Topographia Bavariae/065

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Topographia Bavariae
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      Was das Bistumb allhie anbelangt/ so gränzet solches mit Bäyern/ dem Ertzstifft OberOesterreich vnd Böheim. Hat in Oesterreich viel Güter/ vnd darunter die Statt Mautren; Jtem die schöne Märckt/ Ebersperg an der Traun/ vnd Ambstätten. Jn dem Land Bäyern hat es/ ausser Passaw/ rc. sonstē keine andere Stätt/ aber wol Märckt/ Herrschafften vnd Schlösser. Es schreibet Oseas Schadaeus, in Sleidano continuato, part. 3. lib. 23. fol. 967. daß dieses Bisthumbs Jährliches Einkommen 80000. Cronen ertrage. Es ist solches Anfangs zu Ens in OberOesterreich/ da die Ens vnnd Thonaw nahend zusammen kommen/ gewesen/ welche Statt damalen Lorch/ oder Lauriacum, hiesse/ wie in Beschreibung d' Stätte in Oesterreich angezeiget wird. Es ist aber wegen der Vngarn öfftern Vberfall solches Bisthumbs Sitz auff Passaw gelegt/ vnnd der erste Bischoff allhie zu Passaw/ wie man darfür hält/ (dann zuvor/ ehe das Bistthumm von Lorch hieher gelegt worden/ allhie/ wie Gewoldus darfür hält/ kein Bisthumb gewesen ist) Erchenfridus, aber gleichwol das zu Ens/ oder Lorch/ nit gar auffgehebt worden; wie dann umbs Jahr Christi 616. da S. Ruprecht in seiner Reyß auff Lorch kommen/ Philo ErtzBischoff zu Lorch/ vnd gedachter Erchenfried/ Bischoff zu Passaw/ gewest seyn sollen: Wiewol auch von Theils hieran gezweiffelt wirdt/ die besagten Erchenfried für einen Ertzbischoff zu Lorch/ vnnd Bischoffen zu Passaw zugleich halten. Folgendts findet man mehrere Richtigkeit/ als besagtem Philoni zu Lorch/ vnnd Brunoni zu Passaw (der nach Philone zugleich auch ErtzBischoff zu Lorch gewesen/ vnnd Anno 698. gestorben) nur einer nemblich Theodorus vnd diesem Vivilo, oder Vivilus succedirt; welcher/ nach Zerstörung der Statt Lorch/ Anno 735. durch die Hunnen geschehen/ allererst das Heiligthumb/ die Priester/ Mönch/ unnd Nonnen/ von Lorch auff Passaw gebracht; deme ferners der Bischoff Sidonius, (so mit dem Heiligen Bonifacio, wegen der Heiligen Tauff/ von einem vngelehrten Priester administriert, gestritten hat) vnd andere hernach zu Passaw/ vnnd vnter denselben Waldericus, Ertzbischoff allhie/ gefolgt haben; gegen dessen LebensEnde das Ertzbisthumb auff Saltzburg transferirt worden; wiewol auch nachgehendts noch etliche Bischöffe allhie sich Ertzbischöffe geschrieben; Theils auch von Rom auß dem Ertzbischofflichen Kleyd/ oder Pallio, begabet worden seyn. Vnter solchen Bischoffen zu Passaw war Winechindus/ Withingus/ oder Wichindus/ welchem Käyser Arnolph die Schankung der Statt Passaw/ von den Hertzogen in Bäyern Ottilone, vnd Tassilone, beschehen/ Anno 899. bestättigt/ vnd jhme noch mehrere Freyheiten geben hat. Auß seinen Nachkommen war Gerhardus, oder Gebhardus, so An. 945. gestorben/ welcher zu Rom vom Papst zum Ertzbischoff zu Lorch wieder gemacht/ vnd auch ein Vergleich zwischen jhme/ vnd dem Ertzbischoff zu Saltzburg Heroldo, getroffen worden/ davon Brunnerus part. 2. Annal. pag. 447. zu lesen. Pilegrinus. so Anno 991. gestorben/ wird für den letzten Ertzbischoff zu Passaw gesetzt. Dann die folgende nur Bischöffe genandt werden; vnter welchen berühmbt seyn Altmannus, so Anno 1091. oder 92. gestorben: Conradus ein Marggraff von Oesterreich/ welcher der Statt Passaw Anno 1164. die Freyheit/ einen Jahrmarckt/ von S. Jacobi an/ 14 .Tag lang zu halten/ geben: Weickardus von Polheim/ so Anno 1282. Albertus der Ander/ ein Hertzog von Sachsen/ so Anno 1342. gestorbem Godfried von Weiseneck/ so Anno 1362. Todts fürworden/ vnnd zu welches Zeiten Anno 1348. ein Erdbidem zu Passaw gewesen/ vnnd Anno 1354. ein Theil der Statt/ der newe Marckt genandt/ abgebronnen ist: Johannes von Scherffenberg/ so anno 1387. Georgius Graff von Hohenlohe/ so Anno 1424. gestorben; dessen Spruch/ den er gemeinlich an die Wände zu schreiben gepflegt/ gewesen: O Welt/ O Welt; darunder einer einsmals geschrieben/ wie vbel verzehrest S. Stephans Geldt. Dann er stattlich gelebt/ viel Schulden gemacht/ vnnd vnterschiedliche Güter deß Stiffts verkaufft hat: Ernestus Hertzog in Bäyern An. 1517. erwöhlt; deme succedirt haben/ 1. Wolfgangus Graff von Salm. 2. Wolffgang der Ander von Klosen. 3. Urban

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