Tagebuch 1812 Ernst von Baumbach - Napoleons Russlandfeldzug/199
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| Tagebuch 1812 Ernst von Baumbach - Napoleons Russlandfeldzug | |
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Zufluchtsorte vertrieben, und das Recht des Stärkern im vollen Maße
ausgeübt. Es wurde wenig oder auch gar keine Rücksicht mehr auf
Rang genommen; alle gesellschaftliche Bande waren zerrissen, alle
Waffenbrüderschaft, alles Gefühl von Menschlichkeit und Mitleiden
in dem instinktmäßigen Trieb der Selbsterhaltung untergegangen.
Jede Sprache war anfänglich ein Beweggrund zu besonderer Verbindung zwischen denen die sie redeten, so bildeten sich Nationalvereine, welche sich, weit entfernt einander zu unterstützen, feindlich begegneten, was besonders gegen die Franzosen der Fall war, mit denen oft Schlägereien entstanden. Die unbedeutendste Ursache erregte Streit zwischen den verschiedenen Gesellschaften oder einzelnen Menschen; die abscheulichsten Flüche, die schmutzigsten Schimpfnamen wurden gehört und das Ende war gewöhnlich, daß sie über einander herfielen und sich prügelten. Wuth war in allen Herzen, man hätte sich zerfleischen mögen.
