Dringenberg

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Dringenberg: historisch – familienkundliche Entwicklung im lokalen und regionalen Zusammenhang, Land und Leute, Siedlung, Sprache, Kirche, Bibliografie, Archive, Quellen, Hinweise...

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Dringenberg mit Kühlsen u. Stift Neuenheerse
Le Coq, Topographische Karte -Westfalen (1805)

Inhaltsverzeichnis

Früherwähnng

Name

„Dringin" 1066 „Tringen" (1292), „Dryngen" (1316), „Dringenberch" (1323).

Freigrafschaft

1292 kaufen der Paderborner Bischof Otto und das Paderborner Domkapitel die Freigrafschaft über die „villa Tringen" von den Gebrüdern von Everstein.

Landschaftslage

Dringenberg liegt im Oberwälder Land 275 m hoch auf einem zum Osebach 60 m steil abfallenden schmalen Muschelkalkrücken inmitten einer rings von waldigen Höhen umgebenen Ackerbaumulde nahe dem 0strand des Eggegebirges.

Ursprung der Ortschaft

Dorf Dringen, bis zum 14. Jhdt. 1-2 km nördlich der heutigen Stadt; die Bewohner siedelten nach Gründung der Stadt in diese über. Bischof Bernhard (zur Lippe) von Paderborn errichtete auf dem Berge eine Burg und gründete vor ihr die Stadt (Anfang 14. Jh.).

Stadtgründung

1323 erteilte Bischof Bernhard von Paderborn der von ihm gegründeten und erbauten Stadt (oppidum) städtische Rechte, und zwar die der nahen Stadt Borgentreich, die 1330 erneuert wurden. Dringenberg war landtagsfähige Stadt des Fürstbistums Paderborn, führte aber die revidierte Städteordnung von 1831 nicht ein, sondern wurde nach der Landgemeindeordnung verwaltet.

Stadt als Siedlung

Bauliche Entwicklung

In Anpassung an das etwa 450 m lange, 200 m breite Bergplateau mit ovalem Grundriß, einer gekrümmten Hauptstraße und rippen- bzw. gitterförmigem Straßennetz erbaut und nie von der ursprünglichen Höhenlage herab erweitert. Durch teilweise 1954 noch erhaltene Stadtmauern befestigt; 2 Tore: die Obere Pforte im Norden, die Niedere Pforte oder Hagetor im Westen, später kam die sogenannte „Lateinische Pforte" an der Straße nach Gehrden (im Südosten) hinzu. Fürstbischöfliche Burg im Nordwesten der Stadt, 1954 ziemlich erhalten. Angelegt im 14. Jhdt., erneuert 1488 ff., 1651 ff. und um 1720: Torhaus, Süd- und Westflügel. Davor, durch breiten Wehrgraben mit Steinbrücke getrennt, die „Freiheit" mit dem 1682 errichteten Vorwerk (1954 Pfarrhaus); die Freiheit früher durch Mauer von der Stadt getrennt.

Gebäude

Rathaus noch 1590 erwähnt. Bürgerhaus Becker (16. Jhdt.). Marienpfarrkirche (rk.) um 1320 bis zum 16. Jhdt. erbaut mit verzerrter Raumgestaltung. Liboriuskapelle auf dem Schonlau, 1751 umgebaut.

Bevölkerung

Ältere Einwohnerzahlen

1648 nur noch 25 Bürger in Dringenberg, 1649: 70 Bürger. 1759: 510 Einwohner.

Bevölkerungsverzeichnisse

  • Kirchenbücher: (kath.) seit 1651.

Staats- und Personenstandsarchiv Detmold

  • 1808-1814 (Zivil) Geburten, Aufgebote, Heiraten, Tote
  • 1815-1831, 1842-1874 (rk.) Geburten, Heiraten, Tote
  • 1809-1814 (Juden, Zivil) Geburten, Aufgebote, Heiraten, Tote
  • 1813-1822 (Juden, Pfarrbezirk) Geburten, Heiraten, Tote
  • 1849-1871 (Juden, Gerichtsbezirk) Geburten, Heiraten, Tote

Die Zivilstandsregister und Kirchenbuchduplikate aus dem Personenstandsarchiv in Detmold liegen inzwischen auch in der Edition Detmold als Digitalisate vor. Bezugsquelle: Geneashop Edition Detmold Vol. 97 Dringenberg und Gehrden

Berühmte Personen

Ludwig Dringenberg, Gründer der Humanistenschule in Schlettstadt, + 1490.

Jüngere Einwohnerzahlen

1802: 734 Einwohner (E.), 1818: 678 E., 1831: 754 E., 1843: 877 E., 1858: 956 E., 1865: 987 E., 1871: 819 E., 1885: 843 E., 1895: 861 E., 1905: 892 E., 1925: 900 E., 1933: 919 E., 1939: 860 E., 1946: 1.376 E., 1950: 1.265 Einwohner.

Sprache

Die niederdeutsche Mundart als Umgangssprache von Dringenberg, das 1954 noch durchaus bäuerlich geblieben war, liegt im Raum des Westfälischen des Bereichs Arnsberg- Paderborn- Halle (Kennzeichen : juk 'euch', ein `[ich] bin', buggen 'bauen', mei `mir' und 'mich', mägget `[sie] mähen').

Wirtschaft

Handel u. Gewerbe

Markt 1330, später 3 Jahrmärkte. Im Mittelalter einiger Handel und Gewerbe, im 18. Jhdt. verschiedene Mühlen, jedoch vorwiegend Ackerbürgerstadt. Glashüttenindustrie nahe Dringenberg seit 1683.

Verkehr

Dringenberg liegt 1954 ungünstig abseits des Verkehrs, nur Straße nach Bad Driburg und Warburg. Eisenbahnen sind 7 km entfernt: Herste an der Strecke Altenbeken-Braunschweig (1864) und Neuenheerse an der Strecke Altenbeken-Warburg (1835).

Umgebungsbedeutung

Dringenberg liegt im Einflußbereich von Bad Driburg, Paderborn und Warburg.

Verwaltung

Rat

2 Bürgermeister und Rat (proconsules et consules 1323, 1563, 1649 usw.), daneben die ganze „Gemeinheit" (15. Jhdt.); 1650 werden auch 11 Schöffen (scabini) genannt. Alte und neue Räte nebeneinander 1560, 1659.

Gericht

Der Stadtrat besaß ursprünglich die niedere Gerichtsbarkeit. 1452 waren bischöfliche und städtische Richter schon in derselben Person vereinigt, später trat das Amt des Stadtrichters völlig hinter dem landesherrlichen Obergericht Dringenberg zurück.

Bürgerechtsquelle-Bürgerbuch

  • Dringenberg, 1959 Kreis Warburg (1323), Stadtprotokolle 1651-1661, 1696-1719. 1764-1769, 1776-1780, 1780-1789, 1790-1793, 1801-1804, 1807-1808; Stadtrechnungen 1590-1810 (vgl. Inventare der nichtstaatl. Archive, Kreis Warburg. Münster 1929, S. 4).Laut Mitteilung der Gemeindeverwaltung Dringenberg 1959 enthalten Ratsprotokolle und Stadtrechnungen zwar manche Bürgernamen, aber keine Angaben über Bürgeraufnahmen bzw. Bürgergeldzahlungen.

Einordnung im Fürstbistum Paderborn 1779

Landesherrschaft

Landesherren

1316 Verkauf der (Frei-)Grafschaft Dringen durch die Herren von Everstein an den Paderborner Propst Bernhard von Lippe (später Bischof von Paderborn), der sie 1318 der Paderborner Kirche schenkte. Seitdem gehörte Dringenberg zum Fürstbistum Paderborn; 1389 war es an den Ritter Friedrich von Padberg, im 15. Jhdt. an einen Herrn von Lippe verpfändet. Seit die Burg Dringenberg vom 15. bis Anfang 17. Jhdt. zeitweilig Residenz der Paderborner Fürstbischöfe war, war Dringenberg Hauptort des Oberamtes Dringenberg im oberwaldischen Distrikt und Sitz eines Landdrosten (seit Anfang 17. Jhdt.) sowie eines landesherrlichen Obergerichtes. 1802 kam

Zeitzeichen1895

Kriegerische Ereignisse

Im 30jährigen Krieg 1631, 1634 und 1645 durch Hessen geschädigt, 1632, 1646 und 1648 durch Schweden besetzt und 1638-39 durch Kaiserliche ausgeplündert. 1759-61 litt Dringenberg durch hannoverische und französische Einquartierung.

Reichstage

In fürstbischöflicher Zeit Oberamtssitz. Freigericht bis 1763. Ein preußisches Justizamt bestand vorübergehend im 19. Jhdt.

Kriegswesen

Schützengilden

Eine Schützenfraternität seit dem 17. Jh. nachweisbar.

Siegel, Wappen, Fahne

Beschreibung:

Wappen: In Gold eine rote Burg mit breit bedachtem Hauptturm und 2 gezinnten Seitentürmen, im Torbogen wachsend ein Bischof über silbernem Schild mit roter Rose (Die Bischofsfigur stellt den Gründer, Bernhard zur Lippe, dar). Wappen im 18. Jh. dann entsprechend in Silber ein schwarzes durchgehendes Kreuz. Die Neufestsetzung, genehmigt 1908, griff auf das Bild des alten Hauptsiegels zurück.

Siegel Das Siegel von 1335. zeigt das gleiche Bild. Sekretsiegel zeigt Kreuz auf Dreiberg (1613).

Stadtgebiet

Stadtgebiet 1885: 2300 ha, 1895: 2271 ha, 1951: 2273 ha.

  • 1975 kommunale Neuordnung: Eingliederung der Stadt Dringenberg und der Gemeinden Kühlsen und Neuenheerse in die Stadt Bad Driburg.

Kirchenwesen

Bistümer seit Mittelalter

Dem Pfarrer von Dringenberg erteilte Bischof Bernhard von Paderborn die Sendgerichtsbarkeit 1330. Als Gründer der Kirche übte der Bischof auch die Patronats- und Archidiakonatsrechte aus. 1954 Dekanat Gehrden. Patrone der Kirche waren Maria (noch 1954), Johannes Ev. und die 11.000 Jungfrauen.

Pfarrbezirk (rk..)

  • Der Pfarrbezirk von Mariä Geburt zu Dringenberg (rk,) umfaßt 1961 den Pfarrsitz, Rothehaus und Siebenstern.

Bekenntnisse

Die Bevölkerung ist seit 17. Jhdt. fast völlig kath. 1871: 46, 1925: 108 Ev. ; 1946: 80 % kath.

Juden

Juden 1840: 27, 1871: 27, 1885: 9, 1895: 11, 1905: 5, 1930: 8 Angehörige.

Bildungswesen

Schulen

1954: Schule schon 1427 genannt, ein "Schuldiener" 1649. Seit 19. Jhdt. nur Volksschule.

Wohlfahrtspflege

  • Apotheke: Apotheke von temporärem Bestand (1750)

Archiv

Artikel-Quellen

  • Deutsches Städtebuch, Handbuch städtischer Geschichte, Bd. III. Nordwest-Deutschland, II. Westfalen (1954) W. Kohlhammer Verlag Stuttgart
  • Adreßbücher, Stadtarchiv

Bibliografie

  • Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Warburg (1938/39).
  • Brand, J.: Studien zur Dialektgeographie des Hochstifts Paderborn und der Abtei Corvey (1914).
  • Giefers, W.: Die Anfänge der Burg u. Stadt Dringenberg, i. Westfäl. Z. 32 (1874).
  • Inventare der nichtstaatlichen Archive des Kreises Warburg (1929).

Bibliografie-Suche

Weblinks

Offizielle Webseiten

Genealogische Webseiten

Historische Webseiten

Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

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Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung DRIERGJO41MQ
Name
  • Dringenberg (deu)
Typ
Einwohner
Postleitzahl
  • W3491 (- 1993-06-30)
  • 33014 (1993-07-01 -)
Karte
   

TK25: 4320

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Dringenberg, Dringenberg (1807 - 1815) ( Kanton )

Dringenberg (1816 - 1832) ( Bürgermeisterei ) Quelle

Bad Driburg (1975 -) ( Stadt )

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
St. Mariä Geburt (Dringenberg) Kirche STMERGJO41MQ
Persönliche Werkzeuge