Stiftung Stoye/Band 41/013

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Stiftung Stoye/Band 41
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Ein Blick in die Siedlungsgeschichte der Altenburger Vorstädte

gezahlt [1 ß = 1 Schock = 60 Silbergroschen (gr)]. Das ist genauso viel wie in dem Dorf Langenleuba mit nicht unerheblichem Viehbestand. Diese steuerlichen Erhebungen erfolgten im Weichbild der Stadt. Der 30-jährige Krieg führte zu einer nachhaltigen Zerrüttung der städtischen und landesherrschaftlichen Finanzen. Die Einnahmen von Gerichtskosten, Gebühren für Amtshandlungen und Strafgelder waren eine ständig sprudelnde Quelle für die leeren Kassen. Beide Ämter waren Gerichtsbehörden und es ist deshalb verständlich, dass jeder Versuch, Amtshandlungen im Bereich des anderen auszuüben, scharf zurückgewiesen werden musste. Eine genaue Beschreibung des städtischen Weichbildes finden wir bereits im Kurfürstlichen Beleg von 1509: »Am teiche aber zwischen den teiche undt den gärten, die da der stadt zur lehen rähren ... bis an den kleinen anger ... in den geßchen aber an ende in Kröbers garten, da stehet ein Lachstein.« Von dort führt die Grenze über zwei weitere Steine »bis über den weg an Cosmaer steige« und weiter zum »alten gerichte«, wo ein Stein »leidt« (liegt, ist umgefallen). Weiter verläuft die Grenze durch Gärten, über die Geraer Straße und den Dreschaer Weg zum Spitalfeld (heute Friedhof), wo ein weiterer Stein steht. Quer über den Stadtgraben (am Grüntaler Weg) steht ein 1661 erneuerter und heute noch erhaltener Stein. Von dort verläuft die Grenze zum »Höffelt« am Molbitzer Weg, wo der nächste Stein und weitere beim Deutschherren genannt werden. Entlang des Stadtgrabens bis zur Glockengasse und abwärts durch diese verläuft die Weichbildgrenze. »An der bach hienen bis an die oelmuhl und durch M.F.G. und herrn garten an den muhlgraben bis ans burgtohr an der bach hinauf bis an der tuchmacher ferbehaus«. 1667 geht der Rat der Stadt Altenburg endgültig als Sieger aus den jahrzehntelangen Streitigkeiten hervor. Zur Ermittlung der Anzahl der Haushalte und der Bevölkerungszahl in Altenburg, einschließlich der Vorstädte, können wir auf die bereits erwähnte Volkszählung 1733 zurückgreifen. Für Pauritz können wir beispielsweise folgenden Entwicklungsstand für 1733 feststellen: Oberpauritz Haushalte Einwohner

Unterpauritz

Gesamt

56 196

61 242

117 438

Ein weitere stadtgeschichtliche Quelle zur Entwicklung der Anzahl der Haushalte und der Einwohnerzahl ist eine Häuserliste einschließlich der Vorstädte au dem Jahre 1814 (Stadtarchiv Altenburg XI A 9 Nr. 10), welche einer weiteren Auswertung bedarf. Zur Ermittlung der Hausbesitzerfolgen nutzte Ruhland das sogenannte Alte Grundbuch, welches etwa bis 1720 zurückreicht. Eine weitere wesentliche Quelle war die »MeynerHandschrift«, eine Akte über Hausbesitzer der Vorstädte aus der Zeit zwischen 1780 bis 1830 mit Hinweisen zu den Signaturen der Kaufverträge. Sie hat Anschluss an das Alte Grundbuch sowie an die jüngeren Bezirkslisten von 1840 bis 1871, die sich im Stadtarchiv befinden. Eine weitere Quelle war das 1773 eingeführte Brandkataster. 1814 existierten außerhalb des Mauerringes die Rats- und Amtsvorstädte. Diese Vorstädte waren bis zu ihrer Eingliederung 1831 selbstständige Randgemeinden unter verschiedenen Rechtsverhältnissen.

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