Stiftung Stoye/Band 49/142

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Stiftung Stoye/Band 49
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Häuserbuch der Stadt Teltow

schon im 17. Jahrhundert, die Badstube eventuell seit noch früherer Zeit. Laut Jeckels Chronik überstand die Badstube den großen Stadtbrand von 1711 unbeschadet. Rechnungen der Kämmerei belegen, dass die Badstube vermietet war, der Mietzins schwankte in den Jahren um 1720 von 8 bis 16 Reichstaler. 20 Jahre später sanken die Mieteinnahmen auf jährlich zwei Reichstaler, die Badstube war inzwischen erheblich baufällig geworden, weil der Magistrat an den Reparaturarbeiten sparte. Im Kataster der Feuersozietät taucht die Badstube nach 1749 nicht mehr auf.812 Auch ihre Funktion scheint die Badstube mit der Zeit eingebüßt zu haben, denn 1756 wurde sie auch als Fischerkate bezeichnet.813 Das Grundstück blieb städtisch, denn im 19. Jahrhundert stand darauf das sogenannte Armenhaus, welches um das Jahr 1907 abgerissen wurde, um den Platz für die Erweiterung der Industriebahn frei zu machen. Das Fischerhaus, das aus der Zeit des Großen Kurfürsten stammen soll814, wurde laut Kämmereivermerk im Jahr 1764 für 105 Reichstaler verkauft.815 Zum Besitz der Kämmerei gehörte auch ein dicht am Machnower Tor befindliches kleines Grundstück, auf dem das Hirtenhaus stand (Ersterwähnung 1609). Es war ein langer eingeschossiger Fachwerkbau, der gleichzeitig die Wohnung des Hirten und den großen Schafstall enthielt. Haus und Grundstück wurden im Jahr 1757 aus dem Eigentum der Kämmerei entlassen und an die Ackergilde überschrieben.

Marktplatz 3816 und (Neue Straße 1) Markt 96/Am Markt 3/August Förster-Platz 3 Teilgrundstück (Bd. III, Bl. 96) Markt 96/Am Markt 3/August Förster-Platz 3 Ackerbürgergut, Ordonnanzhaus von 1727 bis 1801, Gasthaus »Schwarzer Adler«817 von 1780 bis etwa 1860, danach Wohnhaus – ein Garten hinter dem Haus – Scheunenstelle vor dem Berliner Tor – 2 Hufen vor der Stadt – neue Wiese im Busch – Braugerechtigkeit – Praestationen818

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BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 4124/3 »Feuer Societäts-Catastrum der Stadt Teltow … 1749«: Unter II: Nr. 76 »Die Aedifica publica, die Cämmerey, das Fischerhaus, Taxa specialis 100 Reichsthaler«. BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 319/6 »Feuervisitationsprotokolle der Stadt Teltow 1754–1761, 1763–1766«. Richter (wie Anm. 23), S. 13. BLHA, Rep. 19 Steuerrat Potsdam, Nr. 3479 »Kämmereirechnungen«. Ursprünglich bestand der Komplex Marktplatz 3 aus zwei Ackerbürger-Grundstücken: BLHA, AG Potsdam, GA Teltow, Bd. III, Bl. 96 fol. 6/10, alte Hyp. Nr. 90 fol. 179/180 und Bd. III, Bl. 97 fol. 11/15, alte Hyp. Nr. 91 fol. 181/182. Nachlass Bratring Nr. 21 (wie Anm. 84), S. 247: Der Name »Schwarzer Adler« wurde bereits um 1784 verwendet. Domkirche Berlin: 18 Schf Roggen, 12 Schf Gerste; Gebrüder von Willmersdorff: 8 Schf Roggen, 8 Schf Hafer; Domänen-Amt Spandau: Hufenzins und 6 Schf Roggen, 8 Schf Hafer; Naturalfruchtzehnt an die Pfarre.

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