Vreden

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Vreden: historisch – familienkundliche Entwicklung im lokalen und regionalen Zusammenhang, Land und Leute, Siedlung, Sprache, Kirche, Bibliografie, Archive, Quellen, Hinweise...

Hierarchie: Regional > Bundesrepublik Deutschland > Nordrhein-Westfalen > - Portal:Westfalen-Lippe > Regierungsbezirk Münster > Kreis Borken > Vreden

Inhaltsverzeichnis

Früherwähnung

Name

„Fredenna" 839; „Frethunensis" 1014; „Fretheni" 1016; „Frethenna" 1024; „Fredena" 1085; „Fredenensis" 1092; „Vrethene" 1198; „Vrethen" 1264; „Frethene" 1272; „Wredene" 1277; „Fredene" 1277

Familienname

„Stephanus de Frethene" 1152;

Damenstift Vreden

  • < 839 wurde hier ein Damenstift gegründet.
  • 1016 wird das Stift „civitas", das ist Burg, genannt; aus der befestigten Stiftsimmunität ist später die Stadt Vreden entstanden.
  • 1085 verlieh Heinrich IV. dem Hamburger Erzbischof die Abtei Vreden.
  • 1168 bis 1190 tauschte der Kölner Erzbischof Philipp v. Heinsberg| von Kaiser Friedrich I. gegen das Allod zu Saalfeld die Abteien Herford und Vreden ein;
  • 1198 erhielt König Otto IV. die Abtei Vreden
  • 1205 gab König Philipp dem Kölner Erzbischof Adolf und seinen Nachfolgern die Abtei Vreden zurück;
  • 1241 bestimmte der Kölner Erzbischof Konrad v. Hochstaden, daß innerhalb der Stiftsimmunität nur die Äbtissin oder der von ihr Beauftragte das weltliche Gericht innehaben sollte, desgleichen auf den „aree Garthof et Mulenmersch". Wenn letztere zur Vergrößerung der Stadt herangezogen würden, so würde er sie den Interessen des Stifts entsprechend verpachten;
  • 1261 unterwarf sich die Abtei Vreden der Herrschaft und dem Schutz des Miinsterschen Bischofs Gerhard;

Stadt Vreden

  • 1252 trat der Kölner Erzbischof Konrad die Hälfte der Stadt Vreden an den Münsterschen Bischof Otto II. ab, setzte das Rechtsverhältnis der Stadt zu beiden fest und erkannte an, daß dieselbe in kirchlicher Hinsicht wie bisher Münster allein untergeordnet bliebe. Köln und Münster würden die Stadt auf gemeinsame Kosten befestigen;
  • 1261 schloß die Stadt mit der Äbtissin einen Vertrag über die Aufnahme von Stiftshörigen in die Bürgerschaft;

Pfarrei

  • 1211 plebanus Ambrosius, Johannes sacerdos

Landschaftslage

Vreden liegt im Westen der Westfälischen Tieflandsbucht, 14 km südwestlich Ahaus in feucht-sandiger, vorwiegend von Viehweiden und auch einzelnen Waldstücken besetzter Ebene des Westmünsterlandes in 38 m Höhe mit dem Hauptteil und Kern des Ortes auf dem nördlichen (rechten) Ufer der Berkel (zur Ijssel) nahe der niederländischen Grenze.

Ortsursprung

Siedlung bei Stift Vreden im 9. Jhdt. ; civitas (Burg oder Freiheit) 1016.

Stadtgründung

Stadtrecht

Wigboldsrechte spätestens 1241; Stadtrechte spätestens 1252 laut Urkunde des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden.

Gerichtsstätten

Gogericht „zum Gerkinglo".

Stadtsiedlung

Bauliche Entwicklung

Planlos gewachsene Stadt, Grundriß ein unregelmäßiges Viereck mit runder Ost- und Südostseite, etwa gitterförmiges Straßennetz. Nord-Süd-Ausdehnung etwa 500 m. Befestigung mit Wall und Planken 1252, zerstört 1324, später Mauern und Doppelgraben, ein „Altstadt" genanntes Gartengelände von 18 Morgen im Westen der Stadt nicht in die neue Befestigung einbezogen. Wassermühlentor, Wüllener Tor. Stiftsimmunität durch Graben und zeitweise Plankenwerk gegen das Stadtgebiet abgegrenzt. Die zerfallene Befestigung wurde seit etwa 1650 niedergelegt. Markt am Treffpunkt der Hauptstraßen.

  • Stand 1954: Seit etwa 1900 sind über den alten Stadtkern hinaus nach allen Richtungen neue Stadtteile, teils als Gartensiedlung, hinausgewachsen; hauptsächlich nördl. des Ortskerns gegen den Ölbach hin, aber auch auf dem Südufer der Berkel.

Gebäude

Stand 1954: Kath. Pfarrkirche (Sixtus, später B. Mariae Virginis et St. Georgii), gegründet von Echternach aus ( ?), später dem Stift inkorporiert um 839, karolingische Uranlage freigelegt 1949/50; Neubau zwischen 1006 und 1016, weiterer Neubau 1483-1505, Westturm und ein Portal romanisches Adliges freiweltliches Frauenstift gegründet vom Widukindenkel Graf Walbert um 839, gotisches Stiftsgebäude von 1486, aufgehoben 1803. Stiftskirche St. Felizitas und 7 Söhne, Krypta 11. Jhdt., gotischer Bau 12. Jhdt. Hospital mit Kapelle 15. Jhdt., abgebrannt 1811. Franziskanerkloster seit 1640, Klarissenkloster seit 1651; beide abgebrannt 1811, von Napoleon aufgehoben. Ev. Kirche 1860. Bischof Otto III. von Münster ließ um 1398 an Stelle der Luntener Pforte auf dem Außenwall eine neue Burg erbauen, die 1652 dem Einsturz nahe war und 1699 in Besitz der Familie von Nahmen kam, welche auf dem Burghügel das 1954 noch stehende Herrenhaus errichtete.

Brände

Brände 1324 und 1397 (bei Eroberungen); 1811 und 1857 (fast die ganze Stadt).

Zerstörungen 2. Weltkrieg

  • Gänzlich zerstört: 2 Kirchen, 2 Volksschulen, Progymnasium, Stiftsgebäude, Rathaus, Warmwasserbadeanstalt, 162 Wohnhäuser und Gewerbebetriebe.
  • Stiftskirche, Pfarrkirche, Stiftsgebäude.
  • 40% des Stadtkerns innerhalb der Umwallung zerstört.
  • 1954 Stiftskirche (außer Chor und Krypta), Rathaus, 125 Wohnhäuser und Gewerbebetriebe wiederhergestellt.

Bevölkerung

Ältere Einwohnerzahlen

1498: 1.078 Kommunikanten im Kirchspiel Vreden.

Seuchen

Pest 1599.

Bevölkerungsverzeichnisse

  • Kirchenbücher: kath. seit 1687
  • Kirchenbücher: ev. seit 1846.

Katholische Kirche Zwillbrock:

  • Taufregister 1740-1811, 1846-1877, 1855-1870, Batchnummer C99949-1

Bürgerechtsquelle-Bürgerbuch

  • Vreden, 1959 Kreis Ahaus (spätestens 1241; 1252 Wigboldrechte genannt) Sämtliche älteren städtischen Archivalien gingen im Krieg 1939/45 verloren. Vorhanden ist das Protokollbuch der Waisenstiftung Vreden 1613-1790 mit Niederschrift zahlreicher Verkaufsbriefe (Stadtverwaltung Vreden).

Staats- und Personenstandsarchiv Detmold

  • 1812 (Zivilstandsregister) Geburten, Heiraten, Tote
  • 1846-1874 (ev.) Geburten, Heiraten, Tote
    • siehe auch Ahaus
  • 1815-1874 (rk.) Geburten, Heiraten, Tote
  • 18335-1848 (rk.) Tote
  • 1854 (rk.) Geburten, Heiraten, Tote
  • 1822-1847 (Bürgermeisterei, Juden) Geburten, Heiraten, Tote
  • 1847-1874 (Gerichtsbezirk, Juden) Geburten, Heiraten, Tote
  • 1801-1936 (Mischbestand)

Berühmte Personen

  • Erbbegräbnis von Widukinds Geschlecht in Vreden, u. a. der Billunger Graf Wichmann III., ermordet bei Elten, beigesetzt in Vreden 1016.
  • Adelheid, Tochter Kaiser Ottos II., Äbtissin des Stifts V. 1014-44.
  • Jod. Herm. Nünning, westfälischer Sammler und Geschichtsschreiber, * 1675 Schüttorf, + 1753 Wieckinghof, Stiftsscholaster in Vreden 1706-48.

Jüngere Einwohnerzahlen

  • 1818: 2.201 Einwohner (E.), 1828: 2.295 E., 1843: 2.596 E. und 386 Häuser, 1858: 2.499 E., 1871: 1.921 E., 1885: 1.877 E., 1895: 1.943 E., 1905: 2.165 E. (darunter 55 Holländer), 1913: 2.856 E., 1925: 3.340 E., 1933: 4.571 E., 1939: 5.138 E., 1946: 5.310 E., 1950: 5.965 E.

Vredener Jäger und Förster des Fürstbistums

  • Ferdinand Dürre, Amtsjäger (1776)
  • Johann Hermann Dürre, Adjunct (1776)

Sprache

Die niederdeutschen Mundart von Vreden ist im Raum Essen Gronau, der westfälische und niederländische Elemente enthält, gelegen; sie sagt: bäter 'besser', brocken `gebrochen', ick bün 'ich bin', ih 'ihr', uh 'euch', m6jt `(sie) mähen'. Sprachspott: Alstättske gaue Leu 'gute Leute', wo Vreden „gudde Lö“ spricht.

Wirtschaft

Handel und Gewerbe

Stand 1954: Bis zum Beginn des 19. Jhdt. Ackerbürgerstadt mit vorwiegender Viehzucht. 1790 Leinwandmanufaktur. Um 1845: Leineweberei, Zichorienfabrik, 8 Jahrmärkte. Seit dem 19. Jhdt. entwickelte sich eine kleine moderne Textilindustrie, besonders Baumwollweberei (1912 : 375 Arbeiter, 1950: 950 Arbeiter). Daneben Leder-und Goldwarenfabriken, sowie Tonindustrie.

Maße und Gewichte

Verkehr

Stand 1954: Bis zur Mitte des 19. Jhdts. Berkel-Schiffahrt zur Ijssel nach Zutphen und Deventer in Holland. Die Landstraße von Stadtlohn nach Holland schneidet in Vreden mehrere sternförmig ausstrahlende kleinere Straßen nach Ammeloe, Lünten, Ottenstein, Ahaus und Winterswijk (Holland). Nebenbahn Vreden-Stadtlohn der Westfälischen Landeseisenbahn seit 1902.

Postboten im Stift Münster

Vredenscher Bote logiert in Münster an Emmerichs auf dem alten Fischmarkt, kommt an Donnerstag, geht Freitag mittags über Roxel, Nottulen, Daruup, Koesfeld, Gescher, Stadtlohn auf Vreden,

Umgebungsbedeutung

Stand 1954: Vreden ist Mittelpunkt für sein mit ländlichen Streusiedlungen besetztes Umland im Grenzgebiet und liegt im Einflußbereich von Ahaus und Stadtlohn.

Verwaltung

Rat

1252: „die Schöffen und die Gemeinheit"; 1352: Rat, Schöffen und Bürgerschaft.

Gericht

Das weltliche Gericht über die Stiftsimmunität besaß die Äbtissin; das Gogericht über Stadt und Kirchspiel Vreden überließ sie 1316 dem Bischof von Münster, der den Herrn Otto von Ahaus auf Haus Ottenstein damit belehnte.

Polizeiwesen

  • 19.07.1658 Vogt zu Vreden Kammerdiener Cordten.

Lagerbuch Amt Ahaus 1769

Lagerbuch des Fürstbistums Münster 1769, Hausstatistik nach Hofgrößen, Pferdezahlen

  • Anmerkung zur Tabelle:
    • 1) = Freye Häuser
    • 2) = Schatzbare Häuser
    • 3) = Summe der Häuser
    • 4) = Darinnen befinden sich
    • 5) = Einfache Schatzung
Städte
Kirchspiele
Bauerschaften
u.freye Häuser
1)
Klöster
u. Adelige
1)
geistl.,
priv.
2)
Vollerben
2)
½ Erben
2)
¼ Erben
2)
Kötter
2)
Brinksitzer
3)
Effectiv
3)
reduc. in
Vollerben
4)
Vorspann-
pferde,
Stück
4)
Stallung
f. Pferde
Stück
5)
Rtlr
5)
fl.
5)
Pf.
Stadt
Vreden
Bürgerhäuser
so
contribunabel
fürstlich
. 2 . . . . 66 69 7 1/8 . 50 . . .
Stadt
Vreden
Fürstl. Stift
gräfl. u. adeliges
Damenstift
1 22 . . . . . 23 23 . 12 . . .
Stadt
Vreden
Kloster
Mönche
Observanten
1 . . . . . . 1 1 . . . . .
Stadt
Vreden
Kloster
Nonnen
Clarissen
1 . . . . . . 1 1 . . . . .
Summa Stadt
Vreden
3 22 29 . 95 . 222 371 91 5/8 4 381 55 . .
Kirchspiel
Vreden
Bauerschaft
Ammeloe
fürstlich
. . 9 20 9 51 50 139 30 ¾ 48 304 26 20 .
Kirchspiel
Vreden
Bauerschaft
Dämeren
fürstlich
. . 10 12 7 1 40 70 20 5/8 43 252 21 23 4
Kirchspiel
Vreden
Bauerschaft
Krosewick
fürstlich
. . 16 12 5 4 50 87 26 7/8 64 308 29 18 8
Kirchspiel
Vreden
Bauerschaft
Lünten
fürstlich
. . 16 12 4 26 33 91 28 5/16 55 304 27 15 .
Kirchspiel
Vreden
Bauerschaft
Mars
fürstlich
. . 12 19 4 1 34 70 24 ¾ 63 312 25 7 .
Kirchspiel
Vreden
Kloster
Mönche
Minoriten
1 . . . . . . 1 1 . . . . .
Summa Kirchspiel
Vreden
1 . 63 75 29 83 207 458 132 1/16 273 1.580 131 . .

Bei der Schatzung 1769 zählt 1 Reichstaler 28 Schillinge und 1 Schilling 12 Pfennig.

Landesherrschaft

Landesherren

Stift Vreden, bis dahin Reichsabtei, wurde 1085 von König Heinrich IV. dem Erzbischof Liemar von Bremen geschenkt; nach dessen Tod (1101) wieder Reichsabtei. 1190 tauschte der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg vom Kaiser Friedrich I. gegen das Allod Saalfeld die Abteien Herford und Vreden; der Tausch wurde durch König Otto IV. und erneut durch König Philipp (1205) rückgängig gemacht; 1252 übertrug der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden die Hälfte der auf dem Haupthof des Stifts entstandenen Stadt an den Bischof von Münster, um gemeinam mit ihm „die Stadt zu befestigen und zu er bauen", so daß sie als gemeinsamer Besitz je zur Hälfte gelten sollte. 1352 Bestätigung des gemeinsamen Besitzes, nachdem die Abtissin sich 1261 und 1316 dem Schutz des münsterischen Landesherrn unterstellt hatte; später völlig unter münsterischer Herrschaft, Amt Ahaus (historisch). Die Konfirmation der Äbtissin blieb bis zur Säkularisation beim Erzbischof von Köln.

Mitglied der Hanse (unter Coesfeld); an den wichtigsten münsterischen Landfriedens- und Städtebündnissen des Mittelalters beteiligt. 1392 und vor allem mit der Durchführung der Gegenreformation wurde die Stadt in ihren Freiheiten durch den münsterischen Landesherrn stark beschränkt, behauptete aber die Landtagsfähigkeit.

Am 24.3.1803 beschloß der Reichsdeputationshauptschluß die Auflösung des Fürstbistums Münster und die landesherrliche Hoheit des Fürstbischofs von Münster endete. Die Fürsten Salm-Salm und Salm-Kyrburg erhielten die bisher bestehenden Ämter Ahaus und Bocholt.

Amt Vreden

  • Zwischen 1832/35 und 1843 soll die Trennung der Bürgermeisterei Vreden in Stadt Vreden und Kirchspiel Vreden erfolgt sein. Aus dem Kirchspiel Vreden entstand das Amt Ammeloe.

Kriegerische Ereignisse

1324 durch Reinald von Geldern erobert und in der münsterischen Hälfte verbrannt, 1397 ähnliches Schicksal, 1398 nach Abfall an den Grafen von der Mark durch Bischof Otto von Münster wieder erobert. In der münsterischen Stiftsfehde 1455 vergebens belagert, 1588 durch Holländer geplündert, 1598 von Spaniern und 1623 von Kaiserlichen eingenommen; 1633-48 von Hessen besetzt, dabei 1645 von Kaiserlichen vergebens belagert.

Verwaltungseinbindung

Kriegswesen

Wehrhoheit

In den Fehden des 15.-17. Jh. landesherrliche Besatzung.

Schützengilden

Schützenkette mit 79 Gliedern 1595-1938, davon 39 vor 1800.

Siegel, Wappen, Fahne

Beschreibung:

Wappen 1920: Von Silber und Blau gespalten; -vorn ein durchgehendes schwarzes Kreuz, hinten ein goldener Balken in Erinnerung an die gemeinsame kölnisch-münstersche Landesherrschaft. Dazu als Schildhalter rechts Petrus mit Schlüssel und Buch, links Paulus mit Schwert und Buch, beide mit Heiligenschein und in blauen Mänteln.

Siegel: Das Siegel (seit 1255) zeigte Paulus und Petrus, die beiden Bistumspatrone von Köln und Münster, zwischen ihnen eine Säule. Ähnlich auch die folgenden Siegel bis zum 16. Jh. Im 17. Jh. wechseln die Heiligen die Stellung und vor sie wurde ein gespaltener Schild mit dem kölnischen Kreuz und dem Balken des Stifts Münster gestellt. Der münstersche Stiftsschild erscheint hier im Wappen in den irrigen, seit dem 17. Jh. aufkommenden Farben.

Stadtfarben 1954: Blau-Gelb.

Finanzwesen

Münzwesen

  • Prägungen des Grafen Wichmann 1010/15 und des Bremer Erzbischofs Liumar 1080/90.
  • Notgeld ausschließlich Papier. 1917: 25, 50 Pfg. - 1923: 8 Werte von 500 Ts. bis 10 Md. M.

Stadtgebiet

  • 1841 Landgemeinde Vreden im Amt Ammeloe, bis 1866 Personalunion mit der Bürgermeisterei Vreden.
  • 1858) und 1951: 333 ha.
  • 1969 kommunale Neugliederung: 1969 Stadt Vreden aus Stadt Vreden und Gemeinde Ammeloe.


Ehemaliges Amt im Kreis Ahaus (Regierungsbezirk Münster)

Amt Ammeloe | Amt Gronau | Amt Epe | Amt Legden | Amt Nienborg | Amt Ottenstein | Amt Schöppingen | Amt Stadtlohn | Amt Vreden | Amt Wessum | Amt Wüllen |


Kirchenwesen

Kirchengründung

Vreden, Hauptort des Gaues Hamaland erhielt im frühen 9. Jahrh. seine erste Kirche. Wie die Ergebnisse der vor 1950 durchgeführten Grabungen erwiesen, hatte sie eine Ringstollenkrypta, wie sie ähnlich ostwärts des Limes nur in Werden zu finden ist, und lag an der Stelle der späteren Pfarrkirche. Sie barg vermutlich die Ahnengruft des Geschlechtes Widukind, in der auch Graf Waltbert, der Gründer des Kanonissenstiftes 872 seine Ruhestätte fand.

  • Zwischen 1006 und 1016 errichtete man auf den Resten der alten eine neue Pfarrkirche, deren dreischiffige Hallenkrypta bei den Ausgrabungen vor 1950 zutage trat. Etwa um 1200 folgte der spätromanische und Ende des 15. Jahrh. der spätgotische Bau, der 1945 in Trümmer sank. Seine Patrone sind die Gottesmutter und der hl. Georg.
  • Die Äbtissin Adelheid (1014-1044) baute unweit der Pfarrkirche eine Krypta, die wohl erster Bauabschnitt einer geplanten eigenen Stiftskirche sein dürfte. Zum Bau einer solchen kam es jedoch erst nach 1180. An sie wurde nunmehr das Stift verlegt. Auch erhielt sie die Stiftsfreiheit als eigenes Pfarrgebiet. Acht Kanoniker versahen den Gottesdienst. Sowohl die Pfarrer der Pf arr- wie der Stiftskirche ernannte die Äbtissin. Das Verhältnis beider Pfarren zueinander gestaltete sich oft schwierig und führte im 15. Jahrh. zu einem Streit, der zugunsten der Stiftskirche - wie sich nunmehr zeigt, zu Unrecht - entschieden wurde.
  • Nach Aufhebung des Kapitels 1810 blieb die Stiftskirche nur noch Annexkirche, wurde nach ihrer Zerstörung 1945 wieder aufgebaut und ist seither Pfarrkirche. Ihre Patronin ist die hl. Felizitas.
  • Tochterpfarren Vredens sind: 1365 Ottenstein, 1858 Zwillbrock und 1940 Ellewick.
  • Franziskaner errichteten 1640 ein Kloster und 1677 das Gymnasium Georgianum. Beide wurden, wie auch das Klarissenkloster zur hl. Agnes, 1811 aufgehoben.
  • In Ammeloe wurde 1369 eine Kapelle zu Ehren des hl. Alexander gebaut. Die an ihrer Stelle 1444 erstandene Antoniuskapelle wich 1858 einem Neubau, seit 1926 Rektoratkirche.
  • Die 1906 in Lünten erbaute Kirche zum hl. Bruno, an der seit 1926 eine Rektoratgemeinde besteht, geht auf eine Kapelle der Kartause Weddern von 1756 zurück.

Bei dem Haus Oldenkotte in der Bauerschaft Wennewick bauten Zwillbrocker Minoriten 1657 eine Antoniuskapelle für die benachbarten holländischen Katholiken. 1926 erfolgte die Erhebung der 1923 erneuerten Kirche zur Rektoratkirche.

  • Die Kapelle Maria-Brunn in der Bauerschaft Kleine Mast wurde 1697 erbaut.
    • Quelle: Börsting, H.: Geschichte des Bistums Münster (1951)

Bistümer nach Mittelalter

Die Pfarrkirche war der Reichsabtei Vreden seit etwa 839 inkorporiert, gehörte aber in geistlichen Angelegenheiten schon vor 1252 zum Bistum Münster; Vreden war Hauptort im Archidiakonat des Domthesaurars zu Münster (13. Jh.), später des Propstes von St.-LudgeriMünster (1313). Bis 1926 Dekanat Ahaus, seitdem Dekanat Vreden. Die Äbtissin hatte die Archidiakonalgewalt über die Stiftsimmunität und über die Kleriker beider Kirchen; die seit 13. Jhdt. nachweisbaren 2 Pfarrer für Stifts- und Pfarrkirche wurden von der Äbtissin bestellt. Seit 1831 ist die Pfarrkirche alleinige Pfarre.

Reformation

In der Reformationszeit vorübergehend Wiedertäufer, später Kalvinisten unter kleineren, von Rat gestützten Bürgergruppen; bis 1623 überwiegend evangelisch., seit der Gegenreformation lange Zeit ausnahmslos katholische Bevölkerung. Ev. Gemeinde. Ahaus-Vreden, Kirchenkreis Münster, 1954 Steinfurt.

Bekenntnisse

1871 : 82 Ev., 1925: 166 Ev., 1946: 254 Ev., 95% Kath., 1950: 302 Ev.

Juden

Eigene jüdische Gemeinde 1895: 53 Juden.

Wohlfahrtspflege

Stand 1954: Städt. Spital 15. Jhdt. bis 1811. Kath. Krankenhaus 1852. Kanalisation 1927. Elektrizität durch die VEW Dortmund.

Bildungswesen

Schulen

Stand 1954: Im Mittelalter Stiftsschule, deren Scholaster im Kapitel eine bevorzugte Stellung einnahm; 1611 Einschreiten des Stifts gegen städt. „Winkelschule". 1954 2 kath. und 1 ev. Volksschule. Lateinschule verbunden mit dem Franziskanerkloster seit 1677, später Gymnasium; dann Progymnasium (zeitweise private Rektoratschule) seit 1820, 1954 städt. Progymnasium. Gewerbliche Berufsschule. Landwirtschaftliche Fortbildungsschule.

Archive

Bibliografie

  • Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Ahaus (1900).
  • Berghaus, P.: Die Vredener Münzen des 11. Jh., in: Vredener Festbuch (1952).
  • Brons, B. Geschichte der wirtschaftlichen Verfassung und Verwaltung des Stiftes Vreden im Mittelalter. (1907).
  • Büld, Heinrich: Volk und Sprache Im nördl. Westfalen (1939).
  • Gescher, G.:Vreden, seine Vergangenheit, seine Denkmale, 2. Auflage, 1920/27.
  • Groeteken, F. A.: Geschichte des Gymnasium Georgianum zu Vreden (1922).
  • Prinz, J.: Die Parochia des heiligen Liudger, in: Westfalia Sacra, Bd. 1 (1948).
  • Thümmler: Die frührom. Baukunst in Westfalen, in: Z. Westfalen 28 (1949).
  • Tenhagen, A. Die Vredenschen Äbtissinnen bis zum Jahr 1300, in: Westfäl.Z. 48 (1890).
  • Tenhagen, Friedrich: Gesammelte Abhandlungen zur Vredener Geschichte. (1939) Digitalisat der ULB Münster
  • Tenhagen, Friedrich: Die Vredener Landwehr, in: Westfäl. Z. 53 (1895).
  • Vredener Festbuch, Zur Feier des dreifachen Jubiläums von Kirche, Stadt und Feste i. J. 1952, hg. von der Stadt V. (1952).
  • Wilmans, R.: Studien zur Gesch. der Abtei Vreden, in: Westfäl. Z. 32 (1874).
  • Wünsche, A.: Die Gestalt der Städte im ehem. Fürstentum Mün-ster (Diss. 1937).

Bibliografie-Suche

Genealogische Quellen

  • Bistumsarchiv Münster, Generalvikariat, Bestand Vreden: Pfarrkirche ad. s. Georgium M., Pfarre, darin
    • Status acatholicorum 1624, 1627 (Bestand A 3)
    • Verzeichnis der Reformierten 17. Jhdt. (Bestand A 6)
    • Status animarum 1749 Hs. 152 f. 344

Quelleneditionen und Bearbeitungen

  • Hermann Terhalle: Die Bevölkerung von Stadt und Kirchspiel Vreden im Jahre 1949. Eine Auswertung und Quellenedition des "Status Animarum" von 1749, in: Beiträge des Heimatvereins Vreden zur Landes- und Volkskunde, Heft 10. Vreden 1978.
  • Publikation sämtlicher Steuer- und Bevölkerungslisten von Stadt und Kirchspiel Vreden in der Reihe "Beiträge des Heimatvereins Vreden zur Landes- und Volkskunde":
    • Quellen zur Bevölkerungsgeschichte von Stadt und Kirchspiel Vreden, hrsg. von Hermann Terhalle:
      • Teil I (1498-1632), Vreden 2002, 191 Seiten
      • Teil II (1660-1687), Vreden 1999, 288 Seiten,
      • Teil III (1757-1811), Vreden 1997, 263 Seiten,
      • Teil I bis III zum Sonderpreis von 32 Euro
        • Bestellungen bitte an den Heimatverein Vreden, Hamaland-Museum, Butenwall 4, 48691 Vreden, richten.

Kirchenbücher

Kirchenbücher im Bistumsarchiv Münster (BAM):

KB 1: Heiraten 1687-1788
KB 1a:Geburten 1764-1771
KB 2: Geburten 1769-1780
KB 3: Heiraten 1774-1804 (Repro)
KB 4: Tote 1777-1821 (Repro)
KB 5: Geburten 1780-1793
KB 6: Geburten 1793-1806,1808-1819
KB 7: Heiraten 1797-1812
KB 7a:Tote 1804-1817
KB 7b:Tote 1817-1826
KB 8: Geburten 1806-1818
KB 9: Geburten 1811-1822
KB 9a:Geburten 1818-1826
KB10: Heiraten 1811-1830
KB11: Geburten 1822-1834 (Verlust)
KB11a:Geburten 1825-1834
KB12: Heiraten 1822-1847 (Repro)
KB13: Tote 1822-1834
KB13a:Tote 1826-1835
KB14: Geburten 1835-1852
KB15: Tote 1835-1848
KB15a:Tote 1835-1856
KB16: Geburten 1853-1874
KB17: Heiraten 1848-1874
KB18: Tote 1848-1874
KB18a:Tote 1848-1874
KB19: Tote 1874-?

Internetlinks

Offizielle Internetseiten

http://www.Vreden.de

Genealogische Webseiten

Historische Webseiten

Heimatforschung in Westfalen

Zufallsfunde

Oft werden in Kirchenbüchern oder anderen Archivalien eines Ortes Personen gefunden, die nicht aus diesem Ort stammen. Diese Funde nennt man Zufallsfunde. Solche Funde sind für andere Familienforscher häufig die einzige Möglichkeit, über tote Punkte in der Forschung hinweg zu kommen. Auf der folgenden Seite können Sie Zufallsfunde zu diesem Ort eintragen oder finden.

Private Informationsquellen- und Suchhilfeangebote

Auf der nachfolgenden Seite können sich private Familienforscher eintragen, die in diesem Ort Forschungen betreiben und/oder die bereit sind, anderen Familienforschern Informationen, Nachschau oder auch Scans bzw. Kopien passend zu diesem Ort anbieten. Nachfragen sind ausschließlich an den entsprechenden Forscher zu richten.

Forscherkontakte in FOKO

Die Datenbank FOKO sammelt und ermöglicht Forscherkontakte. Dort eingetragene Forscher mit genealogischen Interessen in Vreden findet man über die Suche

(Zur Erläuterung des Unterschiedes zwischen den angebotenen Suchmöglichkeiten bitte hier weiterlesen).


Wappen_NRW_Kreis_Borken.png Städte und Gemeinden im Kreis Borken (Regierungsbezirk Münster)

Ahaus | Bocholt | Borken | Gescher | Gronau | Heek | Heiden | Isselburg | Legden | Raesfeld | Reken | Rhede | Schöppingen | Stadtlohn | Südlohn | Velen | Vreden |

Bis 1975: Dingden |


Daten aus dem genealogischen Ortsverzeichnis

GOV-Kennung VREDENJO32JA
Name
  • Vreden (deu)
Typ
  • Stadt
Einwohner
Postleitzahl
  • W4426 (- 1993-06-30)
  • 48691 (1993-07-01 -)
externe Kennung
  • geonames:2815824
  • opengeodb:25480
Amtlicher Gemeindeschlüssel
  • 05554068
Karte
   

TK25: 3906

Zugehörigkeit
Übergeordnete Objekte

Borken (1975 -) ( Landkreis )

Ahaus (1969 - 1974) ( Landkreis )

Untergeordnete Objekte
Name Typ GOV-Kennung Zeitraum
Dömern Bauerschaft DOMERNJO32KA (1969 -)
Kleinemast Bauerschaft KLEASTJO32KA (1969 -)
Lünten Kirchdorf LUNTENJO32KC (1969 -)
Vreden Stadt Hauptort VREDE1JO32JA (1969 -)
Doemern Bauerschaft DOEERNJO32KA (1969 -)
Großemast Bauerschaft GROASTJO32JA (1969 -)
Gaxel Bauerschaft GAXXELJO32JA (1969 -)
Köckelwick Bauerschaft KOCICKJO32JA (1969 -)
Ammeloe Bauerschaft Kirchdorf AMMLOEJO32JB (1969 -)
Ellewick-Crosewick Kirchdorf KROICK_W4426 (1969 -)
Wennewick-Oldenkott Kirchdorf WENOTTJO32JC (1969 -)
Zwillbrock Kirchdorf ZWIOCKJO32IB (1969 -)
Persönliche Werkzeuge