Topographie Holstein 1841/I-Z/448

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Topographie Holstein 1841
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Nähe belegenen Berges mit einer Anbauerstelle, Ansgariusberg (Scharenberg) zu bestätigen scheint. Späterhin ist dieses Dorf wahrscheinlich der Familie v. Wedel zuständig gewesen, welche noch im 14. Jahrhunderte in Holstein blühte. - Wedel enthält außer einer Freihufe (63/144 Pfl.), 9 Vollh., 8 Dreiviertelh., 13 Halbh., 9 Drittelh., 9 Viertelh., 12 Sechstelh., 15 Achtelh., 18 Zwölftelh., 9 Sechszehntelh., 1 Vierundzwanzigstelh., 60 Anbauerstellen und 5 Freistellen, (13 73/144 Pfl.). - Die Kirche soll unter dem Erzbischofe Adeldag erbauet sein; eine spätere im Jahre 1311 erbauete Kirche ward 1612 durch Feuer fast gänzlich zerstört; darauf wieder erbauet und nach etwa 150 Jahren wieder abgebrochen; die dann erbauete schöne, und mit einer hohen Thurmspitze versehene, brannte am 13. September 1837 ab, ward in den Jahren 1839 und 1840 neu erbauet und kostete 17,000 Reichsthaler.svg. Sie hat eine Orgel. - Der König ernennt den Prediger. - Eingepfarrt sind: Ansgariusberg, Giesensand (Spitzdorfer-Sand), Hittler-Schanze (Hittler-Schanzensand), Holm, Holmer-Schiffsstätte, Schulau, Spitzerdorf, Twielenflether-Sand (Juls-Sand), Wedel, Wedeler-Sand (Fährmanns-Sand). - Im Flecken sind 2 Schulen, die Hauptschule mit einem Lehrer in 2 Classen, und die Elementarschule in 2 Classen mit 2 Lehrern (350 K.). - Zahl der Einwohner: 1758, worunter 2 Aerzte, 1 Controlleur, 1 Zollassistent, 1 Hafenmeister, 36 Schiffer oder Everführer, 3 Pferde- und Viehhändler, 7 Krämer, 12 Brenner und Brauer, 16 Gast- und Schenkwirthe, 8 Bäcker, 5 Schlachter, 8 Zimmerleute, 4 Schiffszimmerleute, 10 Maurer, 6 Tischler, 9 Weber, 1 Färber, 12 Schneider, 16 Schuster, 3 Rademacher, 5 Schmiede, 2 Schlosser, 2 Töpfer und 2 Lichtgießer. - Eine Königliche Wind- und eine Wassermühle ist in Zeitpacht gegeben, und zu derselben sind zwangspflichtig: Holm, Rissen, Schulau, Sülldorf und Spitzerdorf. - Wedel hält 4 Kram- und Viehmärkte: vierzehn Tage vor Fastnacht, den 23. April, den 25. Mai und den 26. Octbr. - Die auf dem Marktplatze stehende Rolandssäule, von grauem Sandsteine, wird als ein Denkmal der Vorzeit geachtet, und sehr sorgfältig auf Kosten des Fleckens unterhalten. - Die Communalangelegenheiten werden unter Aufsicht des Hatzburger Kirchspielvogts von einem Deichgrafen und 4 Fleckensgevollmächtigten verwaltet. - Areal: 2330 Steuert. - Der Flecken selbst liegt zwar auf der Geest, hat aber außer einer ihm von einem Grafen von Schauenburg geschenkten großen Weide, Stock und Brook genannt, welche jährlich über 1000 Mark 3.svg einträgt, beträchtliche Marschländereien, Eigenthum der Eingesessenen, die zwar, da sie ohne Deiche sind, bei hohen Fluthen überschwemmt werden, aber doch zu vortrefflichen Weiden und Wiesen dienen, weshalb Wedel eine Vorrathskammer dieses Products genannt wird. - Vormals waren dem Harvstehuder Kloster 21 Acker Landes in dem Wedeler Brooke verpfändet, welches der Graf Erich von Holstein, im Jahre 1464, bekräftigte. - Im Jahre 1731, den 16. März, brannten in Wedel 167 Häuser ab; auch zerstörte eine Feuersbrunst am 13. Septbr. 1837 die Kirche und 20 andere Gebäude. Hohe Fluthen waren hier in den Jahren 1791, 1792, 1806, 1824 und besonders 1825, als das Wasser eine Höhe von 19'3" über den mittlern Wasserstand hatte, und eine Frau im Bette ertrank.
Wedeldorf
s. Christinenthal.
Wedeler-Sand
(Fährmanns-Sand), mit dem Fünfruthen- und Fährkamp; ein an die Wedeler Marschländereien, hart an die Elbe gränzendes Königliches Pachtstück mit einer Hirtenwohnung; Kspv. Hatzburg;