Eupen und Umgegend (1879)/160

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
Zur Navigation springen Zur Suche springen
GenWiki - Digitale Bibliothek
Eupen und Umgegend (1879)
<<<Vorherige Seite
[159]
Nächste Seite>>>
[161]
Eupen-und-umgegend-1879.djvu
Hilfe zur Nutzung von DjVu-Dateien
Texterfassung: korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Bevor dieser Text als fertig markiert werden kann, ist jedoch noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.


Herr Steup und in die neu errichtete Lehrerstelle für Mathematik, Mechanik, Modelliren, Maschinen- und Baukonstruktionslehre der Lehrer der Gewerbeschule und Stadtbaukondukteur Herr Schubert aus Neisse ein.

       Ostern 1853 übernahm der katholische Geistliche Herr Dr. Stiefelhagen aus Marialinden das Rektorat der höheren Stadt- und Gewerbeschule. Die Schule war in dieser Zeit in einer der Gymnasialbildung entsprechenden Weise wirksam, was jedoch unter der Bürgerschaft einen entschiedenen Widerspruch fand, da die Eltern größtentheils gegen die Theilnahme ihrer Söhne an dem griechischen und lateinischen Unterricht eiferten, und dagegen die neueren Sprachen eingeführt zu sehen wünschten, um der Nothwendigkeit überhoben zu werden, ihre, meist der Industrie und den kaufmännischen Geschäften bestimmten Söhne auswärtigen Instituten in dem nahe gelegenen Belgien übergeben zu müssen. Die Stadt brachte die Ansprüche, welche in der industriellen Richtung der Bürgerschaft begründet waren im Laufe der Zeit immer mehr zur Geltung. Es wurden in der Anstalt neben den Gymnasialzwecken auch Realzwecke verfolgt: mit der Physik wurde schon in Quarta begonnen; weiterhin wurde auch Handelswissenschaft gelehrt; das Englische wurde bereits in die Quarta aufgenommen; als dritte Abtheilung der Anstalt wurde eine Gewerbeschule in zwei Abtheilungen angefügt. Da zur Befriedigung aller dieser Bedürfnisse meist nur fünf Hauptlehrkräfte wirkten, so ist es nicht zu verwundern, wenn bei der Zersplitterung der Kräfte und bei der sehr mäßigen Zahl an Stunden, welche den einzelnen Lehrgegenständen gewidmet wurden, die Nothwendigkeit einer Reform der Schule allseitig erkannt wurde.

       Beim Erscheinen der für das Realschulwesen maßgebenden Verordnung vom 6. Oktober 1859 glaubte man die Verbesserung der Anstalt darin finden zu sollen, daß man sie der Gymnasialrichtung entzog und den Charakter der „höheren Bürgerschule“ auszubilden suchte. Unterm 10. April 1860 beschloß demgemäß der Stadtrath die Umwandlung der „höheren Stadtschule“ in eine „höhere Bürgerschule“ herbeizuführen, in dem Lehrplane des Schuljahres 1860/61