Stubben Nr.12

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Hierarchie

Hof Kathmeyer-Schmeckthal
1875 - Urkataster Ausschnitt


Regional > Bundesrepublik Deutschland > Niedersachsen > Landkreis Osterholz > Platjenwerbe > Stubben




Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Stubben Nr.12, Hof in Stubben, später zu Platjenwerbe, jetzt Gemeinde Ritterhude, Kreis Osterholz, Niedersachsen.
Adresse: Klemperhagen. Lage auf der Höfekarte anzeigen.


Geschichte des Hofes

Allgemein

Die Hofstelle wird weder in der Tobacks-Accise der Börde Lesum für die Dorfschaft Stubben im Jahre 1789 noch in den Beschreibungsrollen und Listen der Seelenzahl und Wohngebäude im Jahr 1806 erwähnt. Es ist davon auszugehen, dass die Hofstelle von Carl Albers und Friederica Anna Warms errichtet wurde.

Auf dem Grundstück befand sich ein Backhaus, welches 1975 zusammen mit dem Wohnhaus umgebaut wurde, sowie eine Zimmerei.

Am 29. September 1977 erscheint im "Osterholzer Kreisblatt" ein Artikel Schüler sammelten Haussprüche. Schülerinnen und Schüler der achten Realschulkasse Moormannskamp unter Lehrer Horst Gnettner haben in den Ortsteilen der Gemeinde Ritterhude haben 54 Giebelsprüche ausgemacht. Darin wird erwähnt, dass sich an dem Haus Klemperhagen 42 ein Balken befindet, mit einer Inschrift von 1689 "De Minsch verännert sine Welt - verbettern kann he se nich!". Weiter heißt es: "Die Worte - vor 288 Jahren von einem Zimmermann in einen Giebelbalken des Bauherrn Schmeckthal geschnitzt - sind der älteste Hausspruch." Das wird eine "Zeitungs-Ente" sein, denn vor 288 Jahren gab es nur fromme Inschriften und außerdem war die Familie Schmeckthal erst Anfang des 20. Jahrhunderts Bewohner der Hofstelle!

Aus dem Bericht über eine Wanderung des Lesumer Heimatvereins e. V. im Februar 1978 ist zu entnehmen, dass die Hofstelle den Namen "Letzte Eichen" trug. Dieser Schriftzug befand sich jedenfalls in deutscher Schrift auf dem Torbogen der Einfahrt. Direkt daneben wurde auf einer Holztafel in plattdeutsch eingeladen, sich alles anzusehen, hereinzukommen und einen "Mundvoll" zu schnacken. Der Hausherr, A. Schmeckthal, berichtet, dass es sich bei dem Haus um ein Erbstück handelt, dass in zweijähriger Bauzeit gründlich in Eigenarbeit überholt wurde. Die Giebelseiten wurden in Fachwerkbau neu errichtet und das Dach gerichtet. Der Innenausbau war 1978 noch nicht fertig gestellt. Im Erdgeschoß, in dem in Kürze auch wieder gewohnt werden soll, befindet sich eine liebevoll gepflegte Sammlung alten Hausrats und gut erhaltener Arbeitsgeräte des ehemaligen Zimmereibetriebes.

(Quelle: Auszug aus Artikel Haus "Letzte Eichen" in Platjenwerbe, BLV vom 01.03.1978)


Chronologische Dokumentation

1833 (Einwohnerliste):
Liste der Seelenzahl und der Wohngebäude in der Dorfschaft Stubben am 1ten Juli 1833
Karl Albers, Anbauer, 1 Wohngebäude, 1 männliche, 2 weibliche = 3 Seelen



1839 (Einwohnerliste):
Liste der Seelenzahl und der Wohngebäude in Stubben am 1ten Juli 1839, aufgenommen durch Johann Beller, Baumeister
Allmers Wittwe: 1 Wohngebäude, 1 männliche, 2 weibliche = 3 Seelen



1842 (Einwohnerliste):
Liste der Seelenzahl und der Wohngebäude (Interessenten) in der Dorfschaft Stubben am 1ten Juli 1842
Wittwe Mahlers, 1 Wohnhaus. 3 weibliche = 3 Seelen, alle lutherisch



1852 (Einwohnerliste):
Urliste der Einwohner und Wohngebäude von Stubben
Johann Kathmeier, Anbauer, Tagelöhner



1875 Urkataster:
Johann Kathmeier

Generationenfolge

Almers-Warms-Mahler

Carl Almers
* 1769 Schwanewede
† 1835 Erve

Köthner


oo 1820 Lesum


Friederica Anna Warms
* 1795 Erve
† 1852 Stubben

Tochter von Johann Diedrich Wilhelm Warms aus Dernhausen und Anne Bötjer aus Lesumstotel
1820 und 1822 werden die Kinder in Stubben, 1824 in Erve und 1829 in Stendorf geboren


oo 1839 Lesum (II. Ehe)


August Wilhelm Ferdinand Mahler
* 1806 Sebbenhausen
† 1841 Stubben



Almers-Kathmeyer

um 1875 - Johann Martin Kathmeyer und Meta geb. Almers

Anna Metta Almers
* 1822 Stubben
† 1875 Stubben


oo 1843 Lesum


Martin gnt. Johann Kathmeyer
*1821 Brundorf
† 1875 Stubben

Anbauer, Tagelöhner und Zimmermann
Sohn von Johann Hinrich Kathmeyer aus Brundorf und Heidewig Ratjen aus Heilshorn


Die Urenkeltochter Gerda Kathmeyer (*1923) schreibt in der Schule:

Mein Urgroßvater Johann Martin Kathmeyer wurde in Brundorf geboren und war ebenfalls Zimmermann. Wahrscheinlich hatte er noch ältere Geschwiester, denn er bekam den Hof nicht und heiratete, nach Stubben. Im Jahre 1875 ist er gestorben.
Meine Urgroßmutter Meta Kathmeyer geb. Almers ist in Stubben geboren. Sie hate wohl keine Brüder, denn sonst hätte sie nicht den Hof bekommen.



Kathmeyer-Schreiber-Heilshorn

um 1910 - Johann Kathmeyer und Margarete, geb. Heilshorn

Johann Hinrich Kathmeyer
* 1854 Stubben
† 1939 Platjenwerbe (Stubben)

Arbeitsmann, Zimmermann, Seefahrer und Arbeiter in Stubben


oo 1878 Lesum


Catharina Sophie Schreiber
* 1855 Ritterhude
† vor April 1880

Dienstmagd in Ritterhude
Tochter von Johann Schreiber und Beta Margarethe Heilshorn


oo 1880 Lesum (II. Ehe)


Margarethe Rebecca Heilshorn
* 1858 Ritterhude
† 1935 Stubben

Dienstmagd in Ritterhude
Tochter von Johann Harm Heilshorn und Margarethe Anna Rebecka Lürhsen


Die Enkeltochter aus dieser Ehe, Gerda Kathmeyer (*1923) schreibt in der Schule:

Mein Großvater Johann Kathmeyer wurde am 7.3.1854 in Stubben geboren. Er lernte Zimmermann und bekam als ältester Sohn den Hof. Später wurde er Schiffszimmermann und fuhr auf einem Segelschiff zur See. Er ist oft in Nord- und Südamerika und in Brasilien gewesen. Wie er sich verheiratete, blieb er in der Heimat und arbeitete als Zimmermann und wirtschaftete auf seinem Hof. Er lebt noch und ist trotz seines hohen Alters körperlich und geistig noch sehr frisch und besucht noch gern seine Kinder.
Meine Großmutter Margarete Kathmeyer geb. Heilshorn wurde am 25.4.1858 in Ritterhude geboren. Sie hatte noch vier Geschwister. Als sie aus der Schule war, kam sie in Wasserhorst bei einem Bauern in Stellung. Dann heiratete sie nach Stubben, wo sie kein leichtes Leben hatte, denn neun Kinder aufziehen und dazu noch Land und Vieh haben, ist bestimmt nicht leicht. Aber trotzdem spann und webte sie in ihren freien Stunden und war immer stolz auf ihr selbst gesponnes Garn und gewebtes Leinen. Am 17.2.1935 ist sie nach längerer Krankheit gestorben.



Kathmeyer-Meyer-Güldner

Johann Martin Kathmeyer
* 1881 Stubben
† 1967 Stubben


oo 1909 Stubben, im Hause


Henriette Emma Meyer
* 1888 Diepholz
† 1932 Vegesack

Tochter von Bahnwärter Heinrich Friedrich Wilhelm Meyer aus Wehden und Margrete Magdalene Köper aus Barwer

Aus dieser Ehe stammen die Kinder

Margarethe Johanne (*18.01.1910 in Ihlpohl, † in Bremen)
Helene (* 1911 † 1913 in Ihlpohl)
Martha (* 27.02.1912 in Ihlpohl, † 21.12.1991 in Bremen)
Johann (* † 1916 in Ihlpohl)


oo um 1935


Erna Güldner, verwitwete Schmeckthal



Kathmeyer-N.N.

Johann Kathmeyer



Kathmeyer-Schmeckthal

Das Haus im Jahr 2011

Adresßbuch 1909: Johann Kathmeyer, Arbeiter
Adresßbuch 1928: Johann Kathmeyer, Arbeiter, Heinrich Schrader, Fabrikarbeiter
Adresßbuch 1938: Johann Kathmeyer, Invalide, Johann Kathmeyer, Arbeiter

Ergänzende Angaben

um 1928 - Gerda Kathmeyer

Die Nichte von Johann Kathmeyer, Gerda Kathmeyer (*1923) schreibt in der Schule:

Meines Vaters Geburtshaus ist seit 85 Jahren im Besitztum der Familie Kathmeyer. Mein Urgroßvater Johann Martin Kathmeyer heiratete da hinein. Es ist ein altes niedersächsisches Bauernhaus und gehört jetzt meinem Onkel, meines Vaters ältestem Bruder. Es ist bis jetzt noch gut erhalten worden und noch nicht viel umgebaut worden.


1918 - Karl Georg Kathmeyer

Über den Bruder des Hoferben Johann Martin Kathmeyer, Karl Georg Kathmeyer, schreibt seine Tochter Gerda (*1923) in der Schule:

Mein Vater, Karl Georg Kathmeyer, wurde am 7.8.1888 in Stubben geboren. Er hatte es als Junge nicht leicht, da sie mit neuen Kindern waren, fünf Jungen und vier Mädchen, er war der fünftälteste. Alle Kinder mußten viel zu Hause tun, da mein Großvater noch einen anderen Beruf hatte und sie allerlei Land hatten. Er mußte jeden Tag nach Platjenwerbe zur Schule.

Als mein Vater aus der Schule war, kam er bei einem Platjenwerber Schmiedemeister in die Lehre. Wie er ausgelernt hatte, wechselte er oft seine Arbeitsstätte. 1908-1911 ging er zum Militär und diente beim 4. Ulanen Regiment in Thorn an der Russischen Grenze. 1911 nahm mein Vater seinen Beruf wieder auf, bis 1914 der Krieg ausbrach und er wieder mit dem 2. Reserve Ulanen Regiment an die Westfront nach Frankreich zog. Er brachte es zum obersten Fahnenschmied und Sergeanten und erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. 1918 kehrte er aus dem Felde zurück und trat in den Dienst der Deutschen Reichsbahn, wo er bis jetzt noch tätig ist.



Internetlinks

Offizielle Internetseiten

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