Heuerling

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Inhaltsverzeichnis

Amtssprache

  • Heuer, Hewer, huore (mhd.), huur (nl.), Heuerling, Hewerling, Hŷrling, Heürling, Hürling


1. Statusbeschreibung, 2. Berufsbezeichnung


1.Unterscheidung nach Status 18. Jhdt.
Der Heuerling, eine Mietsperson, welche etwas gegen Zahlung einer Heuer nutzt, ein Mieter, als Grundpächter auch Conductor
2.Unterscheidung nach Beruf 18. Jhdt.
Der Heuerling, ein Mietmann, der sich gegen Lohn zu einer Sache verdingen ("anheuern") läßt, ein Mietling [1]
3.Berufsschwerpunkte in Stadt und Land
  • Ein Heuerling oder Tagelöhner in den Städten ist ein Handlanger, Handreicher, sowohl bei den Handwerkern, wie z. B. den Maurern, als auch bei andern Geschäften, im Handel oder Fuhrwesen, wo sie Handarbeiten verrichten.
  • Ein Heuerling oder Tagelöhner auf dem Land ist ein Handarbeiter, der kein Handwerk betreibt oder kein eigentliches bürgerliches Gewerbe, sondern bloß diejenigen Dienste leistet, die auf dem Felde oder Acker verrichtet werden, und wozu er angewiesen wird

Beispiel: Freier Pächter

  • Haus Ostendorf: Anno 1706 den 12.July, Hatt Johan Wiedenbrügge das Hauß aufem Dorf, vorg. Oistern 1707 anfänglich, ad acht Jahr lang, mitten Garten, für 16 Rt jährlicher Hewer, jedan noch vorbehaltlich accysen, Landphächte und sonsten, aufs new conducirt, angenohmen undt folgender gestalt accordirt (...) [2]

Beispiel: Eigenhöriger Heuerling

  • Haus Ostendorf: Brüggemans Kotte 1748 den 19ten 7bris, hatt die Elisabeth Münnich, eine arme Dienstmagdt, von denen Elteren Johan Herman Münnich und Anne Marie, eine Tochter vom äigenhörigen Brüggemans Kotten Taglöhneren und Hewerlingen gebohren, umb von Leibäigenschaft freygelaßen zu werden gebetten, welcher die Freylaßung zugesagt für 7 Rt.
    • Quelle: Vereinigten Westfälischen Adelsarchive e. V, Ostendorf (Lem.O), Findbuch, Lagerbuch S. 5

Literatur

Fußnoten

  1. Quelle: Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch(Leipzig 1793-1801).
  2. Quelle: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, Haus Ostendorf Akten, Lagerbuch 1629-1748, Abt, I. Folium 148 a
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