Computergenealogie/Geschichte

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Computergenealogie – früher und heute

Früher entstand die Zeitschrift mit Schere und Kleber, heute kursieren die Artikel mehrmals elektronisch durch ganz Deutschland, bevor das Magazin im Briefkasten der Leser landet.

Mitte der 90-er Jahre begegneten viele Leser der "alten" Computergenealogie dem Internet noch ziemlich zurückhaltend. Die Auswertung der letzten Fragebogenaktion des Jahres 1998 zeigte dann deutlich den Trend hin zur Internetnutzung. Leser, die schon länger Computer nutzten, waren eher bereit, sich auf das Abenteuer Internet einzulassen.

Mit stetig verbesserter Computerausstattung probierten mehr als die Hälfte der Leser mit CD-ROM und Modem das Internet aus. Fast alle nutzten E-Mail. Im weltweiten Netz zu surfen, war damals vielen noch zu teuer. Je älter die Leser, umso weniger nutzten sie E-Mail und Internet. Unter den Genealogieprogrammen stand damals GenProfi mit 21 % Anteil noch an der Spitze, gefolgt von Ahnen (Reitmeier) und Brother's Keeper. Genealogieprogramme von der Kaufhaustheke nutzten nur wenige Leser. Mit Gedcom hatten sich immerhin schon 22 % befasst. Viele Anwender sind ihrem Programm über viele Jahre treu geblieben. Überraschend war, dass 22 % der Leser keinem genealogischen Verein angehörten. Für sie war also unsere Computergenealogie offensichtlich die einzige attraktive Zeitschrift.

Das Ende der alten Zeitschrift kam mit Heft 38 (1998) im 14. Jahrgang. Immer seltener erschienen die Hefte – es wurde unserer kleinen Redaktionsgruppe und dem Herausgeber Karl B. Thomas einfach zu viel. Für uns war es ein schönes Hobby, aber die Belastung, drei bis vier Hefte pro Jahr aufzulegen, war zu groß. Andere überregionale Zeitschriften hatten zaghaft begonnen, sich dem Thema Computergenealogie zu widmen, aber der Bedarf für eine eigenständige Publikation blieb.

Neuer Anfang

Frischer Wind kam 1999 mit dem Wechsel im Vorstand des Vereins für Computergenealogie, und schon zwei Jahre später wurde das Magazin Computergenealogie in neuer Form und mit einem neuen Team wieder aufgelegt.

Neben dem genealogy.net-Team (seit 1999: Verein für Computergenealogie, s. Teil IV der "Anfänge der Computergenealogie" in Heft 4/2005 der Computergenealogie) gab es auch noch Ahnenforschung.Net, ein relativ junges, kleines Team. Sie betrieben im Internet ebenfalls ein Portal zum Thema Ahnenforschung, und auf ihren Webseiten erschien seit 1999 das Internet-Magazin Familienforschung Online. Heute steht hinter Ahnenforschung.Net die Firma Genealogie-Service.de GmbH.

Auf der 1. Norddeutschen Computergenealogie-Börse im Oktober 2000 in Bremen trafen sich Mitglieder beider Teams, um über eine mögliche Zusammenarbeit zu reden. Diese erste Besprechung ergab, dass ab dem 1.1.2001 die Computergenealogie wieder aufgelegt werden sollte, und zwar in dem bis heute gültigen abgestuften Konzept: Monatlich wird ein kostenloser E-Mail-Newsletter herausgegeben, parallel dazu erscheinen auf der Website etwas längere Texte und vierteljährlich wird ein Magazin im neuen Format gedruckt. Das Magazin sollte als Vereinszeitschrift erscheinen, aber auch Abonnenten offen stehen. Der bisherige Herausgeber der Computergenealogie übergab dazu die Namensrechte an den Verein für Computergenealogie. Verlag für das gedruckte Magazin wurde die Firma Genealogie-Service.de GmbH.

Häufig werden der Verein für Computergenealogie und die Genealogie-Service.de GmbH in einen Topf geworfen, doch es sind "zwei Paar Schuhe". Der Verein und die GmbH pflegen untereinander ganz normale Geschäftsbeziehungen. Der Verein ist der Heraus-geber des Magazins und die Firma der Verleger. Für die Inhalte des Magazins ist der Verein zuständig, der Verlag übernimmt die grafische Gestaltung sowie Druck und Versand. Letzteres könnte der Verein aufgrund der Auflagenhöhe auch gar nicht mehr auf ehrenamtlicher Basis leisten, sondern er muss hier auf professionelle Hilfe zurückgreifen.

Wie früher die Computergenealogie mit Schere und Kleber zusammengestellt wurde, ist in Heft 2/2005 des Magazins zu lesen. Die Redaktion bestand damals aus Roland und Marcus Gröber und Günter Junkers. Für den Druck und Vertrieb sorgte ganz allein unser Herausgeber Karl B. Thomas. Heute sind viel mehr Menschen an der Herstellung beteiligt.

Teamwork via E-Mail

Herausgeber der Zeitschrift ist der Verein für Computergenealogie e. V. Die Redaktion hat zehn feste Mitglieder, die alle ehrenamtlich arbeiten. Dies gilt auch für die vielen Autoren und Mitarbeiter. Das Redaktionsteam plant die Themen und die Heftaufteilung, Klaus-Peter Wessel koordiniert den Terminplan und "sammelt" die Artikel für die geplanten Themen ein.

Die Autoren benutzen dabei eine Formatvorlage für Word. Texte und Bilder werden von Helga Schulte-Paßlack redigiert und in die richtige Form und Länge gebracht. Renate Ell, in ihrem Berufsleben Journalistin, macht dann als Chefredakteurin die redaktionelle Bearbeitung.

Die redaktionell bearbeiteten Artikel müssen dann Korrektur gelesen werden. Mit dem ersten Korrekturdurchgang wird ein externes Büro beauftragt: Elisabeth Graf-Riemann findet Flüchtigkeits- und sonstige Fehler. Anschließend werden die Dateien vom Word-Format in das Druckformat umgesetzt. Hierfür hat der Verlag, in dessen Aufgabenbereich die Druckvorbereitung liegt, mit Andreas Gebel aus Göttingen ebenfalls einen Profi angestellt. Er benutzt für das Layouten des Magazins das Programm InDesign. Der Vorschlag für die farbige Titelseite kommt vom EF-Werbeservice in Offenbach.

Da beim Layouten auch Fehler auftreten können, durchlaufen die Artikel im PDF-Format noch eine letzte Kontrolle. Hans-Joachim Lünenschloss, Christian Vieser, Helga Schulte-Paßlack und Renate Ell bilden das Schlusskorrekturteam.

Die von ihnen gefundenen Fehler müssen in den Layout-Dateien korrigiert werden, ehe die Druckfreigabe erfolgen kann. Für die Druckerei werden nun die PDF-Seiten erstellt und elektronisch verschickt.

Da alle Beteiligten bei der Erstellung der Computergenealogie an unterschiedlichen Orten wohnen und arbeiten, ist die Teamarbeit nur durch E-Mails möglich. Die Redaktion und das Korrektur-Team benutzen dafür eigene Mailinglisten.

Der Verlag Genealogie-Service.de GmbH in Reichelsheim wirbt die kommerziellen Anzeigen für die Hefte und veranlasst den Druck der Zeitschrift beim Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG in Frankfurt. CD-Beilagen werden mit einer speziellen, wieder ablösbaren Klebemasse eingeklebt. Das Verlagshaus organisiert auch den Versand der Zeitschrift als Postvertriebsstück. Dazu wird jedes einzelne Heft zusammen mit den Beilagen und dem Adressblatt in Folie verpackt.

Steigende Auflage

Das längst vergriffene Heft 1 der Computergenealogie im neuen Format hatte nur, wie die alte Computergenealogie, eine Gesamtauflage von 1000 Stück. Heute werden 4.500 Exemplare gedruckt – eine stolze Zahl, die vielleicht noch weiter steigt.

Bis das neue Heft der Computergenealogie bei den Lesern im Briefkasten ankommt, waren viele Mitarbeiter an der Erstellung beteiligt. Die meisten von uns tun dies aus den gleichen Beweggründen wie die Initiatoren der Computergenealogie vor 20 Jahren: aus Freude an unserem Hobby Genealogie. Die Redaktion freut sich jederzeit über weitere Mitarbeiter, damit die Computergenealogie noch viele Jahre erfolgreich ist. (Günter Junkers)

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