Zeitungen als genealogische Quellen

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Das Wort Zeitung war ursprünglich der Begriff für eine beliebige Nachricht, seine Bedeutung hat sich jedoch im Laufe des 18. Jahrhunderts geändert. Heute versteht man darunter ein periodisch erscheinendes Druckerzeugnis mit aktuellem und universellem Inhalt. Dieser besteht aus mehreren inhaltlich in sich abgeschlossenen Texten, die Zeitungsartikel genannt werden und bei deren Abfassung verschiedene journalistische Stilmittel angewandt werden.

Vier Kriterien sollten gegeben sein, wenn man von einer Zeitung spricht:

  • Aktualität (zeitnahe Berichterstattung),
  • Periodizität (regelmäßiges Erscheinen),
  • Publizität (öffentlich für alle Leser zugänglich) und
  • Universalität (inhaltliche Vielfalt).

Siehe auch Artikel Zeitung. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.

Inhaltsverzeichnis

Zeitungen als genealogische Quellen

Lokalzeitungen stellen eine ganz wesentliche Quelle der Alltags-, Lokal- und Regionalgeschichte dar. Sie sind aber auch eine wichtige personen- und familiengeschichtliche Quelle. Die in ihnen publizierten Personendaten können teilweise einen Ersatz für verlorene Primärquellen bieten, sie können aber auch den Weg zu diesen weisen, wenn sie durch Verkartungen, Indices oder Datenbanken erschlossen sind. Zeitungen enthalten überdies viele Angaben, die über die Kerndaten weit hinausgehen, und liefern daher oft auch inhaltliche Bereicherungen für Biographien.

In vielen Tageszeitungen befinden sich Familienanzeigen, aber auch teilweise historische Abhandlungen mit familiengeschichtlichem Hintergrund. Damit sind sie für die genealogische aber auch für die heimatgeschichtliche Forschung von großem Interesse.

Datenbanken

Projekt ‚Familienanzeigen in Tageszeitungen‘

In der regionalen und überregionalen Presse werden regelmäßig Familienanzeigen veröffentlicht. Es handelt sich dabei um Geburtsanzeigen, Heiratsanzeigen, Todesanzeigen, aber auch um Anzeigen von Verlobungen, Konfirmationen, Kommunionen, Jugendweihen, Jubiläen und erfolgreich abgelegten Prüfungen.

Die offenkundig familienkundliche Relevanz derartiger Anzeigen hat das Interesse von Genealogen und regionalen genealogischen Vereinen geweckt, die begonnen haben, Anzeigen dieser Art systematisch zu erfassen und auszuwerten. Die aus der systematischen Erfassung von Familienanzeigen gewonnenen Datenbestände werden hier über ein individuell entwickeltes Datenbankprogramm online (zum Teil auch in digitaler Form) verfügbar gemacht. Ergänzt wird die Auswertung von Familienanzeigen durch die überregionale Erfassung und Auswertung von Totenzetteln. Ausgewertete Totenzettel stehen jeweils auch in digitaler Form zur Verfügung.

Zeitschriftendatenbank ZDB

Die Zeitschriftendatenbank (ZDB) ist die zentrale Fachdatenbank für Titel- und Besitznachweise fortlaufender Sammelwerke in Deutschland, also etwa von Fachzeitschriften, Zeitschriften und Zeitungen. Die ZDB verzeichnet Nachweise nahezu aller deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken und vieler sonstiger öffentlichen Bibliotheken und ist im Internet frei nutzbar.

Bremen

Seit 1796 gab es Familienanzeigen in den Bremer Wöchentlichen Nachrichten, überwiegend Sterbe- und Geburtsanzeigen, vereinzelt auch Heirats- oder Verlobungsanzeigen. Im Jahr 1960 wurden diese von 1796 an bis zum Jahr 1811 von Käthe Nauss ausgewertet und zu einem alphabetischen Verzeichnis zusammengestellt, welches die Grundlage für diese Suchdatei ist.

Köln

Digitale Kölner Sammlung von Zeitungsausschnitten

Seit 1890 wurde die Berichterstattung der lokalen, regionalen und überregionalen Presse über interessante Themen und Personen mit Bezug zu Köln und dem Rheinland, aber auch zu angrenzenden Regionen wie Westfalen, dem Moselland, der Eifel, dem Hunsrück u.v.m. für ihre Benutzer erschlossen. Emsige Bibliothekarinnen und Bibliothekare durchsuchten die Zeitungen ihrer Zeit, schnitten relevante Artikel aus und klebten sie in ca. 260 Sammelbände ein.

Diese wurden inzwischen verfilmt, digitalisiert und verschlagwortet. Mittels verschiedener Suchkriterien (Stand Dezember 2016: 14.500 Schlagworte, davon 9.100 Personennamen) kann man in der Datenbank Artikel zu Themen und Personen rund um Köln, die ehemalige Rheinprovinz und NRW gezielt heraussuchen, lesen, herunterladen oder ausdrucken.

Wiener Zeitung

Die Wiener Zeitung wurde 1703 als Wiennerisches Diarium gegründet. Die erste Ausgabe erschien am 8. August 1703. Sie ist eine der ältesten heute noch erscheinenden Tageszeitungen der Welt.

Familia Austria: Das Projekt der Erfassung aller Verstorbenen, Taufen und Hochzeiten aus der Wiener Zeitung 1703 – 1884 wurde im Dezember 2007 begonnen und im Mai 2016 erfolgreich abgeschlossen.

Schlesische Provinzialblätter

Die veröffentlichten familienkundlichen Nachrichten in den "Schlesischen Provinzialblättern" sind heute zum Teil die einzigen noch greifbaren Belege für Daten, da viele Kirchenbücher im Zweiten Weltkrieg und in den Nachkriegswirren unwiederbringlich verloren gegangen sind.

Die Geburtsanzeigen, Ein Register für die Jahre 1785 – 1849. Bearbeitet von Frank Lubisch

GENIOS Online-Pressearchiv

Das Online-Archiv bietet Zugriff auf ausgewählte Artikel aus über 100 Publikationen. Den Gesamtbestand an über 300 Pressequellen und deren Artikel können über eine Suchfunktion durchsucht werden. Der Abruf der Artikel ist kostenpflichtig, sie können direkt online gelesen werden.


Datenbank mecklenburgischer und vorpommerscher Periodika

"Periodika aus MV" erfasst historische Zeitungen und Zeitschriften in kommunalen Archiven und Museen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Es ermöglicht den Nachweis von Streubeständen und schließt eine Lücke zu den Bibliothekskatalogen der Landesbibliothek in Schwerin sowie den Universitätsbibliotheken Rostock und Greifswald.

Verkartungen (Inhaltliche Auswertungen)

Einige Zeitungen sind bereits mustergültig nach genealogisch relevanten Inhalten erforscht und dokumentiert worden.

Kassel

Memeler Dampfboot (Zeitung)

Die Ausgaben des Memeler Dampfbootes vor 1944, die teilweise im Berliner Zeitungsarchiv im Westhafen erhalten sind und von denen Verfilmungen u.a. im Mikrofilmarchiv der Deutschsprachigen Presse in Dortmund und der Staats-und Universitätsbibliothek Bremen lagern, bergen zahlreiche, bisher kaum genutzte Quellen für den Familienforscher.

In einigen Jahrgängen wurden u.a. abgedruckt:

  • Familienanzeigen, aus denen oft ergänzende Verwandtschafts- und Familienangaben entnommen werden können
  • Grundstücksverkäufe aus den Kreisen Memel, Heydekrug und Pogegen und der Stadt Memel
  • Lokalnachrichten, die die Orts- und Familiengeschichte lebendiger machen können
  • Standesamtsfälle aus den Standesämtern des Memellandes

Osnabrück


Museen

Ein Zeitungsmuseum ist auf die Ausstellung von Zeitungen und das Thema Pressegeschichte spezialisiert. In Deutschland gibt es fünf namhafte Zeitungsmuseen:


Archive

Zeitungs- und Pressearchiv der Uni Münster

Die Universität Münster verfügt über eines der größten Zeitungs- und Pressearchive Deutschlands.

Auf insgesamt sechs Etagen im Gebäude der Alten Universitätsbibliothek verteilt sich der Bestand mit insgesamt mehr als zehn Kilometer Regallänge. Es sind ca. 50.000 gebundene und ungebundene Zeitungsbände verfügbar. Dazu kommen über 30.000 Mikrofilme und 40.000 Mikroplanfilme (Mikrofiche) mit verfilmten Zeitungsbeständen.

Zeitgeschichtliches Archiv Berlin

Das Zeitgeschichtliche Archiv (ZGA) umfasst mehrere historisch abgeschlossene Sammlungen, darunter ca. 9 Millionen thematisch systematisierte Artikel hunderter Zeitungen und Zeitschriften Ost- und Westeuropas aus den Jahren 1946 bis 1992. die während dieser Jahrzehnte im Verlag Neues Deutschland gleichsam zum zentralen Pressearchiv der DDR wuchsen. Dieser Bestand wurde in einer Index-Datenbank erfasst. Das Besondere dieser Zeitungsartikelsammlung besteht in ihrer thematischen Breite und der Reiz in einer inhaltlichen Systematisierung, bei der Ost- und Westpresse jeweils denselben Sachverhalt beschreiben.

Öffentliche Archive

Lokale und regionale Zeitungen werden in Stadtarchiven oder in Kreis- und Gemeindearchiven gesammelt.

Zeitungsbestände in Landesarchiven:


Bibliotheken

Bibliotheken mit besonderen Zeitungsbeständen:

Staatsbibliotheken

Staatsbibliothek zu Berlin

Die Bestände allgemeiner Tages- und Wochenzeitungen in der Staatsbibliothek zu Berlin ergeben die größte und umfangreichste Zeitungssammlung deutscher Bibliotheken. Zusätzlich zu den originalen Zeitungen und den Mikroformen wird ein umfangreicher, permanent wachsender Bestand als Online-Datenbanken und CD-ROM-Ausgaben angeboten.

Bayerische Staatsbibliothek

Die Bayerische Staatsbibliothek in München besitzt einen umfassenden Zeitungsbestand. Mit 5.250 nachgewiesenen Zeitungstiteln in der Zeitschriftendatenbank verfügt sie über die zweitgrößte Zeitungssammlung in Deutschland. Insbesondere bayerische Zeitungen wurden seit den Anfängen im 17. Jahrhundert zahlreich gesammelt. Nicht wenige historische Zeitungen liegen auch bereits digitalisiert vor.

Staats- und Universitätsbibliothek Bremen

In der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen wurden die Zeitungen des 17. Jahrhunderts im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts digitalisiert, katalogisiert, elektronisch erschlossen und anschließend auf dem Portal 'Digitale Sammlungen der SuUB Bremen' online bereitgestellt. Es handelt sich hierbei um ca. 750 Zeitungstitel, 500 Zeitungsunternehmen, 80.000 Ausgaben mit ca. 375.000 Seiten insgesamt.


Landesbibliotheken

Berlin

In der Zentral- und Landesbibliothek Berlin sind Berliner Zeitungen in großer Vollständigkeit als Mikrofilm verfügbar. Über 300 mikroverfilmte Berliner Zeitungen sind alphabetisch mit dem verfügbaren Bestandszeitraum abrufbar. Die historische Berliner Presse ab 1724 kann an Mikrofilm-Lesegeräten studiert, die tagesaktuellen Berliner Zeitungen können im Pressezentrum gelesen werden.

In der themenbezogenen Zeitungsausschnittsammlung finden sich Zeitungsartikel zu zahlreichen Themen über Berlin.

Bonn

Die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn verfügt über einen umfangreichen Bestand an historischen rheinischen Zeitungen, der seit 1824 als Pflichtexemplar in die Bibliothek gelangt ist. Wegen des im Vergleich zu heute bis 1945 wesentlich größeren Einzugsbereichs (Pflichtgebiet war die gesamte Rheinprovinz also vom Niederrhein bis zum Saarland) war die Zahl der abgelieferten Titel erheblich. In den 90er Jahren sind knapp 100 Zeitungstitel sicherheitsverfilmt worden, um die Informationen dauerhaft zu sichern und die vom Papierverfall bedrohten Bände vor weiterem Verschleiß durch fortgesetzte Benutzung zu schützen.

Darmstadt

Digitalisierte Zeitungsbestände der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt:

Detmold

Landesbibliothek Detmold

Dresden

Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)

Eutin

Im digitalen Zeitungsarchiv der Eutiner Landesbibliothek stehen alle Ausgaben des Ostholsteiner Anzeigers und seiner Vorgängerzeitungen aus den Jahren 1802–2006 für angemeldete Nutzer als PDF-Dateien zur Verfügung.

Halle-Wittenberg

Die Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt verfügt über eine der umfangreichsten historischen Zeitungssammlungen Deutschlands. Die Hauptschwerpunkte der Sammlung liegen im 19. und 20. Jahrhundert. Jedoch wurde die Zeitungssammlung schon vor dem Jahr 1824 - dem preußischen Pflichtexemplarsgesetz - angelegt.

Hamburg

Als Landesbibliothek bekommt die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg seit 1696 alle in Hamburg erschienenen Druckwerke abgeliefert.

Karlsruhe

Zeitungen sind eine erstrangige und stark frequentierte Quelle für alle historisch ausgerichteten Fragestellungen. Die Badische Landesbibliothek hat deshalb eine Reihe badischer Presseerzeugnisse aus den vergangenen drei Jahrhunderten digitalisiert. Es handelt sich um folgende, in der Landeshauptstadt Karlsruhe erschienene Zeitungen: Karlsruher Zeitung, Karlsruher Tagblatt, Badische Presse, Badischer Beobachter und Badische Landeszeitung.

Kiel

Die Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek besitzt die meisten schleswig-holsteinischen Zeitungen, von denen mehr als 100 als Mikrofilm angeboten werden:

Oldenburg

Zeitungsbestand der Landesbibliothek Oldenburg von Anbeginn bis heute (mit Datenbankabfrage):

Regensburg

Die Staatliche Bibliothek Regensburg ist die regionale Archivbibliothek für die Oberpfalz und erhält somit in der Regel ein Pflichtexemplar aller in der Oberpfalz gedruckten Zeitungen des Regierungsbezirks. Bereits seit Gründung der Bibliothek 1816 wurden Zeitungen gesammelt, zunächst vornehmlich aus Regensburg. Seit dem 20. Jahrhundert zunehmend auch aus der Region. Heute deckt die Sammelaktivität der Staatlichen Bibliothek Regensburg den gesamten Regierungsbezirk Oberpfalz ab.

Schwerin

In der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern finden Sie ein umfangreiches Archiv regionaler Zeitungen und Zeitschriften.

In einer Datenbank wurden die Bestände der historischen Zeitungen und Zeitschriften in kommunalen Archiven und Museen des Landes Mecklenburg-Vorpommern erfasst. (s.o.)

Wiesbaden

Hochschul- und Landesbibliothek Rheinmain


Schweiz

Basel

Universitätsbibliothek Basel: Hier finden Sie alle von Basler Verbundbibliotheken geführten Tages-, Wochen- und Monatszeitungen.

Zürich

Zentralbibliothek Zürich: 1.500 Zürcher Zeitungen und Zeitschriften für Sie – gedruckt und digital

Kein anderes Medium gibt die vielfältigen Interessen und Anliegen unserer Gesellschaft derart stark wieder und spiegelt zugleich den Meinungsbildungsprozess so prägnant. Die Sammlung von Zürcher Zeitungen und Zeitschriften ist nicht nur für die kulturwissenschaftliche Forschung von hohem Wert, sondern auch für Personen mit lokalhistorischem Interesse.

Neben Blättern von nationaler und internationaler Bedeutung – wie etwa die „Neue Zürcher Zeitung“ als älteste Tageszeitung der Schweiz – gibt es in beinahe jeder Gemeinde ein Amtsblatt, einen Anzeiger sowie zahllose Mitteilungsblätter von Gesellschaften, Vereinen und anderen Institutionen. Geschrieben für die Aktualität, werden sie kaum aufbewahrt - es sei denn, eine Bibliothek hat den Sammel- und Archivauftrag. Die umfassende Bereitstellung ist der Zentralbibliothek deshalb ein besonderes Anliegen.

Antiquariate

Antiquariate bieten, im Gegensatz zu anderen Archiven, historische Zeitungen im Original zum Kauf an. Ein gemeinsames Portal zur Suche und zum Kauf ist das Zentrale Verzeichnis Antiquarischer Bücher (ZVAB)

Einige Antiquariate haben sich auf die Archivierung historischer Zeitungen spezialisiert. Die Bestände von meist mehreren Millionen Originalzeitungen werden in der Regel über die Eingabe eines Datums erschlossen. Bestandslisten geben eine Übersicht über die verfügbaren Titel. Recherchen zu bestimmten Personen oder Ereignissen werden meist kostenlos angeboten.

Forschungsinstitute

Deutsche Presseforschung, Bremen

Gegenstand der Arbeit ist die Geschichte der deutschsprachigen Presse von den Anfängen im 16. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit. Aufgrund ihrer historischen Ausrichtung ist die „Deutsche Presseforschung“, verglichen mit anderen publizistikwissenschaftlichen Einrichtungen, als universitäre Institution im deutschen Sprachraum einmalig.

Vor allem die Archivierung, Dokumentation und Erforschung der älteren deutschsprachigen periodischen Presse ist nirgends sonst so weit fortgeschritten.

Institut für Zeitungsforschung, Dortmund

Das Institut für Zeitungsforschung in Dortmund ist mit seinen umfangreichen Sammlungen zur Medien- und Kommunikationsgeschichte national wie international als Forschungs- und Bildungseinrichtung anerkannt. Im Archiv werden historische und aktuelle Zeitungen und Zeitschriften, Frühdrucke und Plakate, Nachlässe von Journalisten und politische Karikaturen im Original bewahrt und auf Mikrofilm langfristig gesichert.

„Das Institut für Zeitungsforschung unterstützt Sie gerne bei wissenschaftlichen und privaten Recherchen.

Wenn Sie genau wissen, wann und wo ein Artikel erschienen ist, können Sie ihn mit dem Bestellformular direkt bestellen. Sind die genauen Erscheinungsdaten nicht bekannt, führen wir gerne eine qualifizierte Recherche für Sie durch.“

Institut für Zeitgeschichte, München

Die Pressesammlung enthält nach 1914 erschienene Zeitungen und Zeitschriften. Den Schwerpunkt der Jahre 1914-1945 bildet die Presse weltanschaulicher Gruppierungen, vor allem der konservativen und völkischen Richtungen bis 1933. Nahezu vollständig vorhanden sind zentrale Blätter der NSDAP und ihrer Organisationen von den zwanziger Jahren bis 1945. In kleinerem Umfang liegen Gauzeitungen und andere regionale Zeitungen der NSDAP vor. Auch Zeitungen aus den nach 1939 eingegliederten und besetzten Gebieten und aus dem Generalgouvernement sind vertreten, außerdem Gemeinde- und Verbandsblätter für die jüdische Bevölkerung im Reich und im von Deutschland besetzten Europa.

Gezielt gesammelt wurden die Presseveröffentlichungen emigrierter NS-Gegner im Ausland. Wichtige ausländische Tageszeitungen wie "The Times" London, "Le Temps" Paris und "Neue Zürcher Zeitung" sind zeitlich durchgehend vorhanden.

Nach 1945 bilden die von den Besatzungsmächten herausgegebenen Presseerzeugnisse und die Lizenzpresse der vier Besatzungszonen sowie eine umfangreiche Sammlung von Zeitungen aus DP-Lagern einen wichtigen Teilbestand.

Am umfangreichsten ist die laufend fortgeführte Sammlung der überregionalen Tages- und Wochenzeitungen sowie der Partei- und Verbandspresse der Bundesrepublik und der ehemaligen DDR. Verstärktes Augenmerk wird auf die Presse kleinerer Parteien, politischer "Bewegungen" und Randgruppen gelegt.

Die Zeitungen liegen als Papieroriginal, auf Mikrofilm oder auf Datenträgern vor.

Mikrofilmarchive

Die Bereitstellung von Zeitungen auf Mikroform dient nicht nur dem Schutz der alten Originalbände, sondern die Mikroformen nehmen sehr viel weniger Platz in der Bibliothek ein und sind einfach zu benutzen.

Mikrofilmarchiv (MFA) in Dortmund

Der Mikrofilm ist besonders für Zeitungen gut geeignet. Er spart Platz, kann dupliziert, verschickt und rückvergrößert werden. Um die Langzeithaltbarkeit zu gewährleisten, werden Masterfilme (Originalfilme) nicht in die Benutzung gegeben. Daher stellt das MFA über beauftragte Dienstleister Duplikatfilme (kopierte Rollfilme) on demand her.

Mikrofilmarchiv und Standortkatalog der deutschsprachigen Presse in Bremen

Die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen ist bekannt für ihren umfangreichen Bestand an historischen deutschsprachigen Zeitungen auf Mikroform (zur Zeit ca. 35.000 Mikrofilme und ca. 25.000 Mikrofiches). Auch die bremischen Zeitungen sind fast alle verfilmt und im Mikrofilmarchiv zu benutzen.

EROMM

Das European Register of Microfilm and Digital Masters enthält auch zahlreiche Nachweise von digitalisierten Zeitungen weltweit.

Beschreibung: "To preserve the world's written heritage of all ages – literary, scientific or other – and keep it accessible to research and use everywhere is one of the core missions of any research library. To realize this, libraries and others are creating surrogates of printed or hand-written items in micro-optic or digital form. In order to preserve as many documents as possible, our limited resources should be spent on reformatting those items that have not been digitized or microfilmed already."


Digitalisierte Zeitungen

Europa

  • TEL - The European Library Newspapers: Kostenfreies Europäisches Portal mit digitalisierten Zeitungen im Faksimile-Layout mit Browsefunktion und Volltextsuche. (U.a. auch Berliner Tageblatt (1878–1928), Berliner Volks-Zeitung (1890–1930), Berliner Börsen-Zeitung (1872–1930), (Nord-)deutsche Allgemeine Zeitung (1879–1930) und Deutsches Nachrichtenbüro (1936-1940).
  • Europeana Newspapers Digitalisierte Zeitungen aus 23 Ländern sollen in diesem Projekt zusammen geführt werden. The European Library entwickelt im Rahmen des Europeana Newspapers Projekts einen Browser für digitalisierte historische Zeitungen, der es den Benutzern ermöglicht in Millionen Zeitungsseiten eine Volltextsuche durchzuführen.

Deutschland

Baden-Württemberg
Bayern
  • digiPress Das Zeitungsportal der Bayerischen Staatsbibliothek
Berlin
  • ZEFYS Das ZEitungsinFormationsYStem der Staatsbibliothek zu Berlin (SBB) enthält zurzeit (14.01.2020) 311.234 Ausgaben von 193 digitalisierten historischen Zeitungen.
Bremen
  • SuUB BremenDigitalisierung der vollständigen deutschsprachigen Zeitungsbestände des 17. Jahrhunderts der SuUB Bremen
DDR (ehemals)
  • DDR-Zeitungsportal Volltextsuche mit Faksimile-Layout für folgende Titel: Neues Deutschland [ND] (23. April 1946 - 3. Oktober 1990), Berliner Zeitung [BZ] (21. Mai 1945 - 31. Dezember 1993) und Neue Zeit [NZ] (22. Juli 1945 - 5. Juli 1994)
Hessen
Nordrhein-Westfalen
  • Zeitungsportal NRW Digitalisierte Lokalzeitungen aus Nordrhein-Westfalen im Zeitraum von 1743 - 1977
Rheinland-Pfalz
  • dilibri Das rheinland-pfälzische Digitalisierungsportal
Weitere Quellen

Österreich

  • ANNO - AustriaN Newspapers Online ANNO ist der virtuelle Zeitungslesesaal der Österreichischen Nationalbibliothek. Hier kann in historischen Österreichischen Zeitungen und Zeitschriften online geblättert und gelesen werden.

Niederlande

Delpher bietet einen Zugriff auf 11 Millionen digitalisierte Zeitungsseiten des 17. bis 20. Jahrhunderts.

Belgien

Luxemburg

Schweiz

Die Website "Digitalisierten Zeitungen aus der Schweiz" ist ein Rechercheinstrument für die digitalisierte Schweizer Presse.

Schweizer Zeitungen, die von der Schweizerischen Nationalbibliothek (NB) und ihren kantonalen Partnern digitalisiert und online gestellt wurden, können über dieses Portal durchsucht werden.

  • digiBern Digitalisierte Berner Zeitschriften und Zeitungen

England

About the British newspaper collection: Gathered from one of the largest collections in the United Kingdom, our British newspapers include thousands of local and regional publications across the England, Wales, and Scotland. Each page has been completely digitized and fully indexed, offering you the ability to search every word within an article.

Siehe auch

Weblinks


Literatur

  • Karl Schottenloher: Flugblatt und Zeitung. Ein Wegweiser durch das gedruckte Tagesschrifttum, Band 1: Von den Anfängen bis 1848, Berlin, Schmidt 1922. Neu herausgegeben, eingeleitet und ergänzt von J. Binkowski, München, Klinkhardt und Biermann 1985, ISBN 3-781-40228-2
  • Arnulf Kutsch, Johannes Weber: 350 Jahre Tageszeitung, Forschungen und Dokumente. Bremen 2002. Paperback, 220 Seiten. ISBN 3-934686-06-0
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