Die Probstei in Wort und Bild/064

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Die Probstei in Wort und Bild
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(von verbitten; er sollte die Güter des Klosters verbidden, d.i. beschützen). In Preetz, Uetersen und Schleswig blieb der Titel “Probst,“ in Itzehoe aber „Verbitter,“ vermutlich, weil König Christian III. 1540 einen geistlichen Probst der augsburgischen Konfession in holsteinischen Kirchen verordnete.

Der erste vom Grafen Albert von Orlamünde selbst ernannte Probst war Herderich, vorher Prediger in Preetz. Der 25., Werner Reventlou, 1482 und 83 Probst ward nachher Pastor zu Schönberg. Die ersten 29 Pröbste waren fast alle Geistliche. Erst mit dem 30. Probste, dem Königl. Dänischen Rate, Herrn Detlef von Sehestedt, welcher von 1498-1527 Probst war, und sich um das Kloster äußerst verdient machte, beginnt die Reihe adeliger Pröbste aus den ersten Familien Holsteins, welche bis auf diesen Tag ununterbrochen fortgeht.

Der dritte in der Ordnung der Prälaten des Klosters, der Probst Eppo, verlegte das Kloster mit Einwilligung des Bischofs Johann von Lübeck, und vermöge einer von demselben darüber ausgestellten Urkunde 1242 nach Lutterbek, einem Dorf des Kirchspiels Probsteihagen. Ueber die Ursachen dieser Versetzung haben wir kein historisches Zeugnis, und die sonst gewöhnlichen Gründe, größere Bequemlichkeiten, reicherer Vorrat an Lebensmitteln, Fischen u.s.w. welche nach den Urkunden zuweilen solche Verpflanzungen begründeten, finden hier wohl nicht statt. Die größere Abgeschiedenheit der frommen Jungfrauen, oder auch ihre mehrere Sicherheit bei vorgefallenen Unruhen könnte hier vielleicht beabsichtigt sein. Indeß die Versetzung, ja sogar die Erbauung eines Klostergebäudes in Lutterbek, ist historisch erwiesen, wenngleich im Dorfe selbst nicht die geringste Spur davon anzutreffen ist. Es blieb in Lutterbek ungefähr zehn Jahre; denn nach 1250 (das eigentliche Jahr ist unbekannt) brachte es der Probst Friedrich wieder nach dem Flecken Preetz zurück, und bald darauf versetzte es der Probst Lüder aus dem Flecken an die Stelle, auf der es sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat.

Der achte in der Ordnung der Prälaten des Klosters, Conrad Bocholt, wird auch in der Geschichte der Probstei durch sein berühmtes im Klosterarchiv aufbewahrtes Register der Besitzungen und Privilegien des Klosters von 1286 (Manuskript) wichtig. Aus demselben sind auch die nun folgenden Nachrichten über die Zeit, wann, und die Art, wie die einzelnen Dörfer der Probstei an das Kloster gekommen sind, entlehnt. Die in Parenthese gesetzten Namen sind die, welche die Dörfer in den Diplomen und bei den alten Schriftstellern hatten.

I. Die Dörfer des Kirchspiels Schönberg.

Schönberg (Sconenberge, Schonenbergh) gehörte dem Kloster schon 1286. Das untergegangene Gut Holm, welches noch zu Dankwerth's Zeiten vorhanden war und Butzholm hieß, kaufte das Kloster 1435 von Hartwig Reventlou.

Stakendorf gehörte dem Kloster schon 1286. Doch haben wir schon eine frühere Notiz von diesem Dorfe. Es heißt nämlich vom Probsten Lüder, welcher von 125 ... bis 1261 Probst war: redemit hereditatem in Stackendorpe. Dieselbe Redensart kommt auch bei Laboe, Brodersdorf und Prastorf vor. Ich verstehe sie nicht ganz. Sie heißt wörtlich übersetzt: Er lösete die Erblichkeit ein. Ob zum Besten des Klosters? Dann fand vorher erblicher Besitz statt, der nun aufgehoben ward, und die Hufen wurden den Besitzern nur auf Lebenszeit verliehen. Oder zum Besten der Besitzer? Dann erhielten sie erst durch diesen Kauf erblichen Besitz. Oder steht hereditas hier vielleicht für erbliche Besitzungen. Ich gestehe, die Stelle bleibt mir dunkel.

Krummbek gehörte dem Kloster schon 1286.

Gödersdorf (Godeverdestorp) kaufte der Probst Konrad 1281 am 22. September von einem Edelmann, Wulfold, für 390 Mark, und Graf Johann II. bestätigte den Verkauf.