Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/3/182
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Jugend in den Anfangsgründen der christlichen Lehre zu unterrichten
sei; die Erklärung des 29sten Psalms von Bugenhagen, um daraus die
Nothwendigkeit der Kindertaufe und damit zusammenhängende
Gegenstände zu erlernen; ferner das Buch von der Unterweisung der
Visitatoren im Kurfürstenthum Sachsen; endlich die
Schleswig-Holsteinische Kirchenordnung. Diese Kirchenbibliothek
wurde später im Gottorpischen Landestheile durch folgende
vorgeschriebene Bücher vermehrt: die drei Bände Bibliorum
trilingium, das Corpus Doctrinae, die Ethik von Paul
v. Eitzen, seit 1585 die Instructio de Praedestinatione et
Sacramento Altaris von demselben, der Deutsche Psalter und die
Consilia Dedekeni, endlich seit dem 21. September 1591,
wie schon erwähnt, die Predigten des Paul v. Eitzen über die
Evangelien. Als König Christian III. 1553 zum letzten Male in
Holstein war, schenkte er sämmtlichen Predigern in seinem
Landestheile die Werke Luthers[1]. Bei den
Visitationen wurde nachgesehen, ob die vorgeschriebenen Bücher
vorhanden, und gefragt, ob sie benutzt waren. Wo sind diese
libri parochiales durchgehends bei unseren Kirchen
geblieben? Sie sind zum Theil verschleudert, großentheils aber in
den feuchten Kirchenschränken vermodert, und letzterer Uebelstand
war eine Hauptursache, weshalb man in neuerer Zeit vorschriftsmäßig
die Schränke in die Pastorate verlegte.
Die Sprache, in welcher gepredigt und in der Kirche gesungen wurde, war die Landessprache, also die niedersächsische oder plattdeutsche in Nordalbingien, d. i. in ganz Holstein, in Dithmarschen, in Lübeck und Hamburg, gleichwie in dem größeren Theile von Schleswig, namentlich in allen Städten dieses Herzogthums, Hadersleben mit einbegriffen[2], in ganz Nordfriesland und in der Landschaft Angeln. Dagegen war es die dänische Sprache im Amte Hadersleben, wie auf den Inseln Alsen und Aerrö. Die Gränze des dänischen Sprachgebietes ist für die angränzenden Gegenden in der Reformationszeit nicht ganz unzweifelhaft. Wir wollen uns jedoch auf diesen Sprachenstreit, der bekanntlich in unseren Tagen eine stark politische Farbe angenommen hat, hier nicht weiter einlassen, und nur zum Schlusse bemerken, daß erst am Ende des
