeitalter eingetreten.
1841
  • Im Frühjahr begann die Aufschüttung des Bahndammes im Grüninger Grunde.
1842
  • War an der Bahnhofstraße - (der späteren Helmut-Captuller-Straße) ein behelfsmäßiges Bahnhofsempfangsgebäude errichtet und der Schienenweg in Betrieb genommen.
  • Gründete die Familie Storch ein Sägewerk und eine Holzhandlung.
  • Folgende Gewerbebetriebe und Berufe werden für das Jahr 1842 in Brieg vermerkt:
    • 2 Mappen- und Papierfabriken
    • 1 Steindruckerei
    • 2 Buchdruckereien
    • 26 Schank- und Speisewirte (davon 11 außerhalb der Stadt)
    • 9 Gasthöfe (3 erster, 6 zweiter Klasse)
    • 5 Weinhandlungen
    • 16 Likörläden
    • 23 Bierbrauereien
    • 4 Konditoreien
    • 11 Koffetiers (außerhalb der Stadt)
    • 2 Pfeffer-Küchler und Wachszieher
    • 1 Bankier
    • 68 wechselfähige Kaufleute aller Zweige
    • 8 Tuchläden
    • 5 Färber
    • 6 Gerber
    • 3 Damenputzgeschäfte
    • 4 Galanterie- und Glaswarenhandlungen
    • 5 Posamentierer
    • 3 Goldarbeiter
    • 5 Uhrmacher
    • 2 Pfandleiher
    • 11 Ärzte
    • 3 Wundärzte
    • 2 Apotheken
    • 5 Badeanstalten
    • 2 Kalkbrenner
1844
  • Wurde der repräsentative Bahnhof fertig gestellt. Für die Fahrt nach Breslau - vorher eine Tagesreise - brauchte man nun etwas mehr als eine Stunde.
  • Brieg zählte schon fast 12.000 Einwohner und 571 Häuser, von denen die meisten bereits mit Flachwerk gedeckt waren. 354 Häuser besaßen die Brauberechtigung, von 23 Bierbrauereien waren 7 mit Gastwirtschaften verbunden, eine davon (im Schloß) war königlich, ebenso die einzige Branntweinbrennerei.
  • Brieg besaß den ersten schlesischen Kinderhort.
1845
  • Entsteht das Tuch- und Wäschegeschäft von H. Friedländer.
  • Wurde das Füsilier-Bataillon des 11. Linien-Infanterie-Regiments und der Stamm des 11. Landwehr-Infanterie-Regiments verlegt. Untergebracht waren sie in den 5 dreistöckigen Blocks der Großen Kaserne (312 Mann in 20 Stuben und 28 Kammern).
  • Wurde an den von Frauen besetzten Teil des Zuchthauses ein Erweiterungsbau angefügt. Mit 570 männlichen und 270 weiblichen Insassen war damals die Brieger Strafanstalt - "köngliches Arbeitshaus" genannt - die größte in ganz Preußen.
1846
  • Gründet der Kaufmann Th. Traugott Heinze auf der Mollwitzer Straße ein Spezerei- und Papierwarengeschäft.
  • Der Siegeszug der Zuckerrübe veranlaßte den Rittergutbesitzer von Löbbecke und den Kaufmann Ferdinand Schiller aus Breslau, an der Stelle der vor dem Breslauer Tor eingegangenen früheren Zuckerfabrik (auf der Basis von Rohrzucker) eine zweite Rübenzuckerfabrik zu gründen.
1849
  • Ging die kleine einklassige Schule im Organistenhaus der Trinitatiskirche in die Hand der Stadt über deren Lehrmittel bis dahin aus der Kirchenkasse bezahlt wurden.
1850
  • Brannte das alte Schützenhaus ab.
1851
  • Gründet Ferdinand Falch eine Dachpappenfabrik auf dem Mühlendamm
1854
  • Waren "Ausschrotdörfer" d.h. für den Bierbezug allein auf Brieger Brauereien angewiesen: Böhmischdorf, Briegischdorf, Briesen, Giersdorf, Grüningen, Hermsdorf, Jägerndorf, Konradswaldau, Kreisewitz, Laugwitz, Leubusch, Michelwitz, Mollwitz, Neudorf, Pampitz, Paulau, Pogarell, Rathau, Scheidelwitz, Schönau, Schönfeld und Schreibendorf.
  • Wurde der evangelische Friedhof an der Neuhäuserstraße erweitert.
1855
  • Am Donnerstag, den 21.06. besuchte Prinz Wilhelm von Preußen die Stadt.
  • Montag/Dienstag, den 30./31.07. weilte Fürstbischof Dr. H. Förster aus Breslau in Brieg.
  • Wurde der "Männergesangverein" gegründet.
1856
  • Beschloß der Stadtrat, an der Hermsdorfer Straße eine Gasanstalt zu errichten, und schon am 24. November d.J. wurde sie in Betrieb genommen.
  • Am Montag, den 25.08. wurden die Türme der katholischen Pfarrkirche eingeweiht, und am Freitag, den 03.10. die Glocken aufgezogen, die dann am Mittwoch, den 15.10. zum ersten Mal läuteten.
  • Wurde das Abendläuten eingeführt.
1859
  • Wurde das Morgengeläut eingeführt. Noch später das Mittagsgeläut.
  • Durch die Initiative des Kaufmanns Schwirkus wurde der "Turnverein Brieg 1859" gegründet.
  • Wurde Schlaraffia, eine Art Heimat-Studentenverbindung (Ferienverbindung) zur Pflege heiterer Geselligkeit gegründet.
1860
  • Erwirbt die Familie Storch die uralte Brieger Mühle. Unter ständiger Erweiterung und Modernisierung wurde sie als Getreide- Knochen- und Walzenmühle betrieben.
  • Gründet Stadtrat Schönfelder am damaligen Bahnhof ein Speditions-, Holz und Kohlengeschäft, zu dem später noch eine Mühlsteinfabrik hinzukommt.
  • Mit der Errichtung des Sandsteinkreuzes zwischen den beiden Türmen der kath. Pfarrkirche durch den Breslauer Bildhauer H. Michaelis wurde der Turmbau abgeschlossen.
  • Wurde als Stiftung des Fürstbischofs Dr. H. Förster das Marienstift auf der Lindenstraße erbaut.
  • Wurde in Brieg die "Philomatie" gegründet, eine von 19 in Schlesien bestehenden Gesellschaften (nach dem Vorbild der Breslauer, eine Gesellschaft "von Freunden der Wissenschaft und Kunst").
1862
  • Eröffnung des Bekleidungshauses Julius Hentschel.
1863
  • Eröffnung der Kohlenhandlung Paul Antlauf.
  • Die Firma Heinze verlegt jetzt ihre Geschäftsräume auf den Ring und erwirbt später Arbeitsräume in der Langestraße.
  • Bis 1866 fielen die letzten Reste des Mauergürtels der Spitzhacke zum Opfer. Stadtmauer und Tortürme verschwanden.
  • Wurde die Gewerbeschule Brieg eröffnet (07.10.; Mittwoch) - zum Schulleiter wurde der aus Saarbrücken stammende Gewerbelehrer Nöggerarth berufen.
  • Im November wurde auf Initiative von Robert Schaerff eine Handwerker-Fortbildungsschule eröffnet und noch im Dezember des gleichen Jahres der Gewerbeverein Brieg gegründet. Insgesamt spendete Robert Schaerff hier für 24.000 Taler.
1864
  • Errichtete der Fiskus zwischen Promenade und Bismarkstraße das alte Garnisonlazarett.
  • Erbaute die Stadt das neue Fluss-Wasserwerk und das dann am 4.5.1865 in Betrieb genommen wurde.
1865
  • Gründet Carl Berger die erste Ofenfabrik in der Fischerstraße.
  • Wurde das Katasteramt eingerichtet.
1866
  • Entsteht die Handschuhfabrik von Adolf Heim.
1867
  • Begründete die alte Uhrmacherfamilie Wilhelm Jüsche ihr Geschäft.
  • Wurde von der Stadt das große Gebäude der Mädchenvolksschule an der Steinstraße/Ecke Gartenstraße erbaut, das gleichfalls heute noch so steht, wie überhaupt alle ehemaligen Schulgebäude.
1868
  • Wird auf dem Grundstück Ring 46 die Drogerie "Zum roten Kreuz" gegründet.
  • In der gleichen Zeit eröffnete Apotheker Arnold die spätere Zentral Drogerie.
  • Baute sich die Loge "Friedrich zur aufgehenden Sonne" am Breslauer Torplatz 1 ihr Heim im Stil italienischer Renaissancepaläste. 1975 stand das Gebäude noch, 1977 war es verschwunden.
1869
  • Entstand die Aktienbrauerei von Thiel, Güttler & Co. Allmählich zum Großbetrieb geworden, verdrängte sie die vielen kleinen Brauereien.
  • Wurde mit der Anlage der Piastenstraße begonnen.
  • Wurde der "Bankverein Brieg" gegründet - auch ein Zeichen aufstrebenden Wirtschaftslebens.
1870
  • Wurde die Neugebauersche Zuckerfabrik gegründet.
  • Wird die von Theuerling im Jahre 1822 gegründete Böttcherei vor dem Neißer Tor mit einer großen Werkstatt zur Herstellung von Bier- und Weinfässern ausgestattet.
  • Wurde das neue Bahnhofsempfangsgebäude eingeweiht, welches heute noch steht.
1871
  • Am Freitag, den 03.11. kehrten nach dem Sieg über Frankreich die 51er wieder in ihre Garnisonstadt Brieg zurück.
1872
  • Erhielt Brieg auf Betreiben von Landrat von Reuß eine Landwirtschaftliche Fachschule.
  • Wurde die Trinitatiskirche auch den Angehörigen der Herrnhuter Brüdergemeinde für ihre Gottesdienste überlassen.
  • In diesem Jahr wurde auch der Kriegerverein ins Leben gerufen.
1873
  • Am Samstag, den 18.10. wurde das Germania-Denkmal für die im Kriege 1870/71 gefallenen Brieger Soldaten eingeweiht, welches auf Anregung des Bürovorstehers Kasparowsky gebaut worden war.
1874
  • Gründete am Schloßplatz Anton Schütz seine Pianoforte-Fabrik (später H. Schütz & Co.), die 1885 in die Feldstraße 27 verlegt wurde. Die Jahresproduktion betrug 180 bis 200 Pianos. Auslandslieferungen erfolgten nach Polen, Lettland und Abessinien dem heutigen Äthiopien.
1875
  • Wurde der Landwehrverein gegründet.
1876
  • Entstand die Ofenfabrik von E. Wottke sowie am Ausgang der Schönauer Straße durch den Zusammenschluß etlicher Landwirte aus dem Kreise Brieg die zweite Zuckerfabrik mit dem symbolträchtigen Namen "Concordia". Diese ging aber bereits 1877 in der Liquidation für 130.000 Mark an die Brüder Arthur, Dr. Alfons und Bernhard Neugebauer über, die sie von Jahr zu Jahr leistungsfähiger machten.
  • Samstag, der 23.9. war die Geburtsstunde der "Brieger Zeitung" mit dem Erscheinen einer Probenummer. Ab dem 01. Oktober d. J. erschien die Zeitung, deren Kopf mit dem bekannten Stadtwappen geschmückt war zweimal wöchentlich. Gegründet wurde sie von dem Buchhändler Julius Lebek. Zum Redakteur wurde der städtische Lehrer Carl Türpitz berufen.
1877
  • In der Wagnerstraße eröffnete die Bäckerei von Wilhelm Burkert.
  • Die Brieger Singakademie wurde gegründet. Zu den Gründervätern gehörten der Landrat, Fabrikbesitzer Schaerff und Kaufmann Friedländer. Garant für das Gelingen aber war ihr erster Chormeister, der kgl. Musikdirektor Erdmann Jung.
  • Wurde der neue Wasserturm in Betrieb genommen.
1878
  • Am Donnerstag, dem 07.11. wurde im Beisein des Kronprinzen auf dem Brieger Ring das Denkmal für "Friedrich den Großen" enthüllt.
  • Begründete der Korbmacher Wilhelm Strauß seine Korbweidenzüchterei und Korbweidenhandlung, die eine großartige Entwicklung nehmen sollte.
  • Wurde der Militärverein Brieg aus der Taufe gehoben.
1879
  • Gründete der spätere Stadtrat Wilhelm Löwenthal mit seinem Bruder Lovis ein Unternehmen zur Herstellung von Notiz- und Geschäftsbüchern, die später zu einem mächtigen Unternehmen heran wuchs.
  • Wurde das Lebensmittelgeschäft von Paul Schnalke Langestraße/Ecke Milchstraße eröffnet.
1880
  • Hatte die Stadt 17.232 Einwohner
1883
  • Gründeten auf Briegischdorfer Gelände der Kaufmann Dr. Carl Güttler und der Ingenieur Fritz Krause eine Maschinenfabrik mit Eisengießerei und Kesselschmiede.
  • Wurde das Gardinenhaus G. Krusch eröffnet.
1885
  • Legte sich Theuerling eine Dampf- und mehrere Spezialmaschinen für Holzbearbeitung zu, die eine Massenherstellung von Fässern und Bottischen ermöglichten.
  • Eröffnete Selma Paul ihr Handarbeitsgeschäft.
1886
  • Richtete der Kaufmännische Verein Brieg eine kaufmännische Fortbildungsschule ein.
1887
  • Wurde im Restaurant "Zum Bergel" unter reger Beteiligung der Bevölkerung der "Feuerwehr Verein Brieg" gegründet.
1888
  • Wurde das Geschäft des Malermeisters Richard Neumann eröffnet.
1889
  • Zerstörte ein großer Brand das Mühlenwerk der Gebrüder Storch.
1891
  • Eröffnete das Lehrerseminar.
  • Im Juni warf ein schwerer Sturm einen der hohen Schornsteine des Lehrerseminars durch das Dach ins Treppenhaus. Das Hausmeisterehepaar war gerade damit beschäftigt, die Fenster im Treppenhaus zu schließen, als beide von den schweren Gesteinsbrocken getroffen wurden. Herr Hanke wurde schwer verletzt, seine Frau zu Tode getroffen.
1892
  • Mit einem Kostenaufwand von "nur" 41.000 Mark wurde an der mittleren Promenade (in der Nähe der alten Molkerei und des späteren Oberlyzeums) eine städtische Turnhalle errichtet.
1894
  • Bis 1895 folgte der Bau einer neuen eisernen Oderbrücke. Da die Pfeiler der alten Brücke nicht mehr benutzt werden konnten, war für 350.000 Mark (zu den Staat und Provinz 195.000 Mark beisteuerten) ein vollständiger Neubau fällig.
1895
  • Wurde die alte Molkerei am Verbindungsweg zwischen Feldstraße und den Promenaden errichtet.
  • Hatte die Stadt 21.304 Einwohner
1896
  • Schritt man endlich zum längst fälligen großen Umbau des Gymnasiums, durch den die alte Schule endliche eine würdige Aula erhielt.
1897
  • Donnerstag, den 01. April wurde das 51. Infanterie-Regiment von Brieg nach Breslau verlegt.
  • Am Samstag, dem 26.06. wurde der Grundstein für die Neue Kaserne gesetzt.
  • Beschloß die Stadt zum 100. Geburtstag Wilhelm I., dem zum "Heldenkaiser" hochstilisierten ersten deutschen Kaiser am Odertor ein Denkmal zu errichten. Die Stadt gab 10.000 Mark, der Kreistag bewilligte die gleiche Summe, und durch private Spenden kamen noch einmal 13.000 Mark zusammen.
1899
  • Erhielt die evangelische Kirche mit dem sogenannten "Subdiakonat" die 4. Pfarrstelle, die mit Pfarrer Richard Harnisch besetzt wurde.

20. Jahrhundert

1900
  • Am Donnerstag den 26.07. wurde das Denkmal für Kaiser Wilhelm I. enthüllt.
  • Wurde die Volksbibliothek gegründet, die mit Unterstützung von Stadt und Staat im wesentlichen von einzelnen Gönnern unterhalten wurde und im Gewerbehaus untergebracht war.
1902
  • Wurde an der Bismarkstraße das neue Garnisonlazarett errichtet. Dieses Gebäude beherbergte später das Finanzamt
  • Hatte Brieg 23.607 Einwohner (darunter 7.722 Katholiken und 338 Juden)
  • Wurde endlich das alte Schulgebäude vor der Nikolaikirche abgerissen um Platz für ein Luther-Denkmal zu machen
1903
  • Schenkte Stadtrat Theodor Lange der Stadt das Bismark-Denkmal, das der Post gegenüber Aufstellung fand.
  • Errichtete man - teilweise aus Geldern einer Stiftung - die "Herberge zur Heimat" für die Brüder der Landstraße.
  • Setzte Mitte April ein solcher Schneefall ein, daß Züge auf der Strecke nach Linden stecken blieben und durch einen Sondereinsatz der Brieger Regimenter herausgeschaufelt werden mußten.
1905
  • Hatte Brieg 27.626 Einwohner
  • Freitag, den 10.11. wurde unter großer Beteiligung der evangelischen Kirchengemeinde das Luther-Denkmal eingeweiht. Das Denkmal wurde nach einem Entwurf von Pastor prim. Lorenz gegossen. Heute ist der ganze Platz zementiert und mit Platten belegt.
  • Wurde in der katholischen Pfarrkirche die Malerei des Hochaltars aufgefrischt und die Kirche neu abgeputzt.
  • Entstanden zwischen der Oppelner Chaussee und Briegischdorf wie eine kleine Garten- und Laubenstadt die Schrebergärten.
  • Seit diesem Jahr gab es in Brieg eine zweite gemischte Chorvereinigung, den Brieger Volkschor, der sich dem deutschen Volkslied verschrieben hatte.
1906
  • Am Freitag, den 30. März, neun Monate nach Baubeginn, konnte das neue Grundwasserwerk in Betrieb genommen werden. "Wir haben jetzt ein nahezu ideales Trinkwasser" konnte Julius Peppel sagen, was alle alten Brieger leicht bestätigen konnten. ("Giersdorfer Sprudel" wurde es liebevoll genannt).
  • Hatte die Stadt Brieg ein Gesamtvermögen von 11,3 Millionen Mark, denen Schulden in Höhe von etwa 5 Millionen Mark gegenüberstanden, so daß ein Reinvermögen von 6,3 Millionen Mark ausgewiesen werden konnte.
  • Wurde unter Regie des Vereins "Frauenwohl" eine Haushaltungsschule eingerichtet (in den Kellerräumen der Gewerbeschule)
1907
  • Am Dienstag, dem 01.04. wurde Brieg ein selbständiger Stadtkreis.
  • Wurde die Stelle eines besonderen evangelischen Militärgeistlichen geschaffen.
1908
  • Wurde wie ein Stein der Nachwelt überlieferte, das "Stadtwäldchen südlich der Eisenbahnlinie angelegt (nachmals Julius Peppel-Park genannt).
  • Erhielt die Hedwigskirche eine gründliche Ausbesserung durch den Geheimen Baurat Weisstein.
  • Erfolgte die Gründung des Beamten-Wohnungsbauvereins der schon nach einem Jahr 400 Mitglieder aufzuweisen hatte. Es war ein geglückter Versuch des genossenschaftlichen Wohnungsbaues, der geeignet war, die bestehende Wohnungsnot schnell zu beseitigen.
1909
  • Entstand ein neuer Sportclub, der "S.C. Schwarz-Gelb", der bald in "Hertha" umbenannt wurde.
1910
  • Hatte Brieg 29.035 Einwohner
  • In diesem Jahre wurde im Gewerbehaus das Brieger Heimat-Museum aus der Taufe gehoben.
  • Wurde die Spielvereinigung "SSC 1910" gegründet, in der "Hertha" aufging. Beide Fußballvereine spielten zunächst auf der Aue, dann auf der Mollwiese und anderen bequem gelegenen Plätzen.
1912
  • Stiftete der Rittergutsbesitzer Otto Moll 25.000 Mark und ließ den Kreissaal mit Stuckdecke, Kristallkronleuchter und einer Wandbekleidung aus schlesischen Marmor ausstatten.
1919
  • Im Frühjahr kam das Freikorps Hasse nach Brieg, um hier aufgelöst zu werden.
  • Zur uniformierten Ordnungspolizei trat in diesem Jahre die Kriminalpolizei unter Polizeikommissar Neumann. Es war dies die Antwort auf das Ansteigen der Vergehen und Verbrechen im Gefolge des verlorenen Krieges.
  • Wurde Dr. Alfred Janetzki Landrat des Landkreises Brieg.
  • Gründeten Carl Siegmund und Hermann Hülsmann die Industriewerke Hülsmann & Co. KG. Sie betrieben auf dem Mühlendamm eine Großtischlerei (Bau- und Möbeltischlerei), ein Sägewerk und ein Baugeschäft mit insgesamt 165 - 185 Arbeitern.
  • Wurde als vierte Apotheke die "Luisen-Apotheke" in der Mollwitzer Straße konzessioniert. Ihr erster Besitzer hieß Kowallik.
  • Eröffnete die Dresdner Bank eine Filiale in Brieg.
1922
  • Kam Max DRISCHNER nach Brieg, um sich bei Prof. HIELSCHER auf den Organistenberuf vorzubereiten.
  • Bis 1930 öffneten auch drei Kinos ihre Pforten: das "Burgtheater" in der Burgstraße, die "Schauburg" an der Ecke Bahnhof/Strehlener Straße und das "Capitol" an der Ohlauer Straße (als umgebaute Lagerhalle der stillgelegten Zuckerfabrik)
1923
  • Hatte Brieg 5.000 - 6.000 Vollerwerblose und Tausende von Kurzarbeitern.
  • Am Montag, den 01.10. wurde von Kaufmann Rudolf Blanke und Rudolf Hoffmann als erstes Werk dieser Art eine Schokoladen- und Süßwarenfabrik (Blanke & Co.) gegründet, zunächst in der neuen Kaserne an der Bismarkstraße.
  • Entstand aus 42 ehemaligen Militärmusikern, die als Behördenbeamte Anstellung gefunden hatten - ins Leben gerufen von Rektor BUSSE und Oberstaatsanwalt Dr. Buhl - der "Beamtenmusikverein". Sein Leiter wurde Postinspektor VIERHUB.
1924
  • Erwarb die Stadt das Piastenschloß.
  • Mit der Währungsumstellung ging die Arbeitslosigkeit auf 20 - 30 hoffnungslose Fälle zurück.
1925
  • Belief sich die Einwohnerzahl von Brieg auf 27.344, davon 7.496 katholisch und 271 jüdisch.
1926
  • Das "Alte Garnisonlazarett" (von 1864) wird vom Fiskus an die Stadt verkauft und zum Verwaltungsgebäude gemacht, das unter anderem das Wohlfahrtsamt und das Bauamt aufnahm.
  • Erfolgte die Anlage der Stadions nach dem Entwurf des Stadtbaurates TSCHESCHNER. Um die 400 m lange Aschenlaufbahn zog sich die Radrennbahn, deren gerade verlaufende Strecken mit Walzasphalt, die Kurven mit Bitumenüberzug versehen waren. Ferner gab es einen Zementplatz für Radballspiele, ein Kampffeld für die Leichtathletik, zwei Übungs- und sechs Tennisplätze. Auf der Rasenfläche des Bahninneren fanden Aufmärsche und Volksfeiern statt.
  • Wurde die Stadt mit einer elektrischen Meldeanlage versehen, an welcher nicht nur die öffentlichen Feuermelder, sondern auch jeder einzelne Wehrmann angeschlossen war.
  • Gründete der aus Bayern nach Brieg verschlagene Robert SCHOBERT das Stadtorchester, das bald von sich reden machte.
1927
  • Wurde im schönsten Teil der Promenaden dem verstorbenen Reichspräsidenten Friedrich Ebert ein Denkstein errichtet. Der Entwurf stammte von Stadtbaurat TSCHESCHNER, Plakette und Inschrift von Prof. SCHIPKE/Breslau.
  • Brieg gehörte zu den ersten Postämtern im Oberpostdirektionsbezirk, das 31 Dörfer im Brieger und 8 im Ohlauer Kreise in Kraftpostlinien einbeziehen konnte.
1928
  • Wurde der Heldenhain zum Gedenken der Gefallenen angelegt.
  • Bestanden in Brieg folgenden Schulen:
    • zwei evangelische Knabenvolkshochschulen im Hause Lindenstraße 8 unter den Rektoren ZIEBOLTZ und BUSSE,
    • zwei evangelische Mädchenschulen im Hause Steinstraße 5 unter den Rektoren SCHOLZ und BOJACK,
    • eine katholische Volksschule für Knaben und Mädchen im ehemaligen Amtshaus im Schloßhof unter Rektor KLEINEIDAM,
    • eine Hilfsschule im Hause Lindenstraße 8 unter Rektor IRRGANG,
    • eine Knaben- und Mädchen - Mittelschule im Bahnhofstraßenflügel des Schulgebäudes an der Feldstraße unter Mittelschuldirektor WITTICH,
    • zwei Berufsschulen im Hause Mühlstraße 16 unter Rektor ROTHE:
      • Gewerbliche Berufsschule (mit Abendkursen, Kursen für Erwerbslose und zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung)
      • Mädchenberufsschule, verbunden mit einjähriger Haushaltungsklasse und Wahlkursen
    • ein Oberlyzeum Feldstraße/Ecke Bahnhofstraße unter Studiendirektor UMBREIT,
    • eine Tagesschule (staatlich genehmigt) im Hause Mühlstraße 16, unter Direktor ROTHE (in einjährigem Kursus). Damit verbunden waren Abendkurse in kaufmännischen Unterrichtsfächern (Buchführung, Handelskorrespondenz, Kurzschrift, Maschinenschreiben, Englisch usw.),
    • eine Kaufmännische Berufsschule (Träger: der Kaufmännische Verein) im Hause Lindenstraße 8, geleitet durch Stadtrat KRAUSE,
    • ein Staatliches Gymnasium am Stiftsplatz unter Studiendirektor Dr. PIESKE (zehnklassig, mit Ersatzunterricht für Griechisch in U III - U II
    • eine Staatliche Oberschule in Aufbauform in der Schüsselndorfer Straße 6 unter Studiendirektor Dr. PREUSLER (Piastenschule, sechsklassig)
    • eine Höhere Landwirtschaftsschule, Bismarkstraße 2, unter Stadtdirektor GRÜTZNER
1930
  • Wurde Brieg wieder Garnisonstadt. Im August wird die unter Kommando des Rittmeisters Johann BRADEL stehende Ausbildungsschwadron des Reiterregiments 8 von Breslau-Carlowitz nach Brieg verlegt und bezieht die Neue Kaserne, die bald TIEDE-Kaserne heißen wird. Die seit Jahren wohnenden Zivilisten wurden von der Stadt anderweitig untergebracht und die nötigen Pferdeställe gebaut.
  • Gründeten die Gebrüder Masur in den Gebäuden der ehemaligen städtischen Brauerei (Logauer Straße) eine Bonbonfabrik.
  • Die Städtische Sparkasse fand ihre neue Bleibe an der Stelle des alten Salzmagazins an der Mollwitzer Straße über gewaltigen Grundmauern, die man nur sprengen konnte.
  • Wurde die alte Minoritenkirche, das spätere Zeughaus, zum Feuerwehrdepot umgebaut und das der Stadt gehörende "Goldene Lamm" modernisiert.
1931
  • Freitag, 31. Juni hielt aus Oels kommend der Regimentsstab, das 1. und 4. Schwadron, der Nachrichtenzug und der 1. und 2. Maschinengewehr-Halbzug des Reiterregiments 8 seinen Einzug in Brieg.
1932
  • Am Samstag den 31.10. trat im Gefolge von Sparmaßnahmen die neue Kreiseinteilung in Kraft, bei der die Kreise Brieg - Ohlau und Wohlau - Steinau vereinigt wurden. Die Landräte von Brieg und Steinau wechselten die Plätze. Dr. Janetzki wurde nach Steinau versetzt, und Landrat Dr. Hans Bertusch kam von Steinau nach Brieg.
1933
  • Gab es in Brieg nur noch 255 Juden.
  • Am Sonntag, den 31.10. wurde der Großkreis Brieg-Ohlau wieder aufgelöst und beiden Kreisen die Selbständigkeit wiedergegeben.
  • Die Allgemeine Ortskrankenkasse ergreift die Initiative mit dem Umbau ihres Dienstgebäudes in der Piasten/Ecke Logau Straße.
  • Am Querweg zwischen Schüsselndorfer Straße und Pampitz Straße wird die alte städt. Ziegelei abgerissen und deren Stelle dort der neue städt. Marstall errichtet.
  • Zwischen Baggerteich und Schüsselndorfer Straße wird eine neue städt. Kleinsiedlung gebaut.
  • Auch das ehemalige Pulverhaus an der Strehlener Straße wird zu Wohnungen ausgebaut.
  • Im April wurde die Volkshochschule in ihrer bisherigen Form aufgelöst oder "gleichgeschaltet".
  • Gab es in Brieg 10 gemeinnützige, 52 wirtschaftlich- und 29 konfessionell ausgerichtete Vereine, 21 militärische- und 4 vaterländische Vereine.
1934
  • Fertigstellung des seit 1931 als Stahlgerippe stehengebliebenen Mellesbau an der Pampitzer Straße (im Volksmund "MELLES" Unvollendete genannt!).
  • Die Baracken auf dem Grüninger Flugplatzgelände werden geräumt und das 1. Freiwillige Arbeitsdienstlager wird errichtet.
  • Abbruch des unter Friedrich d. Gr. erbauten Salzmagazins an der Mollwitzer/Ecke Lindenstraße.
  • Noch im Herbst wird hier mit dem Neubau der Städt. Sparkasse begonnen. Beim tiefen Ausschachten für die Tresorfundamente finden sich in 5 Meter Tiefe Reste eines Holzbaues und Keramikscherben.
1935
  • Am Donnerstag, den 31.10. verschwand der letzte von Pferden gezogene Postwagen aus dem Stadtbild.
  • Mit Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht erfolgt die Räumung der von Zivilpersonen belegten Kaserne und die Erweiterung der Reiterkaserne an der Moltkestraße.
  • Das Oberlyzeum wurde umgewandelt in eine Oberschule für Mädchen. Ostern 1938 hielt sie ihre erste Reifeprüfung in der hauswirtschaftlichen Form ab (im Volksmund gerne als "Puddingabitur" bezeichnet).
  • Wurde der alte Flugplatz bei Grüningen bis Hermsdorf erweitert und neu eingerichtet, der mit Aufklärungsfliegern belegt wurde.
1936
  • Wurde die MUDRA-Kaserne gebaut.
1937
  • Im Spätsommer wird mit dem Bau des Strandbades begonnen. Der größte der Baggerteiche wird dazu ausersehen. Um seinen Grund noch vor Einbruch des Winters planieren zu können, muß er in 14-tägiger Tag- und Nachtarbeit leergepumpt werden. Der auffallend milde Winter gestattet doch noch die Betonarbeiten für die 100 m - Schwimmbahn und den Springturm.
  • Dem Gymnasium wird der Name "Herzog-Georg-Oberschule" verliehen.
1938
  • Die Einwohnerzahl Briegs betrug 30.335 auf 11,93 m2 Fläche.
  • Im Mai wird das Strandbad eröffnet, jetzt endlich hatte Brieg ein vorbildliches Schwimmbad mit sauberem Wasser (Wasserfläche: 7 Morgen mit 40 m3 Inhalt).
  • Wurde mit den Restaurierungsarbeiten am Piastenschloß Ernst gemacht.
  • An der Paulauer Chaussee wird mit dem Bau einer neuen Kaserne begonnen, die nachher Seydlitzkaserne heißen wird.
  • Betrug die Zahl der Katholiken in Brieg 7.330.
  • Gab es nur noch 160 Juden in Brieg.
1939
  • Wird das Stadttheater umgebaut und es vollzieht sich der Neubau der Molkerei an der Schüsselndorfer Straße.
  • Einer Anordnung der Reichsregierung gemäß, werden in fast allen Gebäuden Luftschutzräume ausgebaut und sämtliche Bodenräume in der ganzen Stadt entrümpelt. In den einzelnen Stadtbezirken werden auf hohen Gebäuden Luftschutzsirenen aufgestellt und Warnsystem mit Befehlstand im neuen Sparkassengebäude eingerichtet. Es roch in diesem Sommer bereits nach Krieg!
  • Donnerstag, 24.08. Das Maschinengewehr-Bataillon erhält den Mobilmachungsbefehl und rückt innerhalb von sechs Stunden in den grenznahen Bereitstellungsraum.
1940
  • Umbau und Modernisierung des städt. Krankenhauses
  • Brennt die Zuckerfabrik NEUGEBAUER ab.
1941
  • Die Höhere Landwirtschaftsschule hatte an Ostern zu bestehen aufgehört.
1943
  • Gegen Ende des Jahres trafen die ersten aus Köln und Hamburg wegen der anhaltenden Bombenangriffe evakuierten Familien in Brieg ein.
  • Im Oktober trafen 60 deutsche Familien aus Siebenbürgen ein.
  • Wurden in der Nähe des Bahnhofs vier Feuerlöschteiche angelegt.
1944
  • Ostern wurden die meisten Räume der Oberschule für Mädchen als Lazarett eingerichtet.
  • Im Spätherbst wurde auch das Berufsschulgebäude als Lazarett benötigt.
  • Im Oktober wurde das Gebäude der Aufbauschule von der Wehrmacht beschlagnahmt.
  • In der Nacht vom Samstag den 07.10. auf Sonntag 08.10. hat ein verirrter russischer Flieger eine Bombe am Stadtpark in der Nähe der Bahngeleise verloren (Blindgänger).
1945
  • Mitte Januar hat ein amerikanischer Bomberverband im Reihenwurf den östlichen Stadtteil getroffen und einige Häuser in Brand gesetzt.
  • Am Freitag, dem 19.01. endet der Unterricht an den Brieger Volksschulen.
  • Am Sonnabend, 20.01. fand für die Schüler der Herzog-Georg-Schule zum letzten Male Unterricht statt.
  • Sonntag, 21.01. erging auch von der Reichsbahndirektion Breslau der Auftrag, den Bahnhof zur Räumung vorzubereiten. Ein besonderer Zug wurde bereitgestellt, der Akten und andere wichtige Dinge mitführen sollte. Doch ehe er abfahren konnte (die ersten Artilleriegeschosse schlugen bereits im Bahngelände ein), beschlagnahmte ihn die Wehrmacht.
  • Montag, 22.01./Dienstag, 23.01. Auf Befehl des Gauleiters muß Brieg von der Zivilbevölkerung geräumt werden und am 23.01. traf die erste auf Brieg abgeschossene Granate das Berufsschulgebäude, ohne Schaden anzurichten.
  • Am Dienstag, den 23.01., nach 15 Uhr begannen die Russen mit dem Artilleriebeschuss, der bis zum Dienstag, den 06.02. nicht mehr aufhören sollte.
  • Am Samstag, dem 27.01. gab es einen schweren Fliegerangriff. Weite Teile der Stadt, besonders in der Altstadt, wurden in Trümmer gelegt.
  • Am Donnertag, 25.01. gelang es noch, mit einem letzten Zug etwa 150 Alte und Kranke aus dem Marienstift und dem Keller des Lyzeums aus Brieg fortzubringen.
  • Am Freitag, den 26.01. wurden die Anlagen des Hermsdorfer Flugplatzes gesprengt.
  • Dienstag, 06.02., das Ultimatum der Russen an die Besatzung der Festung Brieg sich zu ergeben ist abgelaufen. Um 7.20 Uhr wurde die Übergabe von Brieg an die Russen von Hauptmann PIETRUSZKA vollzogen. 2.800 Soldaten der Brieger Besatzung gingen in russische Gefangenschaft.
  • Am Freitag, den 06.04. wurde mit Genehmigung der Russen, in einem Wohnhaus am Rabaplatz (Westsiedlung) eine deutsche Schule gegründet.
  • Als der Waffenstillstand am 8. Mai den Kämpfen ein Ende gemacht hatten, trieb die Sehnsucht nach der alten Heimat 6.000 - 7.000 Brieger zurück.
  • Im Sommer kam es zu einer entsetzlichen Typhusepidemie, der vor allem jüngere Leute zum Opfer fielen.
  • Das erste Brot gab es im September, und jeder Deutsche durfte monatlich (durch Schlangestehen) drei Brote kaufen.
  • Montag, den 15.10. schlossen die Polen die von den Russen am 06.04. genehmigte deutsche Schule.
  • Am Mittwoch, den 05.12. wurden ganz plötzlich 1.800 Deutsche bei großer Kälte ausgewiesen. Bereits kurz nach Mitternacht lief die polnische Miliz durch die Straßen und ließ die völlig überraschten, die für die Ausweisungen bestimmt waren, binnen 10 (!) bis 30 Minuten auf der Straße antreten und abmarschieren, aber erst nachmittags um 3 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. In den Viehwagen gab es weder Sitzgelegenheiten noch Fensterscheiben. Es gab reihenweise Erfrierungen und viele erreichten ihr Ziel nicht lebend. Die Verbleibenden mußten weiße Armbinden tragen, um noch besser von der polnischen Miliz drangsaliert werden zu können.
1946
  • Im August gingen wieder sieben große Transportzüge ab. Sammelpunkt war die Heil- und Pflegeanstalt auf der Steinstraße. Hier wurde auch Verpflegung ausgegeben, doch die anschließende Zollkontrolle glich einer völligen Ausplünderung!
  • Zu diesem Zeitpunkt waren noch ca. 3.000 Brieger und 5.000 Kreisbewohner zurückgeblieben.
1947
  • Der nächste größere Transport aus Brieg erfolgte am Samstag, den 19.04., und im gleichen Monat noch zwei weitere Teiltransporte nach Markstädt.
  • In Brieg waren jetzt noch - ohne Optanten - etwa 500 Deutsche zurückgeblieben, die in den Monaten August und Oktober (zumeist in Teiltransporten) an der Reihe waren. Jetzt waren auch fast alle Kreisdörfer frei von Deutschen.


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