Topographia Ducatus Montani (1715)/097

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Topographia Ducatus Montani (1715)
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sie sich doch des Schlosses nicht bemächtigen können. Daher ist dem damahls regierenden Landesfürsten Philipp Wilhelm (der nachmahls Churfürst geworden) im Jahr 1672 gerahten worden, das Schloß oder vielmehr die Mauern um das Convent daselbst niederzuwerfen, welches auch geschehen, uud also bis izo noch in solchem Standt zu finden. Iztgedachtes Conveut nennet sich Benedictiner-Ordens, hat einen Adelichen Prälaten, und das Städtgen selbsten gehöret dem Convent zu, ist aber unter Churfürstlichem Schuzz und Schirm, uud deshalben gehöret solches zu den Bergischen Landen.

Die Nahrung dieses Orts bestehet allein in Feldgütern, und obschon das nah dabei laufende Wasser, die Sieg genaudt, einiger maßen kann gebraucht werden, sintemahl aus dem Landt viel Brennholz darauf nach dem Rhein gebracht wird, so ist doch kein besonderer Handel deshalben da anzutreffen, außer daß dieser und dergleichen nicht weit vom Rhein entlegene Oerter bessere Gelegenheit haben, die Früchte des Landes in denen nah dabei gelegenen Städten Bonn und Cöln an mann zu werden.

Von der Stadt Elverfeldt.

Mann könnte zwar dencken, es wäre von einem solchen Orth, welcher ohnlängst zu einer Stadt erst geworden, nicht viel, oder gar nichts zn melden, so sage daß dennoch ein und anders zu berichten vorkompt, welches bey andern vorgedachten nicht hat können berühret werden, sintemahl in demselben (nächst Düsseldorf) die vornehmste Kaufleut im Landt sich aufhalten, uud keinen kleinen, sondern in der That einen ansehnlichen Handel treiben. Obgleich aber diese Stadt ein offener Plaz und dabey nicht groß, so hindert doch solches an obgedachtem Handel im Geringsten nichts, ja es haben die Einwohner vor diesen Zeiten selbst bey damahliger Landes-Obrigkeit umb Niederwerfung der Stadtmauern angesucht, weilen die feindliche Partheien stets den Ort, eine umb die andere eingenommen, und dadurch nicht nur die Einwohner der Stadt, sondern auch des Landes selbsten, sehr beschwehret haben, welches, nachdem es ihnen willfahret worden, nachgehends also geblieben ist. Ueber der Wupper, welche hart an der Stadt hinlauft, liegt sogleich das sogenandte Islandt, davon die Einwohner Isländer heißen und daher den Nahmen bekommen, weilen sie als Leibeigene den Graben am Schloß, so vormahls da gewesen und da

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