Skirwieth (Fluss)

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Fluss-System Ruß
(c) Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Die Skirwieth ist ein 9 km langer linker Delta-Arm der Ruß, welche wiederum der rechte Delta-Arm der Memel ist. Sie liegt im Stammesgebiet der Schalauer und bildet heute die Grenze zum Oblast Kaliningrad.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Vor Ruß teilt sich die Ruß (Fluss) in die nach Norden abschwenkende Altmath und die nach Süden fließende Skirwieth. Gleich hinter Ruß fließt die Pokallna nach rechts ab, und von dieser wiederum die Warruss nach links. Zwischen Skirwietell und Skirwieth liegt an der "Skirwietellkrandt" (krantas: Ufer) ein toter Arm am rechten Ufer. Kurz vor der Mündung ins Haff teilt sich der Fluss in zwei Arme: die gerade nach Süden verlaufende Wittinnis Ost und die nach Norden abfließende Ostraginnis-Ost, die als Schutzhafen dienten. Außerdem liegen im Skirwieth-Delta noch einige namenlose teils versandete Abflüsse.

"Diese Verzweigungen sind, ebenso wie schon verlandete weitere Mündungsarme, stark versandet und nur noch mit flachen Kähnen befahrbar. Die Schiffahrt folgt allein der Atmath."


Name

Der Name beschreibt den Verlauf.

  • prußisch "skirti" = teilen, trennen, scheiden, absondern, kennzeichnen

+ "wistit" = wirbeln

  • prußisch "witine" = flaches roh gebautes Flussschiff
  • "austra" = ost + "gines" = Freund, freundlich (übertragen: beschützender östlicher Hafen)
  • kurisch "uoaste"/ prußisch "ostas" = Hafen

Historische Mündungsarme

Dazu noch die Zeek, ein Muschelgrund mit Kraut- und Binsenholmen

Geschichte

"Früher mündete die Ruß im ganzen in 13 Armen. Die meisten sind im Laufe der Zeit teils versandet, teils zugeschüttet. Das gilt vor allem für die Mündungen der Skirwieth. Der Fischfang in den Mündungsarmen der Ruß ist bedeutend. Das Dorf Skirwieth hat jedoch seine früher sehr nennenswerte Lachsfischerei aufgeben müssen. Bei Ruß werden viele Neunaugen gefangen. Einträglicher ist seit 1881 aufgekommene Ukeleifischerei. Die silberglänzenden Schuppen dieses etwa fingerlangen, lachsähnlichen fisches werden zu Schmuckgegenständen, falschen Perlen verarbeitet." [1] (Siehe auch Deime)

Einzelnachweise

  1. Ambrassat, August: Die Provinz Ostpreußen, ein Handbuch der Heimatkunde, 1912, Nachdruck Weidlich, Frankfurt a.M. 1978,S.141

Literatur

  • Kurschat, Heinrich A.: Das Buch vom Memelland, Siebert Oldenburg 1968, S.71 (Zitat in Kursivschrift)
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