Westpreußen/Geschichte

aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.

Wechseln zu: Navigation, Suche

Seit dem Frühjahr1771 liefen Verhandlungen zwischen St. Petersburg, Berlin und Wien über Gebietserwerbungen zu Lasten Polens. Am 5. August 1772 wurde zwischen Rußland, Preußen und Österreich der endgültige Teilungsvertrag geschlossen. Die faktische militärische Besetzung war der im September 1772 erfolgten feierlichen Inbesitznahme in allen Gebieten schon vorausgegangen. Preußens Anteil bestand aus dem Königlichen Preußen mit dem Ermland und aus Teilen Großpolens. Dabei war es von Bedeutung, daß das Ermland und die Wojewódschaft Marienburg rein deutsch besiedelt waren und daß in Pommerellen ein beträchtlicher deutscher Bevölkerungsanteil vorhanden war. Der polnische Reichstag ratifizierte die Abtretungsverträge am 30. September 1773, so daß diese völkerrechtliche Gültigkeit erhielten. Am 31. Januar 1773 bestimmte Friedrich der Große, daß die alten preußischen Besitzungen, also das ehemalige Herzogtum Preußen, "Ostpreußen", die neue Erwerbung "Westpreußen" heißen sollte. Diese neue Provinz lag beiderseits der unteren Weichsel. Sie grenzte im Norden an die Ostsee, im Osten an Ostpreußen, im Süden an Polen und im Westen an Brandenburg und Pommern. Westpreußen umfaßte damit Gebiete, die längere oder kürzere Zeit dem Deutschen Orden unterworfen gewesen waren. Das waren das dem Dt. Orden im Jahre 1230 vom Herzog Konrad von Masowien überlassene Kulmer Land mit der Landschaft Michelau, der Westteil des vom Orden seit 1231 eroberten Pomesanien und als größter Bestandteil das 1309 eroberte slawische Herzogtum Pommerellen. Das eben erworbene Ermland wurde der Provinz Ostpreußen zugeschlagen, diese mußte dafür den Marienwerderschen Kreis an das neue Westpreußen abtreten. Preußen nahm 1772 aber auch einen Teil Großpolens in Besitz, der nie zum Herrschaftsgebiet des Dt. Ordens gehört hatte. Es war das ein Landstrich, der sich auf beiden Seiten der Netze fast von ihrem Ursprung bis zur Grenze der brandenburgischen Neumark hinzieht. Dieser Netzedistrikt erhielt eine eigene Verwaltung, wurde aber in jeder Hinsicht als zweiter Hauptteil Westpreußens angesehen. Der größte Teil dieses Netzedistrikts wurde 1815 der neu gebildeten Provinz (dem Großherzogtum) Posen zugeschlagen. Bei Westpreußen blieben nur die Kreise Flatow und Deutsch Krone. Die Städte Danzig und Thorn kamen 1793, in der "Zweiten Teilung Polens", zu Westpreußen. Die "Dritte Teilung Polens", 1795, hatte keinen Einfluß auf Westpreußen. Die Aufbauarbeit wurde unterbrochen, als Napoleon 1806 den preußischen Staat niederwarf. Im Frieden zu Tilsit am 9. Juli 1807 wurde die Stadt Danzig mit geringem Umland aus dem preußischen Staatsverband herausgelöst und zu einem Freistaat unter französischem Protektorat mit einem französischen Gouverneur erhoben. Eine starke französische Besatzung wurde in die Stadt gelegt. Der Netzedistrikt außer den Kreisen Flatow und Deutsch Krone sowie Thorn mit den Kreisen Kulm und Michelau wurden dem neu gebildeten Herzogtum Warschau zugeschlagen. Ausgenommen von der Abtretung blieb die Stadt Graudenz mit ihren Vorstädten und ihrem Festungsgebiet, obwohl sie im Kreise Kulm lag. Nachdem die "Grande Armée" im Winter 1812/13 in Rußland vernichtet war, hielt sich die französische Besatzung Danzigs gegen die Angriffe der verbündeten Preußen und Russen bis Anfang Januar 1814 in der Stadt, die durch die Beschießung und Einschließung großen Schaden erlitten hatte. Danzig und Thorn, die Kreise Kulm und Michelau kehrten am 1. Mai 1815 wieder in den Verband des preußischen Staates zurück. Unverzüglich begann der Neuaufbau des Landes. Es wurde neu in Regierungsbezirke und Landkreise eingeteilt. Von 1829 bis 1878 waren Ost- und Westpreußen zu einer Provinz "Preußen" zusammengelegt mit dem Verwaltungssitz in Königsberg. Die Vereinigung wurde 1878 wieder aufgehoben. Von der Revolution des Jahres 1848 wurde auch Westpreußen berührt, allerdings nicht in dem Maße, wie andere Landesteile. Durch die Reichsgründung des Jahres 1871 wurden auch Ost- und Westpreußen, die weder Bestandteile des 1806 aufgelösten "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" noch des 1815 gegründeten "Deutschen Bundes" gewesen waren, in das nun entstandene Deutsche Reich eingegliedert. Im Jahre 1910 umfaßte die Provinz Westpreußen 25 542 km² mit 1,7 Millionen Einwohnern, von denen 64,4% deutsch und 27,9% polnisch als Muttersprache angaben. Im Gegensatz zu Ostpreußen ist Westpreußen im Ersten Weltkrieg nicht Kriegsschauplatz gewesen. Durch den "Versailler Vertrag" fiel 1920 der größte Teil Westpreußens ohne Abstimmung an Polen (Polnischer Korridor). Das von Präsident Wilson proklamierte "Selbstbestimmungsrecht der Völker" wurde dabei mißachtet. Danzig und Umgebung wurden wegen ihrer rein deutschen Bevölkerung "Freie Stadt" unter dem Protektorat des Völkerbundes. Die im Westen der zerschlagenen Provinz gelegenen Kreise Schlochau, Flatow und Deutsch Krone kamen nicht an Polen. Sie wurden - zusammen mit Teilen der ehemaligen Provinz Posen - Teil einer neu gebildeten, räumlich nicht zusammenhängenden Provinz "Grenzmark Posen-Westpreußen", deren Hauptstadt Schneidemühl wurde. Die Grenzmark Posen-Westpreußen wurde 1938 aufgelöst und ihre Teile den Nachbarprovinzen Pommern, Mark Brandenburg und Schlesien zugeschlagen. Am 11. Juli 1920 fanden in den östlich der Weichsel gelegenen westpreußischen Kreisen sowie im südlichen Ostpreußen Volksabstimmungen über die Zugehörigkeit dieser Regionen zum Deutschen Reich oder zu Polen statt. Für den Verbleib beim Reich votierten in Westpreußen 92 Prozent und in Ostpreußen 98 Prozent der Bevölkerung. Das Gebiet um Marienwerder wurde nach der Abstimmung als "Regierungsbezirk Westpreußen" an das deutsch gebliebene Ostpreußen angegliedert. Die Freie Stadt Danzig und Ostpreußen wurden durch den "Polnischen Korridor" vom übrigen Deutschland getrennt. Nach der Besetzung Polens im September 1939 wurden das Korridorgebiet und die "in das Reich heimgeholte" Freie Stadt Danzig als "Reichsgau Danzig-Westpreußen" mit der Hauptstadt Danzig unmittelbar der Reichsregierung unterstellt. Im März 1945 drang die Rote Armee siegreich in Westpreußen ein. Ganz Westpreußen kam unter polnische Verwaltung. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben und mußte ihr Hab und Gut zurücklassen. Im Jahre 1991 kam Westpreußen völkerrechtlich verbindlich an Polen. Damit hat Westpreußen als politische Einheit zu bestehen aufgehört.

Inhaltsverzeichnis

Kulmer Land

Historische Landschaft am rechten Weichselufer, etwa zwischen Graudenz und Thorn. Es wird begrenzt von der Weichsel, der Drewenz und der Ossa, mit unbestimmten Grenzen gegen Osten, bildet in seinem Hauptteil eine sehr fruchtbare, fast ebene Landschaft, die nur selten über 120 m Höhe ansteigt. Das polnisch besiedelte Kulmer Land kam 1230 an den Dt. Orden, der hier deutsche Dörfer und Städte anlegte. Im Zweiten Thorner Frieden (1466) wurde es dem König von Polen unterstellt und in der Folgezeit weitgehend polonisiert. 1772 fiel es an Preußen und wurde in die Provinz Westpreußen integriert. 1807-15 gehörte es zum Herzogtum Warschau und kam 1920 durch den "Versailler Vertrag" an Polen. Zurück zum Beginn Kulm Kulm, auch Culm, polnisch Chelmno, ist eine Stadt in der Wojewódschaft Torún (Thorn), Polen mit (1984) 20.700 Einwohnern rechts der Weichsel. Es ist 1065 erstmals erwähnt. Der Herzog Konrad von Masowien überließ den Ort zusammen mit dem Kulmer Land im Jahre 1230 dem Dt. Orden, der von dieser Basis aus die Eroberung und Christianisierung des Prußenlandes betrieb. Es erhielt am 28. Dezember 1233 Stadtrecht (Kulmer Handfeste, Kulmer Recht) und galt lange Zeit als die Hauptstadt des Ordenslandes. Im 14. Jh. erlebte die zur Hanse gehörende Stadt mit ihren ausgedehnten Ländereien, ihrem Handel und Handwerk ihre größte Blüte. Mit dem Aufstieg Danzigs zur wirtschaftlich führenden preußischen Stadt ging der seewärtige Handel Kulms zurück, 1437 trat es aus der Hanse aus. Der dreizehnjährige Städtekrieg (1454-1466) zerstörte Kulms Wohlstand. Die Stadt sank in den nächsten Jahrhunderten herab zur Ackerbürgerstadt. Kulm hatte zum Dt. Orden gehalten, kam aber 1479 in den Besitz der Krone Polen, die sie 1505 dem Bischof von Kulm schenkte. 1772 gab es in Kulm 257 Feuerstellen mit 1644 Einwohnern, von 40 Häusern am Markt waren 28 baufällig. Von 1772-1806 war Kulm preußisch, 1807-1815 zum Herzogtum Warschau gehörend, kam es 1815 wiederum an Preußen und aufgrund des "Versailler Vertrages" 1920 an Polen.


Kulmer Recht

Das Kulmer Recht, auch Kulmisches Recht genannt, ist ein mittelalterliches Stadt- und Landrecht. Es beruht vor allem auf der Kulmer Handfeste, die am 28. Dezember 1233 vom Hochmeister des Dt. Ordens erlassen wurde und in der Hauptsache das Magdeburger Stadtrecht in Kulm einführte. Das Kulmer Recht galt ursprünglich nur für Kulm und Thorn. Es wurde 1294 in den fünf Büchern des "Alten Kulm" aufgezeichnet. Sein Geltungsbereich dehnte sich allmählich über den größten Teil des Ordenslandes und auf viele polnische Städte aus. Es blieb für die preußischen Stadt- und Dorfsiedlungen vorbildlich und wurde so zum Grundgesetz des Ordensstaates. Die Schöffen des Kulmer Oberhofs waren für Danzig, Königsberg (Pr) und andere Städte im Kulmer Land zuständig. Der dreizehnjährige Städtekrieg (1454-1466) nahm ihm die Stellung des Oberhofs. In Ostpreußen galt das Kulmer Recht bis 1620, in Westpreußen bis zur Einführung des Preußischen Allgemeinen Landrechts 1794, in Danzig bis 1857.


Thorn

Thorn, polnisch Torún, beiderseits der unteren Weichsel gelegen, ist die Hauptstadt der gleichnamigen Wojewódschaft mit (1990) 202.200 Einwohnern. Die Stadt wurde 1231 durch Hermann Balk, den Landmeister des Dt. Ordens für Preußen, im Kulmer Land auf dem rechten Ufer der Weichsel gegründet. Deutsche Einwanderer aus Westfalen bevölkerten die Stadt, die am 28. Dezember 1233 das Kulmer Recht erhielt. Durch seine verkehrsgünstige Lage entwickelte sich Thorn rasch zu einer bedeutenden Handelsstadt. 1280 ist die Zugehörigkeit zur Hanse bezeugt. Die 1466 dem König von Polen unterstellte Stadt errang, ähnlich wie Danzig, eine Sonderstellung. 1557 nahmen Rat und Bürgerschaft die Reformation an. 1558 erhielt Thorn Religionsfreiheit. In der überwiegend deutschen und protestantischen Stadt hatten in der Gegenreformation Jesuiten und Benediktinerinnen schon zwei der drei Stadtkirchen in Besitz genommen. Es gab ständig Reibereien zwischen den Schülern des protestantischen Gymnasiums und den Jesuitenzöglingen. Bei der Fronleichnamsprozession am 16. Juli 1724 kam es zu einem Tumult, bei dem das Jesuitenkloster gestürmt und verwüstet wurde. Die polnische Regierung ließ darauf aufgrund eines ganz ungesetzlichen Verfahrens am 7. Dezember 1724 beide Bürgermeister und mehrere Bürger hinrichten ("Thorner Blutgericht") und verfügte die Herausgabe der letzten protestantischen Kirche an die Katholiken. Das verstieß klar gegen die Bestimmungen des Friedens von Oliva (3. Mai 1660), der u.a. auch das preußisch-polnische Verhältnis geregelt hatte. 1793, bei der zweiten Teilung Polens, fiel Thorn an Preußen, war 1807-15 Teil des Herzogtums Warschau, wurde 1815 wieder preußisch und kam 1920 zu Polen. 1939-45 gehörte es zum Reichsgau Danzig-Westpreußen, 1945 kam es erneut an Polen.


Thorner Frieden

Zwei Friedensschlüsse zwischen dem Dt. Orden und Polen kamen in Thorn zustande: Im "Ersten Thorner Frieden" am 1. Februar 1411 gelang es dem Dt. Orden durch das diplomatische Geschick des Hochmeisters Heinrich von Plauen, trotz seiner vernichtenden Niederlage bei Tannenberg am 15. Juli 1410, einen ungewöhnlich günstigen Frieden zu erreichen: Der Orden behielt sein gesamtes Gebiet und trat lediglich das 1398 erworbene Schamaiten ab, jedoch nur für die Lebenszeit Witolds und Jagiellos. Drückend war nur die Verpflichtung, für die zahlreichen Gefangenen, u.a. die mit dem Orden verbündeten Herzöge Kasimir von Stettin und Konrad von Öls, ein Lösegeld von 100.000 Mark böhmisch zu zahlen. Das führte zu Spannungen innerhalb des Ordens und aufgrund höherer Steuerforderungen zu Konflikten mit den aufstrebenden preußischen Handelsstädten.

Der "Zweite Thorner Frieden" wurde am 19. Oktober 1466 geschlossen. Er brachte Polen zwar nicht die Inkorporation des gesamten Ordensgebietes, aber doch einen über Pommerellen hinausgehenden Gebietsgewinn. Außer Pommerellen, dem Kulmer und dem Michelauer Land, verlor der Orden auch das Ermland, dessen Bischof 1464 dem Preußischen Bund beigetreten war, Elbing und Marienburg. Für das dem Orden verbliebene Gebiet mußte der Hochmeister dem polnischen König einen persönlichen Eid ablegen, wodurch aber kein Lehnsverhältnis begründet wurde. Das abgetretene Gebiet, "Preußen Königlichen Anteils" oder kurz "Königliches Preußen" genannt, wurde jedoch nicht inkorporiert, sondern mit der Krone Polen in einer rechtlich nicht klar definierten Union verbunden. 1467 wurde es in drei Wojewódschaften - Pommerellen, Kulm und Marienburg - eingeteilt. Die Sonderstellung des "Königlichen Preußen" gegenüber der Krone, die Aufrechterhaltung seiner Sonderrechte, eigenen Landtage und Landesregierung (Landesrat) wurden für ein Jahrhundert Gegenstand ständiger Auseinandersetzungen.

Der Marienwerdersche Kreis

Zum Kreis Marienwerder gehörten sieben Städte mit ihrem Umland: Marienwerder, Riesenburg, Garnsee, Freystadt, Bischofswerder, Deutsch Eylau und Rosenberg.


Das Michelauer Land

Die kleine Landschaft Michelau, die zuweilen zum Kulmer Land gerechnet wird, liegt ostwärts von diesem, durch den Fluß Drewenz getrennt. Sie hat ihren Namen von einem ehemaligen festen Schloß Michelau, welches aber schon im Jahre 1789 seit undenklichen Jahren nicht mehr existierte. Es lag an der Stelle, wo sich 1789 das Strasburgische Kämmerei-Dorf Michelau befand.


Pomesanien

Pomesanien ist eine altpreußische Landschaft östlich von Nogat und Weichsel (zwischen Elbing und Graudenz) bis zur Drewenz. Das im 6. u. 8. Jh. von Prußen besiedelte Gebiet wurde zwischen 1233 und 1236 vom Deutschen Orden erobert. Nach 1283 setzte die planmäßige Dorfsiedlung des Dt. Ordens ein. 1243 wurde das Bistum Pomesanien als eines der vier Bistümer des Deutschordensstaates gegründet; es umfaßte in etwa die alten Prußengaue Pomesanien, Pogesanien und das Marienburger Werder. Sitz des Bischofs, dessen weltliches Herrschaftsgebiet etwa ein Drittel der Diözese umfaßte, war Riesenburg, Sitz des Domkapitels, seit 1285 dem Dt. Orden inkorporiert und etwa ein Drittel des bischöfl. Territoriums beherrschend, war Marienwerder. Mit Einführung der Reformation verzichtete 1525 der letzte kath. Bischof unter Übertritt zum Luthertum auf die weltl. Herrschaft und unterstellte die prußischen Gebiete Pomesaniens dem neu entstandenen Herzogtum Preußen. Die katholisch gebliebenen Teile des Bistums fielen an das Bistum Kulm, 1821 kamen sie an das Bistum Ermland.


Pommerellen

Pommerellen (d. h."Kleinpommern"), auch Pomerellen geschrieben, der östliche Teil des pommerschen Höhenrückens im heutigen Polen, ist eine hügelige, seenreiche Landschaft westlich der unteren Weichsel und nördlich der Netze. Nach dem Abzug der Ostgermanen von der unteren Weichsel während der Völkerwanderungszeit wanderte der westslawische Stamm der Pomoranen ein. Zu Beginn des 11. Jh. und wieder nach einem erbitterten Abwehrkampf (1102 - 22) kam das Gebiet unter polnische Herrschaft; es wurde gleichzeitig mit Pommern christianisiert. 1123 ordnete Bischof Ägidius von Tusculum die kirchlichen Verhältnisse. Er hat den größeren Teil Ostpommerns von der Weichsel bis zur Leba und Brahe dem Bistum Leslau (poln. Wloclawek) zugeschrieben, den kleineren, südwestlich davon gelegenen Teil dem Erzbistum Gnesen. Nach der Aufteilung Polens in mehrere Herzogtümer lockerte sich das polnische Herrschaftsverhältnis über die Pomoranen. Die polnische Herrschaft über das westliche Gebiet der Pomoranen (Pommern) wurde endgültig beendet, als Herzog Bogislaw von Stettin im Jahre 1181 gegenüber Kaiser Friedrich I. ("Barbarossa") im Feldlager vor Lübeck den Lehnseid leistete und Pommern damit in den Verband des Reiches aufgenommen wurde. Pommerellen bildete ein eigenes Herzogtum mit dem Hauptort Danzig unter der Herrschaft der Samboriden. Diese begünstigten die Seßhaftmachung deutscher Kaufleute, die sich seit etwa 1170 neben der slawischen Burg und Siedlung Danzig niederließen. Auch die Klöster Oliva (1184/85), Zuckau (1209), Zarnowitz (etwa 1260) und Pelplin (1276) wurden von den Samboriden gestiftet und mit ihnen deutsche Mönche, Nonnen und deutsche Siedler ins Land geholt. Sie leisteten mit neuen Techniken und neuen Werkzeugen Entwicklungshilfe. Für die pommerellischen Fürsten bedeuteten die Erträge ihres Wirkens zusätzliche Einnahmen. Das Herzoghaus der Samboriden starb mit Mestwin II. 1294 aus. Mestwin II. hatte Przemyslaw II. von Großpolen zu seinem Erben eingesetzt. Als dieser 1296 ermordet wurde, brach der Streit um das pommerellische Erbe aus. Großpolen, Kujawien, Pommern und Brandenburg (aufgrund von Verträgen), aber auch Böhmen (als Bewerber um die polnische Krone) erhoben Ansprüche. Der langjährige Streit wurde vom Dt. Orden entschieden, der das Land 1309 besetzte, nachdem er vom polnischen König Wladyslaw II. zu Hilfe gerufen worden war. Im Vertrag von Soldin (1309) kaufte der Orden den Brandenburgern die Burgen Danzig, Dirschau und Schwetz mit ihren Gebieten ab. Die Burgbezirke Stolp und Schlawe blieben bei Brandenburg. Polen fand sich erst nach schweren kriegerischen Auseinandersetzungen und mehreren Prozessen vor dem päpstlichen Tribunal im Frieden von Kalisch (1343) mit dem Verlust ab. Im 2. Thorner Frieden (1466) konnte Polen jedoch seinen Anspruch durchsetzen und Pommerellen mit Marienburg, dem Kulmer Land und Ermland zum "Preußen Königlichen Anteils" zusammenfassen, das vorerst nicht in Polen inkorporiert wurde. Diese Sonderstellung ging in der Union von Lublin (1569) durch Inkorporation weitgehend verloren. Im 14.-16. Jh. wurden deutsche und niederländische Siedler und Deichbauer ins Land gerufen, die vor allem das versumpfte und von Hochwassern ständig überflutete Weichseldelta trocken legten und damit die fruchtbare Weichselniederung urbar machten. Andere deutsche Siedler ließen sich an der Ostseeküste nieder, in das kaschubische Kernland, die Tucheler Heide, drangen sie kaum ein. Mit der ersten Teilung Polens (1772) fiel Pommerellen an Preußen (Danzig und Thorn erst 1793) und bildete bis 1920 den Hauptteil der Provinz Westpreußen. Danach war es als Wojewódschaft Pommerellen im wesentlichen mit dem polnischen Korridor identisch. 1939-45 gehörte Pommerellen zum Reichsgau Danzig-Westpreußen. Heute gehört es zu Polen und ist in die Wojewódschaften Danzig und Bromberg aufgeteilt.


Danzig

Danzig wird erstmals für das Jahr 997 als "urbs Gyddanyzc" urkundlich erwähnt. Die slawische Siedlung mit ihrer Burg lag an der Mottlau, die unweit hinter Danzig in die Weichsel mündet. Danzig war Sitz von Fürsten, die sich seit 1234 Herzöge von Pommerellen nannten. Die Christianisierung des Herrscherhauses dürfte um die Jahrtausendwende oder kurz danach stattgefunden haben. Neben der slawischen Fischer- und Handwerkersiedlung mit ihrer Kirche St. Katharinen entwickelte sich seit der Mitte des 12. Jh. eine deutsche Kaufmannssiedlung, die um 1240 durch Herzog Swantopolk von Pommerellen das lübische Recht und eine eigene Kirche St. Marien erhielt. Nach Lübeck und anderen deutschen Städten wurden wirtschaftliche Beziehungen unterhalten. In den Bruderkämpfen der pommerellischen Herzöge, deren Gebiet von der Ostsee bis fast zur Netze reichte, und in mehrere Fürstentümer aufgeteilt war, versuchten 1271 die Markgrafen von Brandenburg vergeblich, Danzig zu erwerben. Der Dt. Orden brachte die Stadt 1308 dauerhaft in seinen Besitz. Die Stadt entwickelte sich schnell. Ihre Handelsbeziehungen reichten von Flandern bis Nowgorod und über Polen und das Kiewer Reich bis nach Byzanz. Anstelle des vorher geltenden lübischen Rechtes wurde 1343 das im Ordensstaate übliche kulmische Recht eingeführt. Die seit 1361 zur Hanse zählende Stadt nahm bald eine führende Stellung im West-Ost-Handel ein und überflügelte um 1370 Elbing als See- und Handelsstadt. In großer Zahl wanderten jährlich deutsche Kaufleute und Handwerker aus allen deutschen Landen ein. Es wurden nur Deutsche als Bürger aufgenommen. Die Zunahme der Bevölkerung machte eine Erweiterung der Siedlung notwendig. Neben die Rechtstadt, die seit 1378 Ratsverfassung besaß und 1380 das Rathaus am Langen Markt erbaut hatte, traten die Neustadt um St. Johann, die auf dem Gebiet der alten slawischen Ansiedlung gebildete Altstadt, die Jungstadt an der Weichsel und die Vorstadt mit St. Peter und Paul. Danzig wurde Vorort des preußischen Quartiers der Hanse. Als nach der Niederlage des Dt. Ordens im Jahre 1410 bei Tannenberg die Ordensherrschaft ins Wanken geriet, erkannte Danzig 1454 die Schutzherrschaft des polnischen Königs an. Danzig wurde durch Personalunion mit dem Reiche Polen verbunden, gehörte diesem aber völkerrechtlich nicht an. Der König von Polen erhielt nur geringe Hoheitsrechte. Danzig behielt ein ausgedehntes Territorium auf der Danziger Höhe und in den Weichselniederungen, behielt Selbständigkeit bei der Regelung innerer Angelegenheiten und in der auswärtigen Politik. Die Stadt Danzig hat selbständig Verträge mit fremden Mächten abgeschlossen, deren Vertreter in Danzig residierten. Ausländischen Truppen, auch polnischen, war der Eintritt in die Stadt untersagt. Danzigs Schiffe fuhren unter eigener Flagge. 1523-26 setzte sich die Reformation durch. Trotz polnischer Eingriffe blieb Danzig evangelisch. Als 1569 der polnische Reichstag zu Lublin das "Königliche Preußen" dem polnischen Reich inkorporierte, hielten Danzig, Elbing und Thorn an ihrer völkerrechtlichen Unabhängigkeit fest. Diese wurde 1577 von König Stephan Bathory bestätigt, der die Stadt Danzig auch durch eine Belagerung nicht unterwerfen konnte. Danzig behielt alle seine Privilegien, insbesondere auch das Recht zur freien Ausübung des evangelischen Bekenntnisses. Das 17. Jh. wurde die Blütezeit Danzigs. In den schwedisch-polnischen Kriegen konnte Danzig mit Mühe die Neutralität wahren. Der zweite schwedisch-polnische Krieg wurde am 3. Mai 1660 durch den Frieden von Oliva, dem nahe bei Danzig gelegenen Zisterzienserkloster, beendet. Im polnischen Erbfolgekrieg 1734 mußte Danzig sich nach schweren Kämpfen den Russen ergeben. Die erste Teilung Polens ließ Danzig bei Polen, engte die Stadt jedoch ein. Die Vereinigung mit Preußen nahm ihr die Selbstverwaltung. Der Friede von Tilsit (1807) machte Danzig zu einer Freien Stadt mit französischer Besatzung, die 1814 erst nach langer Belagerung kapitulierte. 1816 wurde Danzig Sitz der Regierung des Danziger Bezirks, des Konsistoriums und des Oberpräsidiums von Westpreußen. Nach der Neuaufteilung der Provinz Preußen in die Provinzen Ost- und Westpreußen am 1. Juli 1878, wurde Danzig Hauptstadt der Provinz Westpreußen. Im Jahre 1920 wurde Danzig trotz des Protestes seiner rein deutschen Bevölkerung (etwa 4% Polen) durch die Art. 100-108 des "Versailler Vertrages" aus dem Deutschen Reich ausgegliedert und am 15. November 1920 von der Pariser Botschafterkonferenz zur Freien Stadt Danzig erklärt. Die Schüsse, die das Linienschiff "Schleswig-Holstein" am 1. September um 4 Uhr 45 gegen die Westerplatte feuerte, eröffneten den Zweiten Weltkrieg. Gegen Ende des Krieges wurde die deutsche Stadt Danzig vernichtet. Die Stadt wurde nach der Eroberung von den russischen Truppen planmäßig zerstört und den Polen übergeben. Ein Teil der Bevölkerung war vor Beginn der Kampfhandlungen geflüchtet. Die zurückgebliebene Masse der deutschen Bevölkerung wurde in den Jahre 1945 und 1946 fast restlos vertrieben.


Elbing

In der Gegend von Elbing befand sich schon am Ende des 9.Jh. ein Handelsplatz der Wikinger. Der Dt. Orden errichtete 1237 am rechten Ufer des Elbingflusses eine Burg. In ihrem Schutz siedelten sich Lübecker und Bremer Kaufleute an. Schon 1246 erhielt die Stadt Elbing das lübische Stadtrecht. Das 1242 von Bürgern und dem Dt. Orden gemeinsam gegründete Hl.-Geist-Spital entwickelte sich zum Hauptspital des Dt. Ordens. Elbing war bis 1308 der Haupthafen und wichtigste Handelsplatz des Dt. Ordens und errang bis zum 14. Jh. eine den Reichsstädten ähnliche Stellung. Gegen Ende des 14. Jh. wurde es von Danzig überflügelt. 1454 fiel Elbing vom Dt. Orden ab und kam 1466 an die polnische Krone. Der polnische König Kasimir IV. gewährte Elbing ein größeres Territorium und weitgehende Privilegien. Bis 1573 hatte sich die Reformation durchgesetzt. 1772 fiel Elbing in der ersten Teilung Polens an Preußen. Die Stadt wurde das größte Industriezentrum Ostpreußens. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Innenstadt zu 90% zerstört.


Der Deutsche Orden

Auch Deutschherrenorden, Deutschritterorden, Kreuzritterorden, lateinisch "Ordo Domus Sanctae Mariae Theutonicorum" genannt, ist der jüngste der drei großen geistlichen Ritterorden. Er wurde im Zusammenhang mit den Kreuzzügen 1190 von Lübecker und Bremer Kaufleuten als Krankenpflegeorden gegründet und 1198 in einen geistlichen Ritterorden mit Sitz in Akko umgewandelt. Unter dem Hochmeister Hermann von Salza wurde der Dt. Orden im siebenbürgischen Burzenland gegen die heidnischen Kumanen eingesetzt. 1226 ersuchte ihn Herzog Konrad von Masowien um Hilfe gegen die heidnischen Prußen und überließ ihm dafür das Culmer Land. Kaiser Friedrich II. ermächtigte den Dt. Orden durch die Goldbulle von Rimini (März 1226) zu eigener Herrschaft in diesem Land, dessen Unterwerfung und Bekehrung nach 1280 vollendet war. Durch die Vereinigung mit dem Schwertbrüderorden 1237 faßte der Dt. Orden in Livland Fuß. Litauen konnte nicht bezwungen werden. Dagegen gewann der Dt. Orden 1309 Pommerellen mit Danzig, 1346 das bisher dänische Estland, 1398 Gotland und 1402 die Neumark; damit erreichte er seine größte Ausdehnung. An der Spitze stand der auf Lebenszeit gewählte Hochmeister, der seinen Sitz 1291 von Akko nach Venedig, 1309 auf die Marienburg und 1457 nach Königsberg in Ostpreußen verlegte. Er war als Ordensoberer nicht Reichsfürst, nicht vom Kaiser belehnt, aber reichszugehörig. Die Ordenstracht war der weiße Mantel mit schwarzem Kreuz. Die nachhaltigste Leistung war die planmäßige Kultivierung und Besiedlung des Ordenslandes mit Deutschen, mit denen die prußische Bevölkerung verschmolz. Unter dem Hochmeister Winrich von Kniprode (1351-82) stand das Ordensland in hoher Wirtschafts- und Kulturblüte. Seine Städte (Danzig, Thorn, Elbing, Königsberg u. a.) gehörten der Hanse an. Als Litauen 1385 mit Polen vereinigt und christlich wurde, verlor der Dt. Orden seine Missionsaufgabe und geriet in einen wachsenden Gegensatz zu Polen. Nach der vernichtenden Niederlage von Tannenberg durch ein polnisch-litauisches Heer 1410 versuchte Hochmeister Heinrich von Plauen, den Orden zu reformieren und der sich gegen die Ordensherrschaft auflehnenden Stände und Städte Herr zu werden; er wurde 1413 gestürzt. Die Stände schlossen sich 1440 zum Preußischen Bund, dem auch die im "Eidechsenbund" verbundene Opposition des Adels beitrat, zusammen. Mit dem Rückhalt bei Polen bekämpfte der Preußische Bund den Dt. Orden 13 Jahre lang. Im Zweiten Thorner Frieden (1466) mußte dieser Pommerellen, das Kulmer Land und das Ermland sowie die Städte Danzig, Elbing und Marienburg dem polnischen König überlassen und dessen Oberhoheit über das übrige preußische Ordensland anerkennen. Vergebens bemühten sich die letzten Hochmeister, Herzog Friedrich von Sachsen-Meißen (seit 1498) und Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach (seit 1511), um Reichshilfe gegen Polen. Im Anschluß an die Reformation verwandelte Albrecht 1525 das preußische Ordensland in ein erbliches Herzogtum, für das er die polnische Lehnshoheit anerkannte. Der letzte livländische Ordensmeister, Gotthard Kettler, nahm 1561 Kurland als Herzogtum von Polen zu Lehen. Die Säkularisation des Ordensstaates wurde von Kaiser, Papst und dem Deutschmeister des Ordens, der seinen Sitz in Mergentheim hatte, nicht anerkannt. Der Deutschmeister führte die Tradition des Hochmeisters fort. 1530 übertrug ihm Kaiser Karl V. die Administration des Hochmeistertums (Sitz: Mergentheim). 1809 hob Napoleon den Dt. Orden in Deutschland auf.


Polnischer Korridor

Auch Danziger Korridor oder Weichselkorridor genannt, war ein 30-90 km breiter Landstreifen, den das Deutsche Reich durch den "Versailler Vertrag" 1919 an Polen abtreten mußte. Er bestand aus dem größten Teil der Provinz Westpreußen und Teilen der pommerschen Kreise Stolp, Lauenburg und Bütow. Polen erhielt dadurch einen Zugang zur Ostsee, aber Ostpreußen und die Freie Stadt Danzig wurden vom Reich getrennt. Der Landverkehr zwischen der Provinz Ostpreußen und dem Reich war nur eingeschränkt möglich und wurde vielfach durch Polen behindert. Die Züge durften nur zum Transit benutzt werden und wurden sogar versiegelt. Seit 1938 forderte Hitler die Rückgliederung Danzigs an das Deutsche Reich und den Bau einer exterritorialen Straßen- und Bahnverbindung durch den Korridor. 1939 nahm er die deutsch-polnischen Differenzen zum Anlaß seines Angriffs auf Polen, der den Zweiten Weltkrieg auslöste.


Ermland

Das Ermland, lateinisch und polnisch Warmia, ist eine historische Landschaft. Der Name ist vom altpreußischen Gau Warmien abgeleitet. Er erstreckte sich vom Frischen Haff ins Landesinnere. Davon zu unterscheiden ist das Bistum Ermland, das im Jahre 1243 geschaffen wurde und auch die Nachbargaue einschloß. Es reichte bis an das Südufer des Pregels und schloß damit auch die südlichen Vorstädte Königsbergs ein. In einem Drittel dieses Bistums besaßen der Bischof und das Domkapitel auch die weltlichen Herrschaftsrechte. Dieses Drittel des Bistums mit den Städten Braunsberg, Frauenburg, Mehlsack, Wormditt und Gutstadt; Heilsberg, Bischofstein, Rößel, Seeburg, Bischofsburg, Wartenburg und Allenstein kam 1466 unter die Oberhoheit der polnischen Krone, wurde damit vom Ordensstaat abgetrennt und wurde Teil des "Königlichen Preußens". Seine Einwohner blieben katholisch. 1772 wurde es von Preußen erworben und der neu gebildeten Provinz Ostpreußen zugeschlagen.


Netzedistrikt

Die Besitznahme des Netzedistrikts erfolgte nicht auf einmal, sondern durch zweimalige, 1773 und 1774 bewirkte Erweiterung der zunächst gezogenen Grenzlinie. Die Verwaltung des Netzedistrikts wurde zunächst nicht einer Behörde, sondern allein einem Manne übertragen, dem Geheimen Finanzrate von Brenckenhoff. Der König wollte vor einer Einigung mit Polen über den Verlauf der Grenze keine endgültige Einrichtung schaffen. Erst am 29. Juni 1775 kam es zur Einrichtung der "Kriegs- und Domänen-Kammer-Deputation" mit Sitz in Bromberg für die Bezirke "diesseits und jenseits der Netze". Der Netzedistrikt war damit ursprünglich in jeder Hinsicht als ein Teil von Westpreußen anzusehen.


Herzogtum Warschau

Durch den Friedensvertrag von Tilsit am 9. Juli 1807 verlor Preußen nicht nur große Teile seines Staatsgebietes, es wurde auch ein neuer Staat geschaffen, das Herzogtum Warschau (in der Literatur häufig fälschlich als "Großherzogtum" bezeichnet). Napoleon wollte es als Aufmarschgebiet gegen Rußland benutzen. Herzog von Warschau wurde der König August II. von Sachsen. An dieses künstliche Staatsgebilde mußte Preußen seine polnischen Erwerbungen aus der zweiten und der dritten Teilung Polens herausgeben. Von der Provinz Westpreußen wurde der Netzedistrikt - ausgenommen die Landkreise Flatow und Deutsch Krone - sowie Thorn mit den Kreisen Kulm und Michelau dem neuen Herzogtum zugeschlagen. Von der Abtretung ausgenommen blieb auch die Stadt Graudenz mit ihren Vorstädten und ihrem Festungsgebiet, obwohl sie im Kreise Kulm lag. Mit dem Falle seines Schöpfers zerfiel auch das Herzogtum Warschau. Durch den preußisch-russischen Vertrag vom 1. Mai 1815 erhielt Preußen seine westpreußischen Gebiete zurück.


Literatur

  • ---, Die evangelischen Kirchengemeinden in Ostpreußen und Westpreußen in den Pfarr-Almanachen von 1912 und 1913, Hamburg 1987 (= Sonderschrift Nr. 59 des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V.);
  • Bahr, Ernst, Das Territorium der Stadt Danzig und die Danziger Hospitalgüter bei der preußischen Landesaufnahme von 1793, Hamburg 1987 (= Sonderschrift Nr. 57 des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V.);
  • Bär, Max, Die Behördenverfassung in Westpreußen seit der Ordenszeit, Danzig 1912, Nachdruck Hamburg 1989 (= Sonderschrift Nr. 62 des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V.);
  • Boockmann, Hartmut, Ostpreußen und Westpreußen, i.d. Reihe Deutsche Geschichte im Osten Europas, Berlin 1992;
  • Brauer, Wilhelm (Hg), Der Kreis Karthaus, ein westpreußisches Heimatbuch, Lübeck 1978;
  • Brauer, Wilhelm, Prußische Siedlungen westlich der Weichsel, Siegen 1983;
  • Dehio/Gall, Deutschordensland Preußen, München/Berlin 1952 (in der Reihe Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler);
  • Gall, Ernst, Danzig und das Land an der Weichsel, in der Reihe Die Kunst im deutschen Osten, München/Berlin 1953;
  • Goldbeck, Joh. Friedrich, Vollständige Topographie des Königreichs Preußen, Zweiter Teil Topographie von Westpreußen, Marienwerder 1789, (2. Nachdruck Hamburg 1991 als Sonderschrift Nr. 7 des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V.);
  • Heydn, Willy, Die Geschichte des Kreises Karthaus (Vom Ende der Ordensherrschaft 1466-1945), Hamburg 1971;
  • Heydn, Willy, Die Ortschaften des Kreises Karthaus/Westpr. in der Vergangenheit, Marburg/Lahn 1965 (= Wissenschaftliche Beiträge zur Geschichte und Landeskunde Ost- und Mitteleuropas, Nr. 73);
  • Hoffmann, Erich, Theodor von Schön und die Gestaltung der Schule in Westpreußen, Marburg/Lahn 1965;
  • Keyser, Erich, Danzigs Geschichte, Hamburg, Nachdruck der Ausgabe von 1928;
  • Korthals, Otto, Chronik des Kreises Dirschau, Witten 1969;
  • Letkemann, Peter, Die preußische Verwaltung des Regierungsbezirks Danzig 1815-1870, Marburg/Lahn 1967;
  • Lingenberg, Heinz, Die Anfänge des Klosters Oliva und die Entstehung der deutschen Stadt Danzig, Stuttgart 1982 (= Kieler Historische Studien Bd. 30);
  • Löschin, Gotthilf, Geschichte Danzigs, Danzig 1822, Nachdruck Klausdorf/Schwentine;
  • Orr, William J. jr., Westpreußen und die Revolution von 1848 in: Beiträge zur Geschichte Westpreußens Band 6 (1980), Seite 155-208;
  • Rhode, Gotthold, Geschichte Polens, Darmstadt 1980;
  • Ruhnau, Rüdiger, Danzig, Geschichte einer deutschen Stadt, Würzburg 1971;
  • Schumacher, Bruno, Geschichte Ost- und Westpreußens, 7. Auflage, Würzburg 1987;
  • Stjernfelt, Bertil / Böhme, Klaus-Richard, Westerplatte 1939, Freiburg 1979;
  • Weise, Erich, (Hg), Ost- und Westpreußen, in der Reihe Handbuch der historischen Stätten, Stuttgart 1966;
  • Wernicke, Erich, Kreis Marienwerder, Aus der Geschichte des Landkreises bis zum 19. Jahrhundert, Hamburg 1979 (= Sonderschrift Nr. 42 des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V.);
Persönliche Werkzeuge