Westfalenlexikon 1832-1835

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Inhaltsverzeichnis

WESTFALEN LEXIKON 1832-1835

Einleitung

Das „Westfalenlexikon 1832 - 1835" erfaßt die ersten beiden Adreßbücher Westfalens von 1834, ergänzt durch Namen und Daten der Landratsämter und der Kommunalbehörden von 1832 und eine geographisch-statistische Übersicht, erschienen im Jahre 1835.

In den Adreßbüchern von Dicke und Brüning/Krackrügge sind erstmals im 19. Jahrhundert alle westfälischen Handel- und Gewerbetreibenden, Handwerker, Akademiker, Gutsbesitzer, Geistliche, Gastwirte und Lehrer zusammengestellt. Aus ihnen ist es möglich, im Rahmen der Provinz die Berufsstruktur ganz Westfalens qualitativ und quantitativ vor der wirtschaftlichen Entwicklung seit 1850 abzulesen, damit Vergleiche anzustellen und zu gesicherten Aussagen in der Orts- und Landesgeschichte zu kommen.

Die beiden Adreßbücher, das Handbuch der Provinz Westfalen von 1832 und das „Handbuch der Vaterlandskunde: Deutschland und seine Bewohner" von Hoffmann aus dem Jahre 1835 sind nur in ganz wenigen Exemplaren erhalten und wurden darum in der Forschung zumeist übersehen. Mit dem 1978 vorgelegtem Nachdruck wurde diese Lücke geschlossen. Ein Index (Register) für die Ortsnamen der Adreßbücher erleichtert die Benutzung.

Grundlagen

Im folgenden werden die Unterlagen dargestellt und vor allem die Daten ihrer statistischen Erhebung geklärt.

1. Adress-Sammlung 1834

  • Vereinigte merkantilische Adress-Sammlung vom Grossherzogtum Niederrhein und der Provinz Westphalen in zwei Theilen.
    • Bearbeiter und Herausgeber: Fried. Wilh. Dicke.
    • Druck: Schwelm 1834, Scherz`sche Buchdruckerei

Der Autor Friedrich Wilhelm Dicke bezeichnet sich selbst als Einwohner der Stadt Schwelm mit der Berufsangabe: „Geldwechsler und Verfasser dieser Rhein.-Westph. merkantilischen Adress-Sammlung." Der vorgelegte zweite Teil seines Adreßbuches beginnt mit einem recht knappen, zweiseitigen Abriß des Verwaltungsaufbaues der Provinz Westfalen in einen Oberpräsidenten, drei Regierungsbezirke und 37 landrätliche Kreise. Es folgen die Namen des Oberpräsidenten und der drei Regierungspräsidenten, schließlich eine Aufzählung der Kreise. Am Schluß der Einleitung heißt es über die Namen der Landräte: „Bei der weiten Ausdehnung dieses Werkes war es nicht möglich, den sich zu sehr verändernden Bestand der Herren Landräte zu revidiren, ich fand es deshalb zweckmäßiger, sie diesmal nicht aufzuführen."

Der Hauptteil enthält die Adreßsammlung für folgende Regierungsbezirke der Provinz Westfalen:

Es folgen von der Rheinprovinz die rechten Rheinseiten folgender Regierungsbezirksteile:

Die Angaben über die einzelnen westfälischen Kreise sind teilweise sehr summarisch. So folgen z. B. für den die „Kreisstadt Arnsberg" und „Verschiedene Dörfer des Kreises Arnsberg", worunter auch Städte begriffen sind. Insgesamt sind die Regieungsbezirke Arnsberg und Minden, summarisch, ist der Regierungsbezirk Münster gegliedert erfaßt.

Als Zeit der statistischen Erhebung für die Namen bei Dicke ist das Jahr 1832 zu erschliessen.

2. Officielles Adreß-Buch für Rheinland-Westphalen 1834

  • Adreß-Buch für Rheinland-Westphalen, II. Theil, Provinz Westphalen. Enhaltend: die Adreß-Sammlungen der Regierungs-Bezirke Arnsberg, Münster und Minden, von letzteren beiden jedoch die Dorfgemeinden ausgenommen.

Diesem Untertitel geht voraus der Buchtitel:

  • Officielles Adreß-Buch für Rheinland-Westphalen.
    • Zum Vorteil armer Kranken herausgegeben von Rüttger Brüning, Königl. Ober-Bürgermeister, Präses der Central-Wohlthätigkeits-Anstalt zu Elberfeld etc.
    • Bearbeitet von Goswin Krackrügge, Verwaltungssekretair. Elberfeld
    • gedruckt bei Sam. Lucas."

Aus den einleitenden "Erläuterungen" (S. V ff.) ist zu zitieren:

„Das Adreß-Buch umfaßt die beiden Regierungs-Bezirke Düsseldorf und Arnsberg vollständig, von Köln und Koblenz aber nur alle auf der diesseitigen (rechten) Rheinseite gelegenen Ortschaften und die beiden Regierungs-Hauptstädte, sodann von den Regierungs-Bezirken Münster und Minden sämtliche Städte und deren Gebiete.

Bei den Hauptstädten zerfallen die Adreß-Sammlungen in zwei Abtheilungen: I. Behörden und Beamte. II. Kaufleute und andere Privatpersonen. Bei der I. Abtheilung ist zwar wohl eine gewisse Reihenfolge, aber keine Rangordnung beobachtet. Die Militair-Personen sind in der Rangliste (Teil III) aufgeführt.

Die Wohnung der einzelnen Adressaten nach Ort und Straße ist nur da angegeben, wo dies nach Maßgabe der Größe der Ortschaften oder nach sonstigen Verhältnissen notwendig erschien. Wo der Wohnort nicht speziell angegeben ist, da bezeichnet ihn jedesmal die Überschrift der betreffenden Bürgermeisterei.

Die Adressen sind im wesentlichen von den resp. Orts-Behörden dem Herausgeber mitgeteilten Verzeichnissen entnommen, und etwaige Abweichungen haben daher wohl nur in den während des Drucks durch Todesfälle, Beförderung, Versetzung, Wohnorts- und Geschäftswechsel vorgefallenen Veränderungen ihren Grund. Sie konnten bei einem so bedeutenden Werke nicht vermieden werden."

Nachgedruckt ist der 2. Teil über die Provinz Westfalen mit den Regierungsbezirken

  • Arnsberg, Seiten 609 - 810
  • Münster, Seiten 811 - 894
  • Minden, Seiten 895 - 956.

Im Text bezeichnete ein nachgesetztes Kreuz (+) Subskribenten des Adreßbuches. Auf eine Erläuterung etwaig angegebener Orden und Ehrenzeichen — mit Kreuzsymbolen oder Buchstabenabkürzungen — ist verzichtet worden.

Kritik

Rezensiert wurde das wichtige Werk in den „Allgemeinen Unterhaltungsblättern", die in Hamm erschienen, 9. Jg., Bd. 18 von 1835 S. 66 f. von einem „Lbcke." aus D(üsseldor)f:

„Kritik. Das rheinisch-westfälische Adreßbuch.

Zu Paris besteht schon seit Jahren der löbliche Gebrauch, alljährlich ein sogenanntes Adreßbuch herauszugeben. Da unter den zahllosen Büchern der Welt ein solches Buch eins der nützlichsten ist, so wendet die Redaktion alle mögliche Mühe an, dasselbe so richtig und vollständig zu stellen, als es nur angehen will. In dieser Absicht geschah es, daß gegen Ende des vorigen Jahres die Redaktion zu Paris 25.000 der vorzüglichsten Adressen den betreffenden Handelshäusern und Geschäftsmännern ins Haus schickte, mit dem Ersuchen, ihre Firmen gefälligst einsehen und nöthigenfalls berichtigen zu wollen, welchemnächst der Abdruck des Pariser Adreßbuches für das laufende Jahr 1834 mit Genauigkeit veranstaltet wurde.

Der Herr Oberbürgermeister Brüning zu Elberfeld, durch sein reges Streben zur Erreichung gemeinnütziger Zwecke allbekannt, hat den sehr rühmlichen Gedanken zur Ausführung gebracht, ein ähnliches Werk für den an Geschäfts-, Industrie- und Kommerzzweigen der mannigfachsten Art so reichen westlichen Landeskomplex „Rheinland-Westfalen" herauszugeben. Die edlen Förderer alles Guten und Reellen, die Herren Oberpräsidenten von Pestel und von Vincke, billigten und unterstützten das Unternehmen in weitem Maße, wie denn auch die königlichen Regierungen, die Kreis- und Ortsbehörden beider Provinzen nach Kräften dabei werkthätig waren. Der Herr Generalpostmeister v. Nagler bewilligte die Portofreiheit für die zur Herbeischaffung der vielen Materialien erforderliche Korrespondenz, und so kam denn nach unsäglicher Mühe ein Adreßlexikon zu Stande, welches in solchem Umfange das allererste unsers gemeinsamen Vaterlandes ist und daher mit Recht allgemeine Anerkennung verdient.

Dasselbe umfaßt in einem Bande in Großoktav von 1.019 Seiten die beiden Regierungsbezirke Düsseldorf und Arnsberg vollständig, von den Regierungsbezirken Münster und Minden sämtliche Städte nebst deren Gebieten, und von den Regierungsbezirken Köln und Koblenz die auf der rechten Rheinseite gelegenen Ortschaften, so wie die beiden Regierungshauptstädte Köln und Koblenz.

Für die Hauptstädte zerfällt die Adreßsammlung in zwei Abtheilungen: I. Behörden und Beamte, und II. Kaufleute und andere Privatpersonen. Was das Militär betrifft, so ist demselben eine eigenen Abtheilung, nämlich eine ausführliche „Rang- und Quartierliste der Truppentheile in Rheinland-Westfalen" gewidmet.

Sämmtliche Adressen und Data des umfangreichen Werkes sind durch amtliche Mittheilungen erworben, mithin genau, weshalb auch das vorliegende Adreßbuch sich als ein offizielles darstellt.

Den Schluß des Ganzen macht eine Zugabe, nämlich eine Anweisung zur Titulatur und Form der Briefe und Adressen, wobei eine kurze Angabe der bei den mancherlei Gesuchen und Attesten anzuwendenden Stempel ganz zweckmäßig rechten Ortes hier angebracht ist.

Ein alphabetisches Verzeichniß aller in dem Lexikon vorkommenden Bürgermeistereien (an der Zahl 454) erleichtert das Nachschlagen und Auffinden.

Das wohlgetroffene, vorher nicht zu erlangen gewesene Bild des allverehrten Herrn Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Freiherrn Philipp von Pestel, schmückt würdig das bei Samuel Lucas in Elberfeld auf feinem Medianvelinpapier in sehr akkuratem Drucke herausgekommene, 67 Bogen starke Werk, dessen Preis 2 Th(a)l(e)r 20 Silbergroschen beträgt. Auch einzelne Theile des Ganzen sind zu haben, nämlich das Adreßbuch für das Rheinland zu 1 1/3 Thlr., jenes für Westfalen zu 1 Thlr., und die Rang- und Quartierliste nebst dem Titularbuche zu 20 Silbergroschen. Die Schönian'sche Buchhandlung zu Elberfeld hat den Debit, wie auch der Verwaltungssekretär G. Krackrügge daselbst, welcher das Adreßbuch bearbeitete.

Auf solche Weise ist der Herr Oberbürgermeister Brüning, wie wir bei der Anzeige seiner „Annalen der Stadt Elberfeld" im zweiten Junihefte dieser Zeitschrift vom Jahre 1833 bereits sagten, unablässig beschäftigt, durch Abfassung gemeinnützlicher Werke auch über seinen praktischen Amtskreis hinaus im Vaterlande heilsam zu wirken, die Früchte solchen Bemühens aber zur Erleichterung der Bedrängten edel zu verwenden; denn den Ertrag des durch zahlreiche Unterschriften geförderten Unternehmens seines „Adreßbuches" widmet er der Legung eines Grundsteines zu einem Krankenhause für Arme, welcher ruhmwürdige Zweck dem Herrn Begründer immer mehr Verehrer und Unterstützer zuführt und ferner zuführen wird."

Erhebungszeitraum

Während Dicke das Jahr 1834 als Erscheinungsdatum druckt, verzichten Brüning/Krackrügge auf Zeitangaben, beziehen aber Unterlagen des Jahres 1833 und Ergänzungen dazu ein: „Die während des Drucks der „Rang- und Quartierliste der Königl. Preuß. Armee für das Jahr 1833 ... so wie überhaupt alle durch die Militair-Wochenblätter zur Publizität gebrachten Personal-Veränderungen, - letztere in einem Anhange, — sind berücksichtigt worden." Damit und durch die Rezension ist ihr Buch auch in das Jahr 1834 zu setzen.

Gerade bei statistischen Werken aber ist der Zeitpunkt der statistischen Erhebung entscheidend. Hier nun läßt sich die zeitliche Priorität eindeutig klären: Während Dicke für Telgte verzeichnet: „Terfloth, Clemens, Emsflußmüller", geben Brüning/Krackrügge an: „Terfloth, Witwe Klem. Aug., Mühlenpächterin". Nach der Ausarbeitung von Albert Bruens: „Die Telgter Ems-Mühlen“ (1976) S. 18, starb Clemens August Terfloth am 12. März 1833. Seine Witwe Christine übernahm die Mühlenpacht. Damit entstammt das Material von Dicke der Zeit vor dem 12. März 1833, wahrscheinlich also noch dem Jahre 1832, während Brüning/Krackrügge auf Unterlagen nach dem 12. März 1833 fußen, ihre statistischen Angaben also in das Jahr 1833 mit Nachträgen von 1834 zu setzen sind.

Literatur

Als wichtiger Aufsatz sei genannt Horst-Oskar Swientek: Almanach, Adreßkalender, Adreßbuch und Staatshandbuch als Spiegel Dortmunder Lebens vom 16. bis ins 19. Jahrhundert, in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 55. 1958 S. l-43,insbes. S. 38 ff.

3. Adreßbuch für die Provinz Westfalen 1832

Das „Adreßbuch für die Provinz Westfalen auf das Jahr 1832" ist die zweite Ausgabe nach dem Jahre 1829. Ihr folgten bis zum Ende des Jahrhunderts Neuauflagen in den Jahren 1836, 1840, 1846, 1852, 1858, 1891, 1899.

Der Herausgeber, Hofrat Wendt, hat seine knappe Einleitung zu Münster im Dezember 1831 abgeschlossen, jedoch schon die zum 1. Januar 1832 eintretenden Kreisänderungen im Regierungsbezirk Minden erfaßt.

Aus dem datenreichen Band von 340 Seiten wurden die zur Erläuterung und Ergänzung der beiden Adreßbücher notwendigen Angaben übernommen. Die „Berichtigungen" (Seite 339 f.) sind eingearbeitet worden.

4. Deutschland und seine Bewohner 1835

  • Deutschland und seine Bewohner; ein Handbuch der Vaterlandkunde für alle Stände
    • Bearbeitung: K. Fr. Vollrath Hoffmann, auswärtigem Ehren-Mitglied der Royal Geographical Siciety of London, Mitgliede der pariser Sociĕtĕ de Gĕographie, so eie mehrerer gelehrter Gesellschaften des In- und Auslandes.
    • Stuttgart, J. Scheible`s Buchhandlung 1835

Dieser Band enthält als Teil des Königsreichs Preußen auf den Seiten 537 - 558 die

Bereits die Daten allgemeiner statistischer Unterlagen über Preußen (S. 326 ff.) lassen erschließen, daß Hoffmann sich auf Unterlagen bis zum Ende des Jahres 1831 stützt und das folgende Jahr noch mit dem allgemeinen Etat des preußischen Staates 1832 (S. 344 f.) einleitet. Das bestätigt sich auch an den Angaben über die Provinz Westfalen, denn die Änderungen der Kreiszugehörigkeit am 1. Januar 1832 sind nicht berücksichtigt:

Gliederung

Die einzelnen Artikel sind wie folgt gegliedert:

  • Kreis- (bzw. Stadt-)angaben (Adreßbuch Provinz Westfalen 1832)
    • Bestandteile
    • Flächeninhalt
    • Bevölkerung
    • Gebäude
    • Viehstand
    • Landrat
    • Kreisdeputierte
    • Kreissekretär
  • Kreisdarstellung (Hoffmann, Deutschland und seine Bewohner 3. 1835)
    • Größe und Einwohner
    • Hauptsächliche Orte
  • Kreisstände (Adreßbuch Provinz Westfalen 1832)
    • Fürsten und Herren
    • Ritterschaft
    • Städte
    • Landgemeinden
  • Bürgermeistereien bzw. Schultheißenbezirke (Adreßbuch Provinz Westfalen 1832)
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