Eupen und Umgegend (1879)/172

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Eupen und Umgegend (1879)
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       Noch vor wenigen Jahren befand sich zu Krapoel, oberhalb der Eingangsthür zum Schlosse ein Stein mit der Inschrift: „1692 Terrae motu dirutum readificarunt 1698“. (1692 durch ein Erdbeben zerstört, 1698 wieder aufgerichtet.)

       Diesen Schilderungen nach sollte man fast glauben, daß das Erdbeben von 1692 Krapoel gänzlich zu Boden geschmettert habe. Da indessen kein einziges lokalgeschichtliches Werk eine so nennenswerthe Thatsache registrirt hat, da ferner 1692 das Schloß Krapoel mindestens 300 Jahre zählte, so wird man gut thun, unter dem plane deperditum (der gänzlichen Zerstörung) einige starke Beschädigungen an altersschwachen baufälligen Theilen des Schlosses zu verstehen. Es wird sich 1692 mit Krapoel verhalten haben wie 1756 mit den Schlössern zu Nideggen, Frenz, Rötgen und Gürzenich, die sämmtlich durch die häufigen Erderschütterungen mehr oder minder starke Risse bekamen, ohne deshalb unbenutzbar zu werden.

       Bis gegen die Hälfte des vorigen Jahrhunderts erfreuten sich die Familien von Trips ihres schönen Besitzthums zu Krapoel, doch nur wenig findet sich von der Wirksamkeit dieser Besitzer oder der damaligen Geschicke des Schlosses verzeichnet. Höchstens ist anzuführen, daß Margaretha von Lamboy, geborne von Trips am 28. November 1708 eine Seelenmesse in der Kapelle zu Krapoel stiftete und daß 1732 der Freiherr von Trips Seitens der Gemeinde Walhorn um Anstellung eines guten Schullehrers ersucht wurde. Die Gemeinde berief sich hierbei auf die Stiftung der Schule durch Arnold Schuyl den Älteren. Durch Testament vom 18. Juli 1747 vermachte Maria Franziska Margaretha Freiin von Trips und Stiftsdame in dem adeligen Kloster Sinnich ihr Schloß Krapoel nebst Zubehör dem Grafen Adam Alexander von Schellard zu Heistern und dessen Gemahlin Alexandrine Johanna Baptista von Renesse, ihrer Tante. Sie besaß das Schloß Krapoel, Kreutz, Krompelberg und Geistbergweide zu Merols.

       Unmittelbar vor Ausbruch der so verhängnißvollen französischen Revolution verkaufte der Graf von Schellard das Schloß nebst sieben dazu gehörigen Pachthöfen am 20. Oktober 1789 für die Summe