Topographie Holstein 1841/I-Z/026

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Topographie Holstein 1841
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nach ihrem Schlosse daselbst so benannt, gewohnt haben. Im Jahre 1220 wird Helricus von Kellingdorp und 1258 Eggo von Kellingdorp erwähnt.
Kellinghusen
(vorm. Kerleggehusen); Flecken an der Stör, über welche da eine Brücke führt. Br. 53°56'58"; L. 27°22'45". Der Name dieses Fleckens kommt in der Geschichte schon im Jahre 1148 vor, da Thoto von Kerleggehusen in einer Urkunde erwähnt wird, welcher vielleicht der Befehlshaber einer damaligen, zum Schutze der Stellauer Kirche hier angelegten Burg war; auch wird im Jahre 1196 Johannes von Kelinghusen genannt. - Dieser Ort verdankt wahrscheinlich sein Entstehen dem Holzhandel auf der Stör, und anfänglich waren hier nur 18 Häuser, deren Besitzer jetzt noch die Achtzehner heißen; bald nach der Mitte des 17. Jahrhunderts waren hier 35 Häuser, und die nach dieser Zeit entstandenen heißen Freikathen und müssen jährlich Grundzins entrichten. - Kellinghusen, im Jahre 1740 zum Flecken erhoben, besteht aus mehreren, besondere Namen führenden, Theilen: Helmswehr, einige Häuser an der Stör; das alte Kellinghusen mit den Häusern hinter- und bei der Kirche, der Lehmberg, Sande und Louisenberg (vormals Papenberg), ein ansehnliches Wohnhaus mit mehreren Nebengebäuden. - Es sind hier 3 verschiedene Jurisdictionen: ein Theil des Fleckens gehört zum Amte Rendsburg, Kspv. Kellinghusen, ein Theil zum Kloster Itzehoe und ein Theil zur Herrschaft Breitenburg. Der Amtsbezirk faßt in sich: das alte Kellinghufen bis auf 5 Häuser, so wie 27 Häuser im Sande und 1 Haus in Lehmberg (zus. 107 Häuser); das Klösterliche Gebiet besteht aus 5 Häusern im alten Flecken, aus Helmswehr und Louisenberg, so wie aus 19 Häusern in Lehmberg und 11 im Sande (zus. 38 Häuser); der Breitenburg'sche District besteht aus 10 Häusern in Lehmberg. - Die hoch liegende, dem heil. Cyriacus geweihte Kirche ist im Jahre 1154 von Feldsteinen erbauet; der Haupttheil derselben steht noch jetzt. Im Jahr 1686 zerstörte ein Blitzstrahl die Kirche bis auf die Mauer, sie wurde aber in demselben Jahre wieder in Stand gesetzt. Ihre jetzige Gestalt erhielt sie im Jahre 1729; sie hat einen Thurm und eine Orgel. - An der Kirche stehen 2 Prediger, die der König ernennt. - Eingepfarrt sind, vom Amte Rendsburg: Lockstedt, Meezen, Pojenberg (z. Thl.), Vorbrügge, Willenscharen. Von der Herrschaft Breitenburg: Carlshof, Fitzbeck (z. Thl.), Grönhude (z. Thl.), Hennstedt (z. Thl.), Hollenbek, Lohbarbek, Mühlenbarbek, Mühlenholz, Neumühlen, Oeschebüttel, Pojenberg (z. Thl.), Rade (z. Thl.), Rensing, Rosdorf, Störkathen, Vorbrügge, Winseldorf (z. Thl.), Wrak. Vom Kloster Itzehoe: Fitzbek (z. Thl.), Grönhude (z. Thl.), Hennstedt (z. Thl.), Louisenberg, Overndorf, Pojenberg (z. Thl.), Quarnstedt (z. Thl.), Rade (z. Thl.), Ridders (z. Thl.), Springhoe, Wiedenborstel (z. Thl.). Vom Amte Steinburg: Pojenberg (z. Thl.). Vom Gute Drage: Ridders (z. Thl.). Vom Amte Segeberg: Quarnstedt (z. Thl.). Vom Gute Sarlhusen: Wiedenborstel (z. Thl.). - Im Flecken sind 3 Schulen, eine Hauptschule und 2 Elementarclassen; jene zählt 150, diese 100 Schüler. - Zahl der Einwohner: 935. - Der Haupterwerbszweig der Einwohner ist der bedeutende Handel mit Fadenholz, mit welchem sich 18 Einwohner beschäftigen; der Flecken hat 18 kleine Fahrzeuge zu 71 Com. Lasten. An Fabriken sind hier: 3 Steingutfabriken, die aber jetzt keinen großen Absatz mehr haben, 1 Seifenfabrike, 1 Tabacksfabrike, 2 Siegellackfabriken, und 3 Essigfabriken. Von 2 Ziegeleien liegt Eine bei Overndorf und die Andere