Der Regierungsbezirk Aachen (1850)/134

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Der Regierungsbezirk Aachen (1850)
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Ac regbez kaltenbach 1850.djvu
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Grafschaft Schleiden, die Jülichsche Seite dagegen zum Herzogthum Jülich. Im J. 1735 wurde das Dorf Call mit der Pastorat daselbst größtentheils durch eine Feuersbrunst eingeäschert. — Call hatte bereits 1492 ein geschriebenes Weisthum über das Bergrecht, welches dem Herzoge von Jülich für das Bergrecht zu Gressenich als Muster diente. — Beim Dorfe Call ergießt sich der von der Sistiger Höhe herabkommende Call- oder Golbach in die Urft, welcher letzterer bis zu ihrer Mündung in die Ruhr nicht selten den Namen streitig gemacht hat. Bei diesem Dorfe verläßt die Urft den Grauwackeschiefer, dessen aufgerichtete Schichten sie von Sötenich bis Call quer durchbrechen muß und tritt in die jüngere, mächtige Formation des bunten Sandsteines, dessen Schichtung sich durchweg der söhligen (wagerechten) Ebene nähert und nur an einzelnen Stellen merklich gestört worden ist. Oberhalb Anstoß tritt dann abermals der Grauwackeschiefer auf, der bis zur Mündung der Urft anhält und von derselben abwechselnd in kurzen Längen- und Querthälern durchsetzt wird. Das im Gebiet der Call gelegene Dörfchen Obergolbach ist reich an Eisenerz.

Das Pfarrdorf Keldenich mit 421 Einwohnern, Hauptort der Bürgermeisterei gleichen Namens, 1½ Stunde von Gemünd, 7,80 Meilen von Aachen, ist auf der Wasserscheide zwischen Urft und Erft in 629' Seehöhe gelegen und möchte wohl schon zum Erftgebiet gehören. In der Nähe befinden sich zahlreiche Eisengruben, welche den dortigen Einwohnern reichliche Beschäftigung darbieten. Keldenicher Hüttenbauer hatten 1755 mehrere Schächte zur Bleigewinnung