Vogel (Familienname)

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Disambiguation notice Vogel ist ein mehrfach besetzter Begriff. Zu weiteren Bedeutungen siehe unter Vogel.
Dieser Familienname gehört zu den 100 häufigsten Familiennamen in Deutschland.


Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Bedeutung

Alles was mit der Nahrungsbeschaffung des frühgeschichtlichen Menschen und seinem Überleben zu tun hatte, wurde in den Wortschatz aufgenommen: So kommen in den indoeuropäischen Sprachen die Begriffe für Vieh, Herde, Kuh, Stier, Ochse, Schwein, Bock, Gans, Ente, Biene durchgängig vor.[1] Auch Vogel ist sprachhistorisch gesehen ein sehr altes Wort; für das Gotische ist fugls belegt, im Althochdeutschen fogal, vogel, fugal.[2]

Im Mittelhochdeutschen begegnet uns die heute noch gültige Wortgestalt vogel, und zwar mit der konkreten Bedeutung jagdbarer Vogel, Schwimmvogel: Gans, Ente; manchmal auch als irrige Bezeichnung für ein fliegendes Insekt.[3] Je nach regionaler Mundart (hier besonders im Rheinfränkischen) wird der Stammkonsonant g zu ch erweicht und der Vokal e zu i umgelautet.

Im übertragenen Sinn ist der Vogel das Symbol für Freiheit, aber gerade im Mittelalter - auf den Menschen übertragen - auch für Rechtlosigkeit ("vogelfrei" sein). Ein "lustiger Vogel" stellt demnach einen nicht in Zwänge eingebundenen Menschen dar oder ganz einfach einen sangesfrohen, beschwingten Zeitgenossen.

Eine zweite Bedeutung liefert uns das mittelhochdeutsche Nomen vogeler, voglerlîn: auf neuhochdeutsch Vogelfänger, Vogelsteller, Geflügelhändler.[4] Zuerst als Beiname verwendet (siehe u. a. die 1836 entstandene Ballade von Johann Nepomuk Vogl über den Ostfrankenkönig Heinrich I.: "Heinrich der Vogler"), bilden sich hierfür die Übernamen Vogler und Vogel heraus. In der Figur des "lustigen Vogels" und Vogelhändlers Papageno aus der Mozartoper "Die Zauberflöte" verschmelzen beide Begriffe.

Varianten des Namens

  • Vogil, um 1230, Fochel, um 1299, Vochil, um 1335 sowie Nitsche vogil, 1380 Liegnitz, Nicolaus vogil, 1347 Liegnitz, Vogel, um 1363 und 1471, Mattis Fogil, 1450 Görlitz, Paul Fagel, 1453, auch: Paul Vagler, 1451 Liegnitz[5], Niclas Fogeler von Crampicz, 1456[6], Peter Fogeler, 1427 Görlitz, vogelare, 1244, vogler, 1348, Heynne Mörlyn der vogeler, 1381 Sorau Land (Vogeler als Beiname).


Geographische Verteilung

Relativ Absolut
relative Namensverteilung
Vogel (im Jahr 2002 insgesamt 27325 Einträge)
erstellt von Geogen 3.0 Webdienst
Legende:
weniger als 10 Vorkommen pro Mio,
bis 200 Vorkommen pro Mio,
bis 400 Vorkommen pro Mio,
bis 600 Vorkommen pro Mio,
bis 800 Vorkommen pro Mio,
mehr als 800 Vorkommen pro Mio
absolute Namensverteilung
Vogel (im Jahr 2002 insgesamt 27325 Einträge)
erstellt von Geogen 3.0 Webdienst
Legende:
weniger als 1 Vorkommen,
bis 100 Vorkommen,
bis 200 Vorkommen,
bis 300 Vorkommen,
bis 400 Vorkommen,
mehr als 400 Vorkommen

Schlesien

Vogel (Görlitz [52], Liegnitz [40], Sagan [9], Hirschberg [5], Glatz [4], Trebnitz [6], Beuthen [26])

Die Zahlen in eckigen Klammern beziehen sich auf die Häufigkeit der Namen, also Görlitz [20] = 20 mal in Görlitz vorkommend, und so fort aus "den Adreßbüchern der dreißiger Jahre" der entsprechenden Städte.


Bekannte Namensträger

Sonstige Personen

  • Vogel, Joh. Ludwig, copuliert 1821 in Wesel
  • Vogels, Gertrud, copuliert 1819 in Wesel

nähere Angaben siehe: Mitteilungen aus dem Schlossarchiv Diersfordt und vom Niederrhein, Beiheft XIX, Hermann Kleinholz: Das Heiratsregister in der Garnisonsgemeinde Wesel 1818 bis 1874, Herausgeber: Historischer Arbeitskreis Wesel, 2002

Literaturhinweise


Daten aus FOKO


Anmerkungen

  1. Werner König: dtv-Atlas zur deutschen Sprache, Tafeln und Texte, München : Deutscher Taschenbuchverlag 1978. hier: S. 41
  2. Wilhelm Braune, Ernst A. Ebbinghaus: Althochdeutsches Lesebuch, mit Wörterbuch, Tübingen: Max Niemeyer 1969, S. 197
  3. Matthias von Lexer: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 35. Auflage, mit neubearbeiteten und erweiterten Nachträgen, Stuttgart 1979.
    Uni Trier, Online-Version: http://germazope.uni-trier.de/Projects/MWV/wbb hier: 34. Ausgabe 1974, S. 293
  4. Lexer, dto.
  5. Urkundenbuch Liegnitz, hier: S. 493
  6. Codex diplomaticus Silesiae, hier: Bd. 4, S. 217

Weblinks

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