Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/3/160
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welches aus Diaconus zusammengezogen ist. Nun wollte man noch nach
der Reformation den Diaconen gewissermaßen die Stelle des Küsters
anweisen, und dies geschah um so leichter, da auf dem Lande
wenigstens vielerwärts die Diaconen in der That ordinirte Küster
waren, oder man Küster zu Diaconen machte, um den Pastoren unter
besonderen Umständen eine amtliche Aushülfe zu gewähren. Daher
brauchten die zweiten Prediger anfangs nicht gerne den Ausdruck
Diaconus. In Dithmarschen, wo deren schon gleich nach der
Reformation eine ziemliche Anzahl war, bediente 1544 bei der
Unterschrift der von „Pastoren und gemene Capellanen“ aufgesetzten
Artikel noch kein einziger sich dieses Ausdrucks. Boëtius Marquardi
zu Brunsbüttel schreibt sich noch „Vicarius“, so auch Henricus
Hentens „Vicarius“ in Hemme; der Geistliche an der Kirche zu
Schlichting, die wohl nicht als vollberechtigte Pfarrkirche
angesehen wurde, Jasper Wagen, „Prädicant to der Schlichten“. Die
zweiten Prediger zu Meldorf, Weslingburen, Lunden, Neuenkirchen,
Weddingstedt, Heide, Marne, Henstedt, wie auch der dritte Prediger
zu Meldorf, nennen sich „Sacellani“, der in Delve und
einer in Weslingburen „Concionator“, Tilemann Ernde
„Seminator Verbi“ in Oldenwörden. Gebräuchlich war im
gemeinen Leben wohl hauptsächlich der Name Capellan, während nach
der Reformation die Benennung Diaconus an einigen Orten auch in der
biblischen Bedeutung als Almosenpfleger und Armenvorsteher aufkam,
wie gleichfalls in der Kirchenordnung. In den Städten, wo
Nachmittags- und Wochenpredigten gehalten werden sollten, war
gleich anfangs die Anstellung von Amts-Gehülfen der Pastoren
erforderlich. Zu Hadersleben geschah dies 1556, und 1578 kam noch
ein zweiter Capellan hinzu. In solchen Fällen empfing denn der
erste Capellan den Namen Archidiaconus, freilich in einem ganz
anderen Sinn, als in welchem diese Benennung vor der Reformation
für jene hochgestellten Prälaten der Domcapitel, von welchen öfter
dle Rede gewesen ist, gebräuchlich gewesen war. Auch an der
Schloßkirche zu Hadersleben war ein zweiter Prediger angestellt.
Schon 1528 kommt hier Franciscus Strienius als Diaconus
aulicus vor. Zu Apenrade ist vor 1588 und wahrscheinlich schon
geraume Zeit vorher ein Diaconus gewesen, zu Sonderburg um 1569, zu
Tondern wenigstens 1561; ja es wird berichtet, daß der erste
evangelische Pastor Hieronymus schon einen Gehülfen, Johann Decker,
gehabt habe, der 1537 ihm im Pastorat
