Geschichte der kleinen deutschen Höfe 1/113

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
GenWiki - Digitale Bibliothek
Geschichte der kleinen deutschen Höfe 1
Teil 2 | Teil 3 | Teil 4
<<<Vorherige Seite
[112]
Nächste Seite>>>
[114]
Geschichte der kleinen deutschen Hoefe 1.djvu
Hilfe zur Nutzung von DjVu-Dateien
Texterfassung: unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen und kann somit Fehler enthalten.



Figur macht[1]. Neben Gebhard von Moltke fungirten als Geheime Räthe Gregor von Bevernest und Volrath von der Lühe auf Schulenberg. Volrath von der Lühe war ein alter schwacher Wittwer, den ein großes Hauswesen und die Last vieler unerzogener Kinder drückte. Er suchte den Antrag abzulehnen; da aber Wallenstein ernstlich auf ihn eindrang, mit der Erklärung: „er werde so viel Leute bestellen, daß keiner über Vermögen solle belästiget werden“ und Volrath von der Lühe sah, daß „Abschlag, Entschuldigung oder Bitten nicht helfen würden“, so nahm er, nachdem er mit vielen hochgestellten geistlichen und weltlichen Standes die Lage des Vaterlandes in Rath gestellt hatte, die Bestellung zur Beaufsichtigung und Leitun des Gerichtswesens an, da er mit vielen anderen ehrliebenden Patrioten der Hoffnung lebte, durch ihr Aufopferung „viel Böses verhindern zu können“[2]. Dieses loyale Benehmen des alten Herrn kam nachher, als die Herzoge zurückkehrten, sehr der Familie zu Gunsten, es rettete auch den Kammerpräsidenten Hans Heinrich von der Lühe.

Zuge von der aller Orten von Wallenstein in Ausübung gebrachten ganz eigenthümlichen Grausamkeit kommen auch bei seinem kurzen Regiment in Mecklenburg vor. So ließ er einmal, als die Frösche sangen, ohne weiteres, um ihnen das Handwerk zweckdienlich zu


  1. Siehe von dieser Familie unten im Excurs über den mecklenburgischen Adel beim Erbvergleich von 1755.
  2. Lisch a. a. O.