Eupen und Umgegend (1879)/019

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Eupen und Umgegend (1879)
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den „edlen Herren Heinrich Nürat und Heldrirus von Eynatten“ eine Kollecte bewilligte. Dieselbe sollte unter den Einwohnern der Pfarre Baelen zu Stockem, Eupen und Nürat (Neuret) zur Aufbesserung der Einkünfte der Kapelle abgehalten werden. (Vergl. Pfarrkirche St. Nikolaus.)

       Eine Erhebung des Ortes zu einer Stadt scheint thatsächlich niemals stattgefunden zu haben. Die Verhältnisse haben sich durch die wachsende Industrie dergestalt verwischt, daß der Uebergang ohne weiteres Zuthun eingetreten und dieser in Folge der französischen Besitzergreifung eine gewisse Bestätigung erhielt. Der Präfekt Desmousseaux bezeichnet Eupen in seinem „tableau statistique du departement de l'Ourthe“, p. 24 zuerst als Stadt.

       Seit dem dreizehnten Jahrhundert erscheinen urkundlich „Herren von Eupen und Stockem“ bei deren Hause die Marschallstelle des Herzogthums Limburg erblich war.

       Nach Meyer's Chronik von Aachen fand im Jahre 1316 eine Grenzberichtigung zwischen der Reichsstadt Aachen und dem limburger Lande statt, zu welcher auch Unterthanen von Eupen und Walhorn zugezogen wurden. (In Betreff der Einwanderung von Flamändern um diese Zeit, vergl. Industrie.)

       Die ältesten bekannten Herren von Eupen waren Carsillis und Johann (von 1391 bis 1430.) Ihr Sitz scheint das alte Schloß zu Stockem gewesen zu sein, ein altes Besitzthum der ritterbürtigen Familie von Catz in Stockem. Die Herren der Herrlichkeit Eupen und Stockem hatten das Gericht zu Eupen zu ernennen. Dasselbe bestand aus Meyer, Schöffen und Sekretär. Auch die Jagd und die Fischerei in den Bächen der Herrlichkeit besaßen dieselben.

       Im Jahre 1426 wird Johann in einem Vergleich genannt, welcher in Folge einer Fehde zwischen dem Ritter Adolph von Palant Herrn zu Reuland im Kreise Malmedy und der Stadt Aachen zu Siersdorf abgeschlossen wurde. Der Marschall Carsillis scheint ein hohes Alter erreicht und Johann vor ihm gestorben zu sein, denn noch 1450 wird er als Verkäufer seines Gutes Krapoel an Diederich von Palant (s. Krapoel) genannt. Er starb 1451.