Serbien

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Hierarchie

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Inhaltsverzeichnis

Name

  • Srbija (Serbien, Sirp)

Landesherren

Dynastie Obrenowitsch 1817-1903

  • 1817-1839 Milosch (Fürst 06.11.1817)
  • 1839 Milan III.
  • 1839-1842 Michael
  • 1842-1858 Alexander Karageorgewitsch
  • 1858-1860 Milosch (zum 2. Mal)
  • 1860-1868 Michael (zum 2. Mal)
  • 1868-1889 (+1901) Milan IV., 1878 souveräner Fürst, 1882 König
  • 1889-1903 Alexander I. (wird 1903 mit seiner Gattin ermordet (geb.1876, letzter Obrenowitsch).

Dynastie Karageorgewitsch ab 1903

  • 1903 Peter I. Karageorgewitsch, neuer König von Serbien (+1921 in Belgrad). Während des ersten Weltkrieges gibt er die Amtsgeschäfte aus gesundheitlichen Gründen an seinen Sohn Alexander I. ab, muß mit seiner Familie 1915 nach der Besetzung Serbiens zuerst nach Italien, dann Frankreich fliehen. Durch seine großserbische Politik verschlechtert sich das Verhältnis zu Österreich-Ungarn erheblich.

Fürstentum:Flagge, Farben

Beschreibung:

Nationalflagge: National- und Staatsflagge des Fürstentums u. Königreichs Serbien 1835–1920. Serbien hatte im Jahre 1835 die rot-blau-weiße Flagge angenommen

Landesfarben: "Die Panslawische Farben" Weiß, Blau und Rot. Viele slawische Völker schufen sich in der Zeit nach 1848 (dem Jahr der Revolutionen) – im Zusammenhang mit einem erstarkenden slawischen Nationalismus – eigene Flaggen. Dabei spielte der Panslawismus eine bedeutende Rolle. Der Panslawismus sah in Russland ein Vorbild, denn die Russen waren, neben Montenegro, die einzige freie slawische Nation. Und so wurden die Farben der russischen Flagge zum Idol der Panslawisten.

Königreich, Regierungsform, Verwaltung

Stand 1895: Serbien, durch den »Berliner Frieden« am 13.07.1878 von der Türkei unabhängig erklärt, am 06.03.1882 zum Königreich proklamiert, ist eine konstitutionelle Monarchie. Der König übt die gesetzgebende Gewalt mit der Skuptschina, die entweder eine gewöhnliche, jährlich zusammentretende, aus vom König ernannten u. vom Volke teils direkt, teils indirekt gewählten Abgeordneten bestehend, oder eine große in vierfacher Zahl vom Volke selbst gewählte u. zu ausserordentlichen Verfassungs- etc. Fragen berufene ist.

Landeseinteilung

Stand 1895: Das Land ist eingeteilt in 15 Kreise u. 2 selbständändige Städte:

Serbien: 10 Dinar Goldmünze 1882 (König Milan I.)

Budget

Stand 1895: Das Budget f. 1894 zeigt in Einnahme 63,7556 Mill. Dinar, in Ausgabe 63,623868 Mill. Dinar. Die Staatsschuld betrug am 1. Jan. 1894 insgesamt 340.692.542 Dinar u. erforderte einen Jahresaufwand von 21.691.530 Dinar.

Münzen, Maße u. Gewichte

Stand 1895: Die Münze ist der Dinar = 1 Frc = 80 Pfg. Für Masse u. Gewichte ist das metrische System eingeführt.

Allgem. Geographie, Klima

Stand 1895: Königreich in Südosteuropa, auf der Balkanhalbinsel; grenzt im Osten an Rumänien u. Bulgarien, im Norden an Kroatien - Slavonien, im Westen u. Süden an Bosnien-Herzegowina

  • Gesamtumfang: 48.590 qkm
  • Einwohner: 2.161.961 (45 Ew./qkm).

Mit Ausnahme einiger Ebenen an der Donau u. Save Gebirgsland, das sich einerseits von Norden nach Süden, anderseits nach der Morava (Moráwa) hin senkt; die höchsten Erhebungen desselben sind der Kopaonik (1960 m), der Stol auf der Wasserscheide zwischen Morava u. Timok, 1.670 m; im Westteil ist das nur bis 930 m steigende Medwednik-Gebirge. Bei den vielen Tälern hat dieses Gebirgsland nur ein Querthal, das der Morava, die übrigen Flußtäler sind nur Längenthäler. Flüsse sind ausser der die Nordgrenze bildenden Donau u. Save u. dann der Morava, deren Nebenflüsse Nišava u. Ibar u. die Nebenflüsse der Save, Kolubara u. Drina, letztere, wie Donau, Save u.Morava, schiffbar. Das Klima ist angenehm, mild u. gesund, nur in den hoch gelegenen Tälern im S rauh.

Bevölkerung

Stand 1895: Die Bevölkerung gehört in der weitaus grössten Mehrzahl zum serbischen Stamm u. zur griechisch-orientalischen Kirche; ausserdem 143.684 Rumänen, 37.581 Zigeuner. Die Grösse u. Bevölkerungszahl des Landes zeigt die folgende Auflistung
'(städt. Einwohner (Ew.) (Ew.<st.>); ländl. Ew. (Ew.<ld.>); Ew. zus. (Ew.<z>):'

  • (I) Kreis Valjevo: 2905,1 qkm, 9528 Ew.<st.>, 104989 Ew.<ld.>, 114517 Ew.<z>;
  • (II) Kreis Vranja: 4196,7 qkm, 22588 Ew.<st.>, 126694 Ew.<ld.>, 149282 Ew.<z>;
  • (III) Kreis Kragujevac: 2385,4 qkm, 20431 Ew.<st.>, 120230 Ew.<ld.>, 140661 Ew.<z>;
  • (IV) Kreis Krajina: 3258,7 qkm, 12160 Ew.<st.>, 79412 Ew.<ld.>, 91572 Ew.<z>;
  • (V) Kreis Kruševac: 3255,5 qkm, 15032 Ew.<st.>, 134522 Ew.<ld.>, 149554 Ew.<z>;
  • (VI) Kreis Morava: 3109,5 qkm, 24890 Ew.<st.>, 135301 Ew.<ld.>, 160191 Ew.<z>;
  • (VII) Kreis Pirot: 3142,8 qkm, 15176 Ew.<st.>, 105409 Ew.<ld.>, 120585 Ew.<z>;
  • (VIII) Kreis Podrinje: 3266,6 qkm, 15113 Ew.<st.>, 161420 Ew.<ld.>, 176533 Ew.<z>;
  • (IX) Kreis-Donau (vermutl. Kreis Podunavlje): 3142,8 qkm, 12679 Ew.<st.>, 194287 Ew.<ld.>, 206966 Ew.<z>;
  • (X) Kreis Pozarevac: 3638,5 qkm, 24136 Ew.<st.>, 180893 Ew.<ld.>, 205029 Ew.<z>;
  • (XI) Kreis Rudnik: 4580,7 qkm, 9973 Ew.<st.>, 141722 Ew.<ld.>, 151695 Ew.<z>;
  • (XII) Kreis Timok: 2091,8 qkm, 7236 Ew.<st.>, 85526 Ew.<ld.>, 92762 Ew.<z>;
  • (XIII) Kreis Toplica: 3632,6 qkm, 6145 Ew.<st.>, 115237 Ew.<ld.>, 121382 Ew.<z>;
  • (XIV) Kreis Uzice: 4344,1 qkm, 10399 Ew.<st.>, 127143 Ew.<ld.>, 137542 Ew.<z>;
  • (XV) Kreis Zrna-Reka: 1439,5 qkm, 6854 Ew.<st.>, 62710 Ew.<ld.>, 69564 Ew.<z>;
  • (XVI) Beograd-Stadt: 454249 Ew.<st.>, 54249 Ew.<z>;
  • (XVII) Niš-Stadt: 19877 Ew.<st.>, 19877 Ew.<z>;
    • alle Kreis zus.: 48390,3 qkm, 286466 Ew.<st.>, 1875459 Ew.<ld.>, 2161925 Ew.<z>; (das Areal der St. Beograd u. Niš ist in dem Kreis-Donau (vermutl. Kreis Podunavlje), respektive Kreis Toplica mit enthalten.)

Die Kreis zerfallen in 72 Bezirke u. diese in 1271 politische Gemeinden, die 24 Städte, 44 Flecken, 3135 Dörfer u. 897 Weiler umfassen.

An der Spitze jeder Gemeinde steht ein Kmet (Ortsrichter), ihm zur Seite die Odbor (Gemeideausschuss). Die 72 Bezirke werden von Bezirlskapitänen verwaltet; über ihnen stehen die 15 Kreispräfekten. Diese u. die Bezirkskapitäne werden von der Regierung ernannt, die Kmets von den Gemeide erwählt.

Gerichte (I. Instanz) gibt es 22, dann ein Appellationsgericht u. einen Kassationshof; ausserdem in Beograd ein Handelsgericht.

Kultur, Religion, Bildung

Stand 1895: Das Unterrichtswesen steht noch auf niedriger Stufe; der Elementarunterricht ist nicht obligatorisch. Für den Sekundärunterricht bestehen 7 Gymnasien, 11 Realschulen, 1 höhere Schule (Mädchen); in Beograd besteht eine Hochschule mit 3 Fakultäten (Jura, Technik, Philosophie), Seminar (Theologie), Schule f. Kriegswesen, Artillerie- Schule, Schule f. Ackerbau, Forstwirtsch.-Schule.

Die griechisch-orientalische Kirche von Serbien bildet eine eigene Nationalkirche mit vollständiger Selbstverwaltung; die höchste geistliche Gewalt übt die Nationalsynode.

Produkte, Handel

Die Hauptnahrungsquelle der Bevölkerung ist die Landwirtschaft, die aber 1895 noch auf niedriger Stufe steht. Trotzdem geht der Ertrag an Getreide (Mais, Weizen, dann Hafer, Gerste u. Roggen) über den Bedarf. Von Handelsgewächsen werden Hanf u. Tabak kultiviert, von Obst hauptsächlich die Pflaume u. in den Gegenden der Donau der Wein. Bei der Tierzucht ist die der Schweine am bedeutendsten; Rinder dienen nur als Arbeitstiere u. zur Ausfuhr; den Bedarf an Milch, Butter, Käse, Fleisch liefern Schafe u. Ziegen. Srbija (Serbien) ist sehr reich an Waldungen u. da die Waldungen meist Staatseigentum sind, herrscht in der Bewirtschaftung derselben wenigstens einige Ordnung. Der Bergbau, in früherer Zeit in Blüte, dann herabgesunken, ist in neuerer Zeit wieder aufgenommen u. wird von der Region in 30 Bergwerken als Monopol betrieben; er ist auf Eisen, Zink, Kupfer u. Steinkohle gerichtet. Das bedeutendste Eisen- u. Kupferwerk ist Majdan-Pok, die ausgedehntesten Lager an Steinkohle sind im Kreis Tschuprija. Die gewerbliche Industrie ist in Srbija 1895 noch unbedeutend Von großen industriellen Instituten sind nur die Staatsdruckerei, eine Fabrik f. Tuch, die königliche Giesserei (Stücke) u. Fabriken (Schiesspulver; Pulvermühle), dann Brauerei (Bier) u. Brennerei in Beograd zu nennen.

Der Wert des auswärtigen Handels belief sich 1893 auf 40,923 Mill. Dinar in der Einfuhr, auf 48,911 Mill. Dinar in der Ausfuhr. Haupteinfuhrartikel sind: Eisen, Stahl, Eisenwaren, Nägel, Kohle, Leder, Petroleum, Öl, Glas, Maschinen, Wolle, Baumwolle, Manufakturwaren, Farben, Kolonialwaren, Papier, Drogen u. Apothekerwaren; Hauptausfuhrartikel: lebendes Vieh (Schafe, Schweine) u. Federvieh, Getreide, Mehl, getrocknete Pflaumen (25,000 t produziert, mehr als 16.000 t Export), Pflaumenmus, Wein, Felle, Faßdauben, Nußholz, Knochen, Quecksilber, Fleisch, Speck u. Wurstwaren.

  • Eisenbahn: Es sind 540 km Eisenbahn vorhanden

Post- und Telegrafenwesen: 1893 waren 157 Postbezirke, 137 Telegrfie-Stationen. f. 3.085 km Linien mit 6.558 km Drähten vorhanden

Militär

Stand 1895: Seit 1889 besteht allgemeine Dienstpflicht: ein Jahr beim aktiven Heere, 9 Jahre in dessen Reserve, dann 10 Jahre im 1. u. 10 Jahre im 2. Aufgebot der Nationalmiliz. 1893 gab es 580 Offiziere, 12.112 Mann, 2.773 Pferde u. 206 bespannte Geschütze. Im Falle der Mobilmachung zählt die reguläre Armee 148.022 Mann, das 1. Aufgebot 125.516 Mann, das 2. Aufgebot 63.785 Mann, mithin beläuft sich die Gesamtkriegsstärke auf 337.323 Mann.

Quelle

Einleitung

Hier wird das Serbien von heute beschrieben. Historische deutschsprachige Gebiete finden Sie hier:

Datei:Lokal Staat Serbien.png
Lokalisierung Serbien

Flagge

Datei:Fahne Staat Serbien.png

Wappen

Datei:Wappen Staat Serbien.png


Landesfarben

Die Landesfarben sind xxxx

Allgemeine Information

Politische Einteilung

Datei:Karte Staat Serbien.png

Kirchliche Einteilung

Die kirchliche Einteilung unterscheidet sich von der staatlichen Einteilung. Details finden Sie bei dem jeweiligen Bezirk.

Geschichtlicher Abriss

Genealogische und historische Quellen

Genealogische Quellen

Historische Quellen

Bibliographie

Hier: Nur die dem Staat insgesamt zugeordneten Referenzen aufführen.

Genealogische Werke

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Historische Werke

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Weitere Literatur

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Ortslexika und Karten

Ortslexika

Karten

  • Maporama.com: Link


Archive und Bibliotheken

Archive

Die wichtigste Forschungsmöglichkeit außerhalb der Haushalte bieten die staatlichen Archive. Dort kann man in Matriken, Verkündbüchern, Seelenbeschreibungen, Grundbücher usw. Einsicht nehmen. Matriken sind Aufzeichnungen über kirchliche Handlungen wie Taufen, Trauungen, Einsegnungen sowie Kirchenein- und austritte.

Bibliotheken

LDS/FHC

Genealogische Forschungsstellen der 'Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage' (Mormonen).

Die Kirche und die dazu gehörende Genealogische Gesellschaft von Utah, in Salt Lake City, Utah, USA, bzw. ihre europäische Zentrale (Im Rosengarten 25a, D-61118 Bad Vilbel, BRD) verfilmt aus religiösen Gründen in aller Welt personenbezogene Akten (meist Kirchenbücher). Von Böhmen sind nur wenige Verfilmungen verfügbar.

In Salt Lake City ist ein großes Zentrum für Familienforschung eingerichtet. Die Filmrollen und Microfishes sind in den Rocky Mountains in riesigen unterirdischen Hallen gelagert. Duplikate dieses Materials werden Familienforschern in aller Welt gegen ein geringes Entgelt in zahlreichen Familienforschungsstellen (FHCs) zur Verfügung gestellt.

Voranmeldung erforderlich! Es wird nicht religiös geworben.


  • Die österreichischen FHC's finden Sie hier: mormonen.at
  • Die deutschen FHC's finden Sie hier: Link
  • Die Zentrale in Utah, USA hier: Link

Verschiedenes

Telefonbücher

  • Online Telefonbuch: ???

Mailinglisten

  • Mailinglisten auf Genealogy.net: Link

Regionale Verlage und Buchhändler

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Berufsgenealogen

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Heimat- und Volkskunde

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Auswanderungen

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Berufe

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Etymologie und Sprache

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Kalender

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Internetlinks

Offizielle Internetseiten

Genealogische Internetseiten

Serbia Today - Focalpoint for genealogy in Serbia and Montenegro
Genealogy site for Serbia and Montenegro. Also has material on Saxons in Serbia and others.
Serbian Genealogical Society
Official website of the Serbian Genealogical Society with information that covers the fields of personal genealogy & heraldry in Serbia & Montenegro.

Weitere Internetseiten

Artikel Serbien. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie.

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