Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1/134
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daß an seinem bischöflichen Schmuck auch nicht Eine Stelle versengt
war, wie darauf der Dänenkönig sogleich den Glauben und die Taufe
angenommen, er und seine Leute. Es sind aber Umstände und Personen
in diesen Sagen mit einander in Verbindung gebracht, die nicht wohl
zusammengehören können. Eins möge genügen anzuführen. In den
Isländischen Sagen spielt Olaf Trygvesen bei der Eroberung des
Danewirks eine bedeutende Rolle. Er ist erst ums Jahr 970 geboren,
und müßte doch wenigstens gegen 20 Jahr alt gewesen sein, ehe er
auf solche Weise an den Ereignissen hätte Theil nehmen können; dann
aber verrückte sich Haralds Taufe bis nah vor seinem Ende, das um
990 erfolgte, wo sein Sohn Svend in Aufstand gegen ihn war. Dieser
aber soll als kleiner Knabe zugleich mit dem Vater getauft sein,
und nach dem Kaiser Otto, der Pathenstelle bei ihm vertrat, den
Namen Sven-Otto empfangen haben; Otto aber starb schon 973.
Mit Wahrscheinlichkeit ist Haralds Taufe in die Zeit um 965 zu setzen .[1] Svend war damals ungefähr 2 Jahr alt. Daß die Taufe Haralds unmittelbar auf seine Besiegung durch Otto erfolgt sei, ist auch eben nicht nothwendig anzunehmen. Es kommt auch in Betracht, daß einige Angaben darauf hindeuten, Otto I. habe einen doppelten Zug nach Dänemark gemacht, und es ist sehr möglich, daß erst der zweite Haralds Taufe zur Folge hatte. Damit fiele denn die festere Gestaltung der bischöflichen Sitze um diese Zeit zusammen. War aber Poppo dabei mitwirkend, so hätten wir wenigstens Einen Anhaltspunkt für die Zeitbestimmung in dem Leben dieses so berühmt gewordenen Apostels der Dänen, dessen am füglichsten hier zu erwähnen ist, so wenig Sicheres sich auch über ihn sagen läßt, indem die Nachrichten über das Leben und Wirken dieses Mannes höchst abweichend sind. Was ihn vornehmlich so berühmt gemacht und seinen Namen in der Erinnerung erhalten hat, ist die Feuerprobe mit dem glühenden Eisen. Es wird nun freilich auch diese Begebenheit verschiedenartig berichtet. Während Poppo nach Einer Erzählung über das glühende Eisen unversehrt hinschreitet, trägt er nach einer anderen das glühende Eisen in der bloßen Hand
- ↑ Asmussen a. a. O. S. 249 f., wo die für diese Annahme in Betracht kommenden Umstände zusammengestellt sind.
