Urkundenbuch Oppen, Band 1/XIII
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| Urkundenbuch Oppen, Band 1 | |
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ein ansehnlicher Theil mitunter interessanter Stücke zugeführt
worden, die sich meistens auf KriminalfäIle beziehen, in denen die
Oppenschen Gerichtsherren Rechtsbelehrung suchten und
erhielten.
Die Stadtarchive der Zauche waren bereits für den Riedeischen Codex
ausgebeutet worden, sonst hatten sie einige Beiträge für das
Urkundenbuch gegeben; das Stadtarchiv zu Wittenberg war völlig arm
an Oppenschen Urkunden. Nur aus Treuenbriezen gingen, Dank der Güte
des dortigen Herrn Bürgermeisters, dem Verfasser mehrere
Aktenstücke zu, denen manche beachtenswerthe Beiträge zur Sammlung
entnommen werden konnten. Auch das Archiv der Niederlausitzischcn
Landstände in Lübben hat für den 2. Theil des Urkundenbuches
einige, wenn auch nur wenige Urkunden beigesteuert.
Endlich ist noch der Privat-Archive zu gedenken. Außer dem
Fredersdorfschen, dessen Benutzung mir nicht vergönnt war, kam von
den benachbarten Gütern, die bis in die frühesten Zeiten
hinaufreichende Archive nicht besitzen, nur das uralte Brandt v.
Lindausche, jetzt v. Watzdorfsche Schloß Wiesenburg in Betracht.
Allein die auf das dortige, aus Fähndrichs schätzbarer Arbeit
bekannte Archiv gesetzten Hoffnungen wurden gleichfalls getäuscht,
und nur eine einzige dem 17. Jahrhundert angehörige Oppensche
Urkunde, ein Theilungsreceß, war die Frucht der eifrigen
Bemühungen, von dorther die Quellen zur Qppenschen
Familiengeschichte vermehrt zu sehen.
Die schon oben bedauerte Spärlichkeit der mittelalterlichen
Urkunden des Geschlechts v. Oppen wird durch folgende Zahlen
illustrirt, daß nämlich dem 13. Jahrhundert nur 7, dem 14. nur 52
und dem 15. sogar nur 29 Urkunden angehören, zusammen also nur 88
(abgesehen von 3 chronikalischen Aufzeichnungen). Von diesen waren
bei Bearbeitung dieses Werkes alle dem 13. Jahrhundert
angehörenden Urkunden bereits gedruckt, von denen aus dem 14. 33
gedruckt und 19 ungedruckt, aus dem 15. Jahrhundert liegen 19
gedruckte und 10 bisher ungedruckte Urkunden vor; mithin betrug die
Zahl der bis jetzt noch nicht durch den Druck publicirt gewesenen
v. Oppenschen Urkunden aus dem Mittelalter nur 29.
Wesentlich günstiger gestaltete sich das numerische Verhältniß
hinsichtlich der Urkunden des 16. Jahrhunderts, weil die meisten
Urkundenbücher der Regel nach mit dem Anfange dieses Zeitraums
abzuschließen Pflegen. Von den 422 Urkunden desselben sind vorher
wohl nicht zehn durch den Druck bekannt geworden und dasselbe ist
bei 553 Urkunden der Fall, welche dem Zeitraum von 1601 bis 1648
angehören. An Wichtigkeit und Mannigfaltigkeit werden die Urkunden
des neuern Zeitalters die des Mittelalters bei Weitem
übertreffen.
Nach der vorstehenden allgemeinen nothdürftigen Uebersicht über die
Quellen, denen der Stoff zum vorliegenden ersten Bande des
Urkundenbuches entstammt, erübrigt noch eine Aeußerung über die bei
der Herausgabe leitend gewesenen Grundsätze. Was die Wiedergabe der
Vorlagen, seien es Originale, seien es
