Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte/1/120
aus GenWiki, dem genealogischen Lexikon zum Mitmachen.
| GenWiki - Digitale Bibliothek | |
|---|---|
| Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte | |
| Register | 2. Band | 3. Band | 4. Band | |
| 1. Band | Inhalt des 1. Bandes | |
| <<<Vorherige
Seite [119] |
Nächste
Seite>>> [121] |
| korrigiert | |
| Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Bevor dieser Text als fertig markiert werden kann, ist jedoch noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig. | |
von Mainz geweiht, unter Assistenz der Bischöfe von Paderborn und
Minden, und zwar wurde absichtlich dazu ein Bischof der Cölnischen
und ein Bischof der Mainzer Kirchenprovinz genommen, um dadurch die
Unabhängigkeit des Hamburg-Bremer Erzstiftes von den Ansprüchen
jedes der beiden angränzenden zu sichern. Wir besitzen eine
Lebensbeschreibung des Rembert von unbekannter Hand, muthmaaßlich
von seinem Nachfolger, und aus dieser tritt sein Bild ziemlich klar
hervor, wenn gleich vermißt wird, was für die Geschichte so
interessant sein würde, eine Darstellung seines Wirkens im
Einzelnen. Daß er indessen Reisen in seinem Sprengel gemacht, und
wie Paulus, mit dem er in dieser Beziehung verglichen wird, „in
Fährlichkeit zu Wasser und zu Lande gewesen“, wird berichtet, daß
er auch in Schleswig gewesen, ausdrücklich gesagt, indem erzählt
wird, wie er dort um eine gefangene Nonne loszukaufen sein Pferd,
worauf er ritt, hingegeben. Die Loskaufung gefangener Christen ließ
er überhaupt sich angelegen sein, und verwendete dazu im Nothfall
die kostbaren Kirchengeräthe. „Man müsse den Armen helfen,“ pflegte
er zu sagen, „man wisse nicht, in welchem Christus wohne.“ Für sich
selbst hat er weniges erstrebt, und weniges bedurft. Er hatte das
Gelübde gethan, nach Ansgars Tode ins Kloster zu gehen; da er statt
dessen zum Erzbischof erwählt ward, richtete er seine Lebensart
dennoch, so viel sein Amt gestattete, nach Weise der Mönche ein mit
Fasten und was sonst zur Regel der Benedictiner, in deren Orden er
zu Corvey sich hatte einkleiden lassen, gehörte. Es war ihm auch
ein Mönch jenes Klosters, Adelgarius, der die Weihe als Diaconus
empfangen hatte, als Gefährte beigegeben, den er gegen das Ende
seines Lebens zum Amtsgehülfen annahm.
In den ersten Jahren seiner Amtsführung schien es mit dem Christenthum noch ziemlichen Fortgang zu haben, auch wird es überhaupt in den innern Theilen des Sprengels sich mehr und mehr befestigt haben, wie Rembert denn 882 an der südlichen Gränze nahe bei Hoya das Stift Büken gründete; um die Nordische Mission aber fing es bald an traurig zu stehen, und in Nordalbingien ward durch die Wuth der Heiden vieles verwüstet. Schon drei Jahr nach Ansgars Tode, also um 868, soll der König Erich in Südjütland vom Christenthum abgefallen sein, und damit war denn für die weitere Ausbreitung der Kirche jenseits der Eider ein Hemmniß
