Österreich-Ungarn/Militärgeschichte

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Inhaltsverzeichnis

Die Miltärgeschichte von Österreich-Ungarn

Hier wird (nur) die Militärgeschichte von Österreich-Ungarns bis zum Ende des 1. Weltkrieg (ca. 1918) beschrieben. Die allgemeine Geschichte Österreich_Ungarns gibt es hier.

Die Geschichte des heutigen Österreichs nach dem 1. Weltkrieg (1918) finden Sie hier.


In der durch den "Ausgleich" von 1867 entstandenen Doppelmonarchie gab es nach der Wehrreform von 1868 bis zum Ende der Monarchie im Jahre 1918 drei verschiedene Armeen:

1. das gemeinsame kaiserlich-königliche (k.k.) bezw. seit 1889 kaiserliche und königliche (k.k.) Heer. In ihr dienten Staatsbürger beider Reichshälften

2. die kaiserliche-königliche (k.k.) Landwehr. In ihr dienten nur Staatsbürger der "im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder" (Cisleithanien", d.h. die Länder diesseits der Leitha: Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Steiermark, Kärnten, Krain, Görz, Gradiska, Istrien, Dalmatien, Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, und der Bukowina);

3. die königlich ungarische (k.u.) Landwehr (Honve'd). In ihr dienten nur Staatsbürger der "Länder der Heiligen Ungarischen Stephanskrone" ("Transleithanien", d.h. die Länder jenseits der Leitha: Ungarn, inklusive dem heutigen Burgenland und der heutigen Slowakei, Siebenbürgen, Kroatien und Slawonien.


Kriegsschauplätze

Hier finden Sie Kriegsschauplätze mit Bezug zu Österreich-Ungarn. Damit läßt sich ein Bezug zum Leben der davon betroffenen Zivilbevölkerung herstellen.

Im Gefolge von Kriegsereignissen wurde die Zivilbevölkerung durch Aufmarsch, Durchzug, Lager, Schlacht und den Abzug der Truppen meist stark beeinflußt. Dies reichte vom Verköstigen der Truppen bis hin zu Plünderung, Vergewaltigung, eingeschleppter Seuchen und Tod der Zivilbevölkerung. Viele verließen als Folge eines Krieges ihren Ort und versuchten anderswo einen Neuanfang.


Archive

Von einfachen Soldaten lassen sich nur wenige Informationen finden. Von höheren Rängen gibt es mehr Dokumente in den Archiven. Ein wichtiges Nachschlagwerk sind bis zum 1. Weltkrieg die 'Militärschematismen'. Hier wurden jährlich die Offiziere jeden Regiments gelistet. Zu finden in der Bibliothek des Öst. Staatsarchiv in Wien.


Militärdienstpflicht

Ab 1771 gab es das sog. "Konskriptionssystem", d.h. jede Einheit hatte einen Rekrutierungsbezirk, aus dem es ergänzt werden mußte. Jedes Haus bekam eine 'Konskriptionsnummer' und jeder Einwohner wurde erfaßt.

Die 'Hauptgestellung' (Musterung) für die Einberufung erfolgte mt zirka 21 Jahre. Es gab aber keine Wehrpflicht. Die kaiserliche Armee war 1772 ein reines Berufsheer, d.h. man war lebenslang Soldat. Lebenslang bedeutete damals 20 Jahre. Wer das überlebte bekam dann einen Versorgungsposten als Torwächter, Nachtwächter usw.

Adelige und Geistliche, Juden sowie Studenten waren von der Pflicht ausgenommen. Ebenso alle unabkömmlichen Facharbeiter und Spezialisten. Bergleute waren beispielsweise meist nicht betroffen, weil die Armee sie eher in den Bergwerken zwecks Rüstungsindustrie brauchte. Nach 20 Jahren waren alle Gemusterten gestrichen. Denn mit 41 war man damals ein alter Mann, ungeeignet für die Strapatzen des Soldatenlebens.

Freiwillig melden konnte man sich schon früher. 16jährige waren keine Seltenheit, in Kriegen gab es aber auch 15-, ja 14jährige Rekruten.

Man konnte sich auch vom Militärdienst loskaufen. Praktisch ging das meist so vor sich, daß alle altersmäßig in Frage kommenden Burschen gemustert wurden und in Konskriptions (Vormerk)listen erfaßt. Fanden sich genug Freiwillige (die konnten auch von auswärts kommen), konnten die anderen heimgehen. Wenn nicht entschied das Los, aber man konnte sich auch loskaufen (Ersatzmann). Verlor das Heimatregiment viele Soldaten (egal ob durch Kampfhandlungen, Seuchen oder Desertation), mußten weitere gemusterte Burschen einrücken - wieder mittels Losentscheid. In jedem Konskriptionsbezirk gab es mindestens eine Werbestelle, wo sich laufend Freiwillige melden konnten. Die Werbestellen waren immer in größeren Städten, weil es da auch an ehesten "Kandidaten" gab.

Kasernen im heutigen Sinn gab es damals noch nicht. 'Kasernen' hießen damals die spärlichen Wohnungen für die Familien der verheirateten Soldaten. Im Sommer war das Regiment irgendwo "im Feld" (Krieg war ja fast immer), im Winter meistens in Bauerndörfern (fremde oder eigene) einquartiert. Das war immer gerade dort, wo eben Krieg war. Es war keinesfalls möglich Truppen beispielsweise aus Siebenbürgen oder den österr. Niederlanden (Belgien &. Luxemburg) im Winter in Heimatquartiere in Böhmen oder Niederösterreich zu verlegen. Dazu waren die Distanzen viel zu groß.


Internetlinks zur Militärgeschichte Österreich-Ungarns


Literaturquellen

z.Z. keine!

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