Topographie Holstein 1841/A-H/213

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Topographie Holstein 1841
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Glinde
einige Kathen im Gute Cronsburg; Ksp. Bovenau.
Glinde, Ober-
2 Halbh. und 2 Kathen mit Land (7/24 Pfl.), 3/8 M. südöstlich von Uetersen; Herrschaft Pinneberg. Amtsvogtei Uetersen, Moorreger-District; Ksp. Rellingen. - Schuldistrict Appen. - Zahl der Einwohner: 38, worunter 1 Krüger. - Areal: s. Moorrege.
Glinde, Unter-
Dorf 1 M. nordwestlich von Pinneberg; Herrschaft Pinneberg, Haus- und Waldvogtei; Ksp. Rellingen; enthält 1 Drittelh., 2 Fünftelh., 1 Zehntelh. und 2 Anbauerstellen. (Pflugz. s. Appen). - Zahl der Einwohner: s. Appen. - Schuldistrict Appen. - Bei Glinde ist ein Lösch- und Ladeplatz an der Pinnaue für kleine Fahrzeuge; auch ist hier eine bedeutende Ziegelei mit 3 Brennöfen, welche großen Absatz in der nächsten Umgegend hat. - Areal und Beschaffenheit des Bodens: s. Appen.
Glindesmoor
District 1 1/2 M. östlich von Crempe; Amt Steinburg, Crempermarsch; Kspv. und Ksp. Hohenfelde; enthält 13 Stellen mit und ohne Land; eine Stelle heißt Glindhof. - Schuldistrict Hohenfelde. - Zahl der Einwohner: 178, worunter 1 Victualienhändler und 1 Rademacher.
Glindesmoor
s. Moorburg.
Glindhof
s. Glindesmoor.
Glückstadt
ehemals eine Festung, jetzt eine offene Stadt an der, hier eine Meile breiten Elbe und am Ausflusse des Rhins (Rhyn), der hier einen sehr guten Hafen bildet, in einer Ebene, eingeschlossen von der Blomeschen und Bülowschen Wildniß. Br. 53°47'19"; L. 27°5'15".
Diese, in der fruchtbaren Cremper-Marsch belegene, geräumige Stadt, ward im Jahre 1616 von dem Könige Christian IV. angelegt, einige Jahre später befestigt, und um einen Theil des Handels von Hamburg dahin zu ziehen, durch besondere Handelsprivilegien bevorzugt. In dem Fundationsbriefe vom 22. März 1617 hat der König diese Stadt, unter Hinweisung auf Wilster, mit lübischem oder hamburgischem Rechte begabt. Im Jahre 1630 ließ der König hier auch ein Schloß, die Glücksburg genannt, erbauen, in welchem er oft residirte, und wo der nachherige König Friedrich III. mit der Herzogin Sophia Amalie von Braunschweig-Lüneburg das Beilager hielt, allein da es baufällig ward, wurde es, im Jahre 1708, abgebrochen. Am Deichthore liegt eine Wassermühle, an der Mündung des Hafens ein Blockhaus und demselben gegenüber ein Castell, welches letzte aber schon vor etwa 60 Jahren gänzlich verfallen war. Im Jahre 1623 ward Glückstadt zum Stapelplatze der isländischen Waaren gemacht, welches der Stadt aber wenigen Nutzen brachte; auch gab der König, im Jahre 1630 den portugiesischen Juden, und ein Jahr darauf den Mennonisten, das Privilegium, sich hier niederlassen zu dürfen und gleich andern Bürgern Handel und bürgerliche Gewerbe zu treiben, ohne die Zunftgenossenschaft zu erwerben; auch ward ihnen freie Religionsausübung und den Juden die Erbauung einer Synagoge verstattet.
In den Jahren 1627 und 1628 ward diese Festung von den Kaiserlichen, unter dem General Tilly, 15 Wochen hindurch belagert, aber eben so wenig, als im Jahre 1643, bei dem Einfalle Torstensons, eingenommen; dahingegen traf sie das Schicksal, nach einer, nur dreiwöchentlichen, Belagerung am 4. Jan. 1814 von dem Commandanten, Generalmajor Czernikow dem Feinde übergeben zu werden, doch ward sie schon durch den Frieden, am 26. Januar den Dänen wieder eingeräumt, aber im Jahre 1815 geschleift.
Gouverneure und Commandanten der Festung waren, so weit bekannt: 1634 der Graf Christian v. Pentz; 1648 der Statthalter Rantzau; 1653 der
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