Beschreibung und Geschichte der Burg Kinsberg (1910)/43

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Beschreibung und Geschichte der Burg Kinsberg (1910)
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Geschichte Burg Kinsberg.djvu
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und Wetter hausten nun ungehindert, da keine sorgende Hand ihnen wehrte, und nur das Torhaus ward noch erhalten, in welchem ein Wirtschaftsbeamter wohnen blieb. Da an eine Ausbesserung der Schäden nicht gedacht wurde, so stürzte am 16. September 1789 morgens 6 Uhr ein Teil der Ringmauer mit donnerähnlichem Krachen ein. Das war der traurige Anfang der gänzlichen Zerstörung.

Im Jahre 1780 wird Otto Sigmund von Lieres und Wilkau als Besitzer der ungeteilten Herrschaft Kinsberg genannt, und 1783 folgte ihm als letzter Sproß der Familie im Besitze Friedrich Otto von Lieres. Im J. 1819 aber wurde die Herrschaft, nachdem sie mehrere Jahre unter gerichtlicher Administration gestanden hatte, nach dem Wunsche der Hypothekengläubiger in viele Teile zerlegt und geteilt verkauft. Nun verließ auch der letzte Beamte, der Amtmann Hensel, der bis dorthin in dem Torhause gewohnt hatte, die Burg. Alle Grundstücke waren veräußert, nur die alte Feste in ihren Trümmern war übrig geblieben, als hätte eine heilige Scheu sie anzutasten verhindert. Im Juni 1823 wurde auch sie versteigert und das Eigentum mehrerer Bauern, die den Berg mit dem Walde schon früher gekauft hatten. Das übrigens nicht begründete Gerücht, dieselben hätten die Burg nur erworben, um die Überreste derselben vollends niederzulegen, veranlaßte den großen Altertumsfreund, Professor Johann Gustav Büsching in Breslau, noch ein Nachgebot bei Gericht abzugeben, durch welches er am 18. September 1823 die Burg erstand. Aber in einem bedauernswerten Zustande übernahm er sie. Türen, Balken, Fenster- und Türgerüste waren gewaltsam herausgerissen worden und oft für wenige Groschen in die Umgegend gewandert, wo sie bei Neu- und Umbauten Verwendung fanden. Das Räderwerk der Uhr, die vom Wartturme herab lange Zeit