Willkischken (Gut)

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Wappen von Willkischken

Gut Willkischken

Kreis Pogegen
Memelland, Ostpreußen ___________________________________________

Rückseite des Gutshauses in Willkischken, 2006 m ehem. Herrenhaus von Gut Willkischken befindet sich heute die Gemeindeverwaltung, 2006


Hierarchie


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Der grosse Getreidespeicher des Gutes Willkischken
unterhalb der Schule

Einleitung

Rückseite des Gutshauses in Willkischken, 2006

Willkischken (Gut), bis 1920 Kreis Tilsit, Ostpreußen; (1920-1939) Kreis Pogegen; (1939-1945) Kreis Tilsit-Ragnit


Name

Im ehem. Herrenhaus von Gut Willkischken
befindet sich heute die Gemeindeverwaltung, 2006

Namensdeutung

Der Name weist auf Wölfe.

  • baltisch "wilkas, vilkas“ = Wolf


Allgemeine Informationen

  • Während der Abtrennung des Memellandes vom Deutschen Reich von 1920 bis zum 01.05.1939 waren Willkischken (Gut) und Willkischken (Ort) zwei selbständige Gemeindebereiche. Der Gutsbezirk lag im Süden, reichte aber bei der Kirche bis in die Ortsmitte hinein.[1]


Politische Einteilung

Vor der Abtrennung des Memellandes vom Deutschen Reich im Jahr 1920 gehörte das Gut Willkischken zum Kirchdorf Willkischken[2] (siehe weiter dort).
1785: Landrätlicher Kreis Insterburg, Justizkreis Memel, Amtsbezirk Schreitlauken[3]
1.5.1939: Willkischken (Gut) kommt zur Gemeinde Willkischken. [4]

1.10.1939: Willkischken kommt zum Kreis Tilsit-Ragnit. [5]


Kirchliche Zugehörigkeit

Evangelische Kirche

Willkischken war schon vor 1561 Kirchspiel.

Gut Willkischken vor 1945


Geschichte

  • 1785 Cölmisch Gut und Dorf, 70 Feuerstellen [6]

Die Abschrift einer Urkunde vom 17. Januar 1628 besagt, dass beim Dorf Willkischken fünf Huben Übermaß dem Kornschreiber zu Ragnit, Wolf Michael Mühlkünzel zum Kauf angeboten werden, ebenso das Krugrecht verliehen wird "zu erblichen und ewiglichen köllmischen Rechten". Eine gleiche Verleihung erfolgte am 17. Februar 1644, in der Mühlkünzel eine Teichstätte im Dorf Willkischken von 7 Morgen 278 Ruten auf zwanzig Jahre verliehen erhält. Auf Willkischken ruhte die Gerechtigkeit zum Betriebe einer Brennerei lt. Urkunde vom Jahre 1628. Mühlkünzel hatte schon beim Kauf des Kruges einen Heller (Anm.: = Teich) von fünf Ruten Länge und vier Ruten Breite an sich gebracht, "so aber wegen Enge des Platzes im harten Winter und trocknen Sommer nicht unter Wasser halten können". - "Das Wasser ist aus dem Strom Jura über anderthalb Meilen Weges mit großer Beschwere geholt".

Es wurde Mühlkünzel zur Räumung des Hellers ein größerer Platz verliehen, damit der ganzen Dorfschaft, welche großen Wassermangel leidet, geholfen werde. Ein großer Damm, der geschüttet ist, wird erwähnt und auch dieses zu köllmischen Rechten verliehen. Mühlkünzel starb 1645. Er hinterließ eine der Kirche schuldige Rechnung von 1523 Thl., für die er als Kirchenvater aufzukommen hatte; denn in den Kirchenakten heißt es: "Manko 1523 Thl., die des Künzels Erben zu belegen schuldig sind".

Die Familie Mühlkünzel besitzt ihr Gütchen bis zum 13.Juni 1708, an welchem Tage Frau Dorothea Mühlkünzel geb. von Sanden den Krug nebst allen dazugehörenden Huben an den Wachtmeister Joachim Haldt für 4100 Mark verkauft. Haldt ist nur kurze Zeit im Besitz des Gutes gewesen; denn 1719 schreibt die Königl. General-Hubenschoß-Commission: "in dem Zieglerischen Kruge zu Willkischken werden jährlich 20 Stoff Branntwein verschenket, die aus dem Königl. Vorwerk Neuhof entnommen sind".

1731 ließ die Witwe Ziegler ihren Besitz durch einen Amtmann Simoni verwalten. Simoni war Generalpächter des Domänenamtes Schreitlauken (mit Amtssitz Absteinen). Sein Gesuch um Anlegung eines dritten Kruges wurde abschlägig beschieden. Es war schon lange vor der Errichtung des Mühlkünzelschen Gasthauses, ein solches des Heinrich Büchner vorhanden, dessen Privilegio vom Jahr 1556 datiert ist. Ziegler ist 1720 gestorben, da er in diesem Jahre die Kirchenrechnung begonnen, aber "wegen absterbens nicht zu Stande gebracht hat". 1714 ist in Willkischken ein "totales Viehsterben" gewesen, wofür der Besitzer des Gütchens "keine Remission erhalten, trotzdem er sich gleich beim Amte gemeldet".

Am 17. August 1751 wurde in Absteinen ein Vertrag geschlossen, der wie folgt lautet: "Frau Regina Lowisa verwittwete Zieglerin geb. Columbia verkauft nach genugsamer Überlegung und nach gutfinden ihrer respectiven Verwandten, besonders kränklichen Zustandes und schwächlichen Leibes wegen, ihr proper eignes cöllmisches Gut im Kirchdorf Willkischken gelegen, mit Krug und anderen Gebäuden, in den Grenzen so sie und ihre Vorfahren es besessen, an den zeitigen Beamten in Schreitlaugken, Herrn Gottfried Theodor Schön, um und vor 850 Thaler". Wenige Monate nach diesem Verkauf, am 31. Mai 1752, richtet Frau Ziegler die Bitte an Schön, den Kauf rückgängig zu machen. In derselben Angelegenheit schreibt an ihn ein F. Werner aus Ragnit: "Wie ich wohl aus allem bemerke, so hat die Frau Zieglerin mit dem Herrn Justizrat von Essen als ihrem Stiefbruder, in dieser Sache gesprochen, denn ich habe auch bemerkt, dass Amtmann Simon mit der Frau Zieglerin jetzigem Verhalten schlecht zufrieden ist. Sie weinet ihm den Kopf voll, und gibt ihm die Schuld, dass sie ihr Gut hat verkaufen müssen, noch dazu so wohlfeil. Auch soll dieselbe auf die Einholung ihres Gutes so verpicht sein, dass sie weder Tag noch Nacht Ruhe hat und soll es aufs Äußerste ankommen lassen". Zu diesem Äußersten ist es aber nicht gekommen, denn Frau Ziegler wünscht Schön am 18. Juli 1752 "allen sich selbst anzuwünschenden Segen mit meinem Gütchen Willkischken...".

Die Witwe des Amtsrat von Schön verpachtete 1799 Willkischken an den Amtmann Paulikat. Am 4. Juli 1801 schloß sie mit Gottlieb Dreßler und dessen Ehefrau Johanna Elisabeth geb. Szepansky einen Vertrag, wonach das Gut für 24 000 Taler in deren Besitz überging. Zufolge Testamentsbestimmung ging nach dem Tod des Gottlieb Dreßler das Gut in den Besitz des ältesten Sohnes Oberamtmann Ludwig Ferdinand Dreßler in Schreitlaugken 1805 über. 1819 kaufte dieser das bisher zu Ballgarden gehörende Vorwerk Klein-Campe, 549 Morgen. 1812 waren zum Gut Willkischken der Hof des Martin Albrecht 30 Morgen, der Bauernhof Milkoreit 30 Morgen, Gilleneid, Papendick u.a. zugekauft. 1830 war das Gut 1487 Morgen groß, darin inbegriffen waren 90 Morgen, die aus der Gemeinde ausgeschieden und trotz heftigem Widerspruch derselben dem Gute zugeschlagen wurden.

Ludwig Ferdinand Dreßler starb am 31. Januar 1831. Gut Willkischken erbte sein Sohn Alexander Dreßler. [7]

Durch Vererbung waren anschließend die Besitzer des Gutes Willkischen: Hans von Sperber geb.19.2.1873, verst. 29.4.1936. Elli Faeckenstedt geb. von Sperber, geb. 24.9.1900, verst. 7.10.1991 und dann ihre Töchter Elli Schacht, geb. Faeckenstedt, Jutta Faeckenstedt verstorben 11.9.1987, Ursel von Sanden, geb. Faeckenstedt verstorben 11.1.2012. [8]


Verschiedenes

Karten

Willkischken auf der Schroetterkarte Blatt 13, (1796-1802), Maßstab 1:50 000
© Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Schroetter Karte 1802, Maßstab 1: 160 000


Willkischken im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 66, 1861
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Willkischken und Umgebung im Preußischen Urmesstischblatt Nr. 66, 1861
© Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz


Gut Willkischken im Messtischblatt 0898 Willkischken, 0899 Szugken, 0998 Ragnit und 0999 Baltupönen (1913-1941) mit den Gemeindegrenzen von 1938, Maßstab 1:25000
© Bundesamt für Kartographie und Geodäsie


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

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Quellen

  1. Messtischblatt 0898Willkischken (1910-1940), Maßstab 1:25000 © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  2. Dietrich Lange: Geographisches Ortsregister Ostpreußen einschließlich des Memelgebietes, des Soldauer Gebietes und des Reg.-Bez. Westpreußen (1919-1939)
  3. Jenny Kopp, Geschichte des Landkreises Tilsit, Buchdruckerei Pawlowski, Tilsit 1918
  4. Amtsblatt Gumbinnen 1939: Neugliederung der Gemeinden und Gutsbezirke im ehemaligen Memelland ab 1. Mai 1939, S. 64ff,
    http://www.memelland-adm.de/Archiv/13 Verwaltungsbezirke/index.htm
  5. Amtsblatt des Regierungspräsidenten in Gumbinnen, 2.9.1939
  6. Jenny Kopp, Geschichte des Landkreises Tilsit, Buchdruckerei Pawlowski, Tilsit 1918,
  7. Quelle: Kopp, Jenny, Beiträge zur Chronik des ostpreußischen Grundbesitzes, 1913
  8. Quelle: Werner Boes