Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/2/086

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Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte
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Spätjahr 1210. Am Abend des Apostels Thomas, also den 20. Decbr., verlas man zum ersten Mal die Regel. Mit der Verlegung war vermuthlich ein Umtausch nicht blos der Zehnten, sondern auch des Grundbesitzes verbunden, oder eines Theils desselben, worüber in einem folgenden Capitel mehr. Wir wollen hier nur vorläufig bemerken, daß das Kloster nicht nur in seiner nächsten Umgebung Besitzthümer erwarb, sondern auch in entfernteren Gegenden. Namentlich hat es auch im Kirchspiel Oeversee zwischen Schleswig und Flensburg Besitzungen gehabt, und daraus ist denn die Sage entstanden, als sei auch dort ein Kloster gewesen. Dankwerth[1] sagt bei Oeversee: „Der Pastor an dieser Kirchen hat berichtet, daß zu Augarde vor Jahren ein Kloster gestanden und habe in demselben ein Abt mit seinen Brüdern gewohnet; Andere aber melden, das Kloster sei gelegen gewesen bei Sancklamsee, und sollen die Münche zu Munchwolstrup gewohnet haben. Ob nun diese Güter etwa zu Ruh-Kloster, sonsten auch Monckerbrarup-Kloster genandt, vor alters gehörig gewesen, oder für sich eine Abtey gemachet, davon habe ich keinen gründtlichen Bericht erlangen können.“ Es ist allerdings so, daß diese Güter zu Rüde-Kloster gehört haben, und namentlich was Augaard betrifft, so haben wir einen Pergamentbrief in Händen gehabt des Inhalts, daß das Kloster 1499 an Burchard Krummendiek Augaard und zwei Güter zu Juhlschau zu Pfande setze. Zu Augaard wohnte der klösterliche Vogt, und dahin mögen denn die Klosterherren wohl öfter gekommen sein, und sich daselbst auf Gasterei aufgehalten haben. Eine Station hatten sie auch nördlich von Flensburg zu Krookriis, wo an der Heerstraße eine Klause oder Capelle war, da wo jetzt das Gehöfte Klues liegt. Hieher wurden Opfergaben für krankes Vieh gebracht. Bis zu den Friesen hin suchten die Mönche Stationen zu erlangen; bei Langenhorn hatten sie das von ihnen benannte Mönkebüll. In der Folge kamen die Klostergüter unter verschiedene Herrschaft. Einige Documente vom Kloster sind im Flensburger Amts-Archiv. Was wir beiläufig von den Mönchen erfahren, das ist nicht das Rühmlichste. Arnfast, der 1259 den König Christoph vergiftet haben soll, und vom Erzbischof Jacob Erlandsen zum Bischof in Aarhuus ernannt ward, aber nicht die Bestätigung erhielt, war vorhin Abt dieses Klosters, hatte sich auch,


  1. Dankwerth's Landesbeschr. S. 107.