Geschichte der Gemeinden Freistett und Neufreistett/103

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Geschichte der Gemeinden Freistett und Neufreistett
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Horn in das Elsaß ein. Voraus eilte ihm Rheingraf Otto Ludwig, sein kühner Reiterführer, und Pfalzgraf Christian von Birkenfeld. Als im oberen Elsaß von den Sundgauer Bauern eine schwedische Garnison überfallen und niedergemacht wurde, richteten auch die Schweden ein großes Blutbad an. Der fromme Sinn des königlichen Führers war von dem schwedischen Heere gewichen. Am 16. August desselben Jahres wurde das österreichische (lothringische) Heer von dem Rheingrafen bei Pfaffenhofen in die Flucht geworfen. Nach allen Seiten hin ließ er seine Reiterscharen ausschweifen. Da waren es wiederum die Bewohner von Gries, Weiersheim zum hohen Turm, Gamsheim, Bischweiler, Kilstätt, welche ihre alten, vor zehn Jahren so treu bewährten Zufluchtsstätten in unserem Dorfe aufsuchten. Wieder ließen sie dahier ihre Kindlein taufen, darunter auch ein solches, dessen Vater bei Hagenau niedergeschossen worden war. Beerdigt wurde unter anderen dahier „der alte Amtmann“ von Bischweiler. Aus der großen Zahl waren etliche auch in unserem wieder aufgebauten Kirchlein untergebracht worden, erhielten daselbst Obdach, Pflege und den letzten Segen.

So oft du darum dieses seltsame Gebäu anschaust, so gedenke auch des doppelten Gottesdienstes, dessen du dich befleißigen sollst. Von dem einen steht geschrieben Psalm 27,4: „Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne, daß ich im Hause des Herrn bleiben möge mein Lebenlang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn, und seinen Tempel zu besuchen.“

Von dem anderen aber Matthäus 25,31-40: „Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan“, und Jakobus 1,27: „Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt behalten.“