Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/3/242
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Kinder der Pastoren und der Eingesessenen des Amtes Haderslebn
genossen gewisse Vorzüge bei dem Besuch der Schule. Es waren vier
Conservatoren der Schule aufgestellt, welche die Aufsicht führen
sollten, deren Geschäftskreis im Einzelnen vorgeschrieben ward der
Amtspropst, ein Prediger aus dem Amte, ein studirtes Mitglied der
Herzoglichen Kanzlei und der Bürgermeister der Stadt. Die ersten
Rectoren dieser Gelehrtenschule waren: Johannes Bock von 1567—1570,
zugleich zweiter Schloßprediger, Laurenz Wilhadin 1570—1570,
Hermann Pistorius 1573—1584; die ersten Conrectoren Laurenz
Wilhadius 1567—1570, Kanut Bramsen 1570—1575, Martin Pletzius
1575—1584. Bis 1640 blieb die zweite Schloßpredigerstelle verbunden
mit dem Rectorate der Schule[1]. Schon im
Jahre 1567 ließ Herzog Johann das Schulgebäude erbauen auf dem S.
Marien-Kirchhofe, und seiner Munificenz und Frömmigkeit verdankte
Hadersleben zwei Jahre nachher die Stiftung des ausgezeichneten
Hospitals. Und ein Jahr früher hatte er das Gymnasium zu Bordesholm
gegründet.
Am Sonnabend nach Reminiscere des Jahres 1566 erließ der Herzog eine landesherrliche Verordnung[2], zunächst „an Unsere lieben andächtigen und getreuen Propsten und die Anderen Unsers? Klosters Bordesholm“ gerichtet, worin die Reformation des Klosters zu erkennen gegeben und die Umwandlung desselben in ein höheres Unterrichtsinstitut ausgesprochen wurde. Es schwebte dabei dem Herzoge und seinen theologischen Räthen als Vorbild das Muster der sächsischen Fürstenschulen vor, und die Einrichtung des neuen Gymnasiums war in der Verordnung genau vorgeschrieben. Es sollten darin 16 Schüler (welche Zahl später verdoppelt worden ist) Wohnung und Kost haben, um unter strenger Zucht in den höheren Schulkenntnissen und den Anfangsgründen der theologischen Wissenschaft Unterricht und Erziehung zu bekommen, nachdem f??? vorher auf Lateinischen Schulen den Elementarunterricht empfangen und gute Fähigkeiten bewiesen hätten. Der Aufnahme in das Gymnasium sollte, um das Talent und das Betragen der Alumne kennen zu lernen, eine halbjährige Probezeit vorhergehen.
