Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/2/101

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Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte
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Cistercienser-Mönche aus dem Kloster Lockum in der Nähe der Weser hieher eingeladen, und der Graf wies ihnen einen Wohnsitz in der Wüste zwischen Lübeck und Oldesloe an neben der Trave. Die an diesem Orte erbaute hölzerne Kirche weihte der Bischof Diederich von Lübeck zur Ehre der Jungfrau Maria und gab dem Orte den Namen Reynevelde. 1186 wurde das Kloster zu bauen angefangen, und der Bau dauerte ins fünfte Jahr. 1190 haben die Mönche das Kloster bezogen, wie das Chron. Erici angiebt: 1190 Conventus mittitur in Reinevelde Kalend. Novembr. Die Stiftungsurkunde ist 1189 ausgefertigt von Adolph und vom Kaiser Friedrich und seinem Sohne Heinrich bestätigt. Es war dies um so nothwendiger, da das Kloster in demjenigen Antheile von Wagrien angelegt wurde, der Reichsland war und von Adolph nur als Lehn besessen wurde. An einem andern Orte wird von den Besitzthümern dieses Klosters die Rede sein, deren es in der Folge sehr viele erwarb, so daß es zu den begütertsten Stiftungen gehörte, und die hiesigen Mönche für Herren geachtet wurden, die sich vieler Freiheiten erfreuten, wohin unter andern auch das mehrmals bestätigte Privilegium gehörte, daß das Kloster nicht mit Ernährung von Pferden und Hunden von der Landesherrschaft dürfe belästigt werden. Die Aebte des Klosters lebten glänzend und hatten den nächsten Rang nach dem Bischofe. Man zählt ihrer im Ganzen bis zur Aufhebung des Klosters 38, doch werden die meisten nur mit ihrem Vornamen bezeichnet. Außer dem Abt war ein Prior. 1313 waren wenigstens 24 Brüder, worunter 13 Priester und 11 Laienbrüder (conversi). Das Kloster war der Visitation des Abtes von Lockum unterworfen, dahingegen hatte der Abt zu Reinfeld namentlich die Klöster zu Itzehoe und Harvstehude unter seiner Aufsicht. Sonst stand das Kloster in andern Beziehungen unter dem Bischofe von Lübeck. Bischof Albert Krummendiek zu Lübeck (1466—89) brachte es beim Papste Sixtus IV. dahin, daß Reinfeld den bischöflichen Tafelgütern incorporirt werden sollte. Der König aber widersetzte sich, und es kam dahin, daß der Papst Sixtus die Incorporation und Veränderung widerrief und 1485 cassirte. 1517 ward das Kloster mit Hintansetzung des Lübecker Bischofs dem Bischof von Schleswig untergeben[1]. In der Kirche des Klosters haben


  1. Cypr. p. 416.