Deutsches Wörterbuch 1898/029

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Deutsches Wörterbuch 1898
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Blende - Bock

Blende, blenden, Blender s. blind.

Blendling m Mischling, Bastard zu mhd. blanden mischen.

blesse s. blaß.

blessieren F, fz. verwunden; blesser.

Bleuel, bleuen: Bleuel m Schlegel, 'bleuen schlagen (v. et. bläuen an blau angelehnt, „blauschlagen“], mhd. bliuven schlagen, cf. e. blow Schlag.

Blick, blicken, Blicks s. bleich.

blind, blindlings; blind nicht sehend; nicht sehen lassend; nicht zu sehen = versteckt; nur den Schein habend = falsch, nichtig; blindlings = adv. blind, ohne zu sehen u. zu prüfen; blenden Fakt. zu einem vorauszusetzenden blinden (blind sein od. werden; dazu nur noch erblinden ganz blind werden); Blende f 1) Mittel z. Blenden, 2) t. t. des Bergbaus eine den Unkundigen über ihren gehöat leicht täuschende („blendende“) Bergart, z. B. Hornblende. - Hieher wohl pläntern u. plentern id älteren Bäume (im Wald) auhauen (cf. Blender pl. lichtbenehmende Bäume); ndd. Plenter Holzscheit.

Blindschleiche s. schleichen.

blink, blinken: blink = blank (bes. in blink u. blank) glänzend weiß od. = rein; Blink m 1) Aufleuchten, 2)Eisblink im hohen Norden eine dem Nordlicht verw. Lufterscheinung; in Blanko (it. R) aufs weiße, d. h. unbeschriebene (Papier) z. B. unterzeichnen; Blankett n leeres (mit Namensunterschrift versehenes) Papier z. Ausfüllen (in fz. WEise durch Endung -ett, fz. -et, gebildet.

Blitz s. bleich.

blochen D s. Block.

Block, Blockade, blockieren: Block m mhs bloch, dazu D blochen u. blöchen gefangen setzen; in bloch sind 2 et. verschiedene Wörter zusammen geflossen u. somit 2 Bedeutungen vereinigt: 1 = Block, wozu R, fz. blockieren durch „Blöcke“ d. h. Verrammelung, den Zugang verschließen u. R, it. Blockade f Besetzung der Zugänge, it. bloccata, part. zu bloccare blockieren; 2) Art Falle, Einschließung, ahd biloh „Bei-Verschluß“ (cf. Loch), daher einen Gefangenen in den Bl. = das Holz zum Daraufschließen der Füße legen.

blöde, mhd. bloede gebrechlich, zaghaft, cf. got. blauthjan kraftlos machen, auflösen. - s. entblöden, sich ausder Blödigkeit (-ig- nach Anal. eingeschoben) setzen od. mit inchoaktiver Bed. der ent- = in den Zustand der Bl. eintreten, so daß dann s. nicht entblöden entw. in einer Art prägnanter Knstr. wäre = s. nicht durch Bl. enthalten oder = nicht in den Zustand der Bl. Eintreten, jedenfalls aber im Sinn v. s. nicht scheuen, s. erkühnen (oder wäre s. nicht entbl. ein logischer Sprachfehler?)

blöken schreien (v. Schafen), auch bildl. vom unvernünftigen Schreien v. Menschen.

blond, Blondine F, fz.: blond hellfarbig; Blondine f u. Blonde f blondhaariges Frauenzimmer; scherzh. kühle Blonde in Berlin = Stange Weißbier.

bloß (mhd. bloʒ entblößt, nackt) 1) adj. unbedeckt; alles ausschließend, was noch da(bei)sein könnte; 2) adv. nichts weiter als; s. Blöße f; s eine Blöße geben (zunächst bein Fechten) d. h. eine unbedeckte Stelle v. sich darbieten zum Angreifen; entblößen bloß, unbececkt machen.

Blubber, blubbern D, ndd. s. Bobbel.

blühen mhd. blüejem; Blüte f; Blume f; eig. „die Blühende“, weidm. = Schwanz des Hasen; Kornblume so ben., weil im Korn wachsend. - Blust m Blüte mhd. bluost; idg. Wz. bhlôs verw. lt. flos cf. Flor; Nagelblüte f weiße Flecken an den Fingernägelnm, als Glückszeichen angesehen.

Blume s. blühen.

blümerant F, fz. s. blau.

Blust s. blühen u. Blut.

Blut m viell. verw. lt. fluere fließen; bein Blust Fluchausruf = beim Blut Christi (alsa euphem.)

blut - in Zs. s. blutt.

Blüte s. blühen.

blutrünstig s. Rinne.

blutt, entblößt, in Zs. meist blut z. B. blutjung so j. wie ein noch nacktes neugeborenes King; blutarm nichts habend als das nackte Leben; blutweing wenig bis zum Nachtsein; dagegen kann blutsauer gefaßt werden „sauer u. schwer, daß es Blut kostet“, oder ist blut nach Anal. der vorigen Wörter hier als Verstärkung aufzufassen.

Blutter D s. plaudern.

Bobbel m Knäuel, eig. Wasserblase; bobbeln hörbar Blasen werfen, aufwirbeln; ndd. Blubber Wasserblubber; blubbern Wasserblasen werfen.

boben D, ndd. s. ob.

Boblatsche D, sl. f Brettergerüst, cf. wendisch polica Schüsselbrett; Nbf. Babbelätschke.

Bock m, Wort aus idg. Urzeit; nach der Ähnlichkeit ben. (cf. die steifewn Beine des Bocks): bocksteif; Säge- Kutschenbock; ähnl. Übertragung von Tiernamen auf Geräte z. B. Falkaune, Falkonett, Feldschlange, Kran, Pferd, Widder. - Bock auch = Fehler, wobei entw. an die Schaden anrichtenden Bockssprünge zu denken ist od. wegen der Redensart „einen Bock schießen“ ans Schützenwesen (cf. ähnl. Pudel, Sandhase im Kegelspiel). - Holzbock m 1) Insekt, das