Kurze Chronik der Familie Kypke/042

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Kurze Chronik der Familie Kypke
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des Paares ausgebracht wurden, sei hier der poetische Glückwunsch des damaligen Superintendenten Lenz-Wangerin [1] mitgeteilt, welcher also lautet:

                  Liebes goldnes Jubelpaar,
                  Seltnes Ehe-Exemplar !
                  Heute sind es 50 Jahr,
                  Als die grüne Hochzeit war,
                  Am fünfundzwanzigsten Februar.
                  Solch ein Ehestand ist rar,
                  Und es ist doch wunderbar,
                  Daß, ob auch ergraut das Haar,
                  Euer Geist noch frisch und klar
                  Und verjüngt heut, wie ein Aar ! -
                  Drum an Euerm Hausaltar
                  Sammelt sich der Kinder Schar
                  Und auch Enkelchen sogar ! -
                  Auch das alte Lenzespaar
                  Bringt euch seine Wünsche dar,
                  Wünscht, daß wohl noch manches Jahr
                  Euch der treue Gott bewahr‘
                  Vor Not, Sorg‘, Angst und Gefahr
                  Und auch vor dem grauen Staar,
                  Bis Euch von der Totenbahr
                  Heimwärts führt der Engel Schar.
                  Ja, das alles werde wahr.
                  Hoch das goldne Jubelpaar ! -

      Doch, wie bald brach auf den Lebensabend die Nacht herein. Frau Pastor Kypke entschlief bereits am 19. März 1884, und ihr um 15 Jahre älterer Mann folgte ihr, kaum 4 Wochen später, am 13. April ej. a. - Sein und seiner Gattin Bilder - ein Geschenk ihrer jüngsten Tochter Anna - werden hier beigegeben.

      Frau Pastor Kypke geb. Dörry hat vor ihrem Ende, auf den Wunsch der Kinder, aus ihrer Eltern und ihrem eigenen Leben noch ein Weniges aufgeschrieben, was wir hier gern mitteilen. Sie war eine überaus liebenswürdige, heiter angelegte, sanfte, fromme und fleißige Frau, die mit inniger Liebe an ihrer Familie hing und unermüdlich für ihren Mann und die große Schar ihrer Kinder und ihrer Pensionäre sorgte. Von ihren Eltern, für deren Liebe sie besonders dankbar war, schreibt sie:

      „Mein lieber Vater: Johann Philipp Gottfried Dörry [2]


  1. Die Selbstbiographie dieses gemüt- und poesievollen Mannes ist unter dem Titel: „Ein Frühlingsleben“ und ein Band seiner Gedichte, „Lenzesblüten“ betitelt, vor kurzem erschienen.
  2. Ein Mitglied der Familie Dörry wanderte vor einigen hundert Jahren nach Irland und kam dort zu hohen Ehren, ward zum englischen Lord erhoben und erhielt den Namen Londonderry. Ein ganzer Landstrich in Irland und eine Stadt tragen noch heute seinen Namen. Ein Nachkomme von ihm siedelte nach Holland über und erwarb dort große Reichtümer. Da er aber ohne männlichen Erben starb, so wurden auch die Verwandten in Deutschland aufgefordert, ihre Erbansprüche zu erheben. Da jedoch der Vetter in Holland, wie der in Irland sich Derry geschrieben, während die Linie Deutschland das ursprüngliche Doerry beibehalten, so verfiel die große Erbschaft (11 Tonnen Goldes) der holländischen Regierung.
          Vor kurzem ist der Marquis v. Londonderry zum General-Postmeister von Großbritannien ernannt worden.