Wisch und Umgegend/39

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Wisch und Umgegend
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Toten gelegt ist. Alle Feste waren ehedem mit einer gewissen Poesie umgeben, die aber unser rosenarmes Jahrhundert fast gänzlich hinweggenommen hat. Dies ist besonders auch dadurch anders geworden, daß unsere Gegend den treuen, heimischen Arbeiter, der mit den heimatlichen Gebräuchen vertraut war, größtenteils verloren hat. Er hat sich in der Ferne eine bessere Existenz geschaffen.

Wie im Morgenlande die Knechte zur Stunde des Abendmahls noch einmal einluden, so ging früher im Probsteierland ein Knecht zur Feststunde mit einer Peitsche durchs Dorf, knallte vor jedem Hause und rief: »Na'n Danz kam'n!«

Von der größten Wichtigkeit war die Pfingstgilde, auch die Tanzpfingsten genannt. Sie begann früher schon am Mittwoch nach dem kirchlichen Pfingstfest und dauerte bis Sonnabend. Hauptfesttag war aber der Pfingstfreitag. Was von ihm nachgeblieben, ist nur ein Schatten einstiger Herrlichkeit. Andere Zeiten, andere Menschen! Nur einige Dörfer haben sich den Umtanz noch erhalten. Ein Ältermann führte den Zug von Haus zu Haus. Sollte es weitergehen, so schlug er mit einem Stock auf den Tisch und sprach: „Na, wi wöllt düssen Buurn ook nich ganz verteern, laat uns 'n Huus wieder gaan !“ Alsbald spielte die Musik den Nationaltanz, und der Zug ging weiter. Die Feier im Gildehaus bildete den Schluß des Festes.

Sittlichkeit bedeutet Stärke ! Ein sittliches Volk ist auch ein starkes Volk. Die alten Völker, namentlich Griechen und Römer, sind an der Fäule der Unsittlichkeit zugrunde gegangen. Möge der deutsche Volkskörper immerdar die Kraft in sich tragen, Ungesundes und Krankhaftes abzustoßen und durch heilsame Krisen stets wieder zu gesunden.