Instructionsbuch für den Infanteristen (1872)/133

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Instructionsbuch für den Infanteristen (1872)
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      Der Kavallerie-Korbsäbel(2.) ist erst nach dem Feldzuge 1848 gegen Dänemark eingeführt worden. bis dahin hatte die ganze Preußische Cavallerie keine Handkörbe am Säbelgriff, sondern waren diese nach englischem Muster nur mit einen Bügel versehen, wie ihn noch jetzt die reitenden Mannschaften der Artillerie führen. Der Korbsäbel hat sich für das Gefecht sehr nützlich erwiesen, weil in dem damaligen Kriege gegen Dänemark viele Husaren und Dragoner beim Einzelgefecht an der Hand verwundet worden waren.

      Der Cavallerie-Säbel(3.) hat einen Ausschliff an der Klinge, so daß Rücken und Schneide stärker sind als die Mitte, wodurch auch für den Säbel eine sogenannte Blut-Rinne gebildet wird. An den Säbeln der Artillerie-Offiziete befinden sich auf der Messingplatte des Bügels, welche über die Scheide übergreift, zwei kreuzweis stehende Kanonen.

      Die Seitengewehre für die Fußtruppen sine ebenfalls nach der Waffengattung verschieden geformt. Das größte darunter ist dasjenige der Fuß-Artillerie (1.) und bedeutend länger als das des Infanteristen. Dann folgt in der Größe der alte Preußische Infanterie-Säbel (2.) in derselben Form, wie ihn die Armee schon zur Zeit Friedrichs des Großen und bis 1841 die Garde-Infanterie getragen hat.

Datei:Seitengewehre II

Gegenwärtig sieht man diese Form, welche sich besonders durch das sogenannte Stichblatt und die etwas gekrümmte Klinge von der gegenwärtigen unterscheidet, nur noch bei den Invaliden und bei einzelnen Landwehr-Bataillonen, welche noch nicht mit dem seit 1841 eingeführten Seitengewehr bewaffnet sind. Dasselbe gilt von dem alten Linien-Infanterie-Säbel(3.) mit Bügel am Handgriff. Von diesem sind so bedeutenden Vorräthe vorhanden, daß sie bei einigen neu formirten Regimentern noch in Gebrauch sind. Sie sind erst 1808 und zwar nach französischem Muster eingeführt worden und wurden von 1841 an nach und nach mit dem gegenwärtig üblichen, ohne Bügel am Handgriff, vertauscht. Nr. 4 ist nun das jetzige Infanterie-Seitengewehr und Nr. 5. das Infanterie-Faschinenmesser.

      Die Jäger und Schützen haben zum Seitengewehr den Hirschfänger (6.), die Füsiliere das Füsilier-Seitengewehr oder Haubajonnet (7.) und die Pioniere das am Rücken der Klinge mit einer Säge versehene Faschinenmesser(8.).