Schlesisches Namenbuch/118

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Schlesisches Namenbuch
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  • Abkürzungen gemäß S. 13 (Benutzte Adreßbücher) werden aufgelöst und die Häufigkeitsangabe wird in eckigen Klammern wiedergegeben, also Lg33 = Liegnitz [33]
  • Außer Orts- und Familiennamen bleiben alle übrigen Abkürzungen unaufgelöst und werden, wenn nötig, gemäß ER zur Verhinderung des Zeilenumbruchs mit geschütztem Leerzeichen (&#160;) erfasst (also z. B. statt z.B.).
  • Vor 'Belege' wurde immer ein Halbgeviertstrich '–' (ALT+0150) gesetzt. (Entfiel im Original, wenn 'Belege' am Satzanfang stand.)


Tänzer (Liegnitz [4]), Tenzer (Liegnitz [3])

Die Tänzer, Gaukler, gehörten zur Zunft der „fahrenden Leute“. Vgl. hierzu Schaer, die altd. Fechter und Spielleute (Diss. Freiburg 1901). - Belege: Clauwis tenczer 1372 Liegnitz; Familienname Tanczer in Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 120); Valtin Tentczer 1488 Glatz; Jorge Tenczer alias Forst 1482/83 Görlitz; Mats Tentzer 1539/40 Görlitz.


Teschner (Görlitz [11] Liegnitz [2] Neusalz [3] OS [00]), -ä-.

Der Taschenmacher. Die (lederne) Tasche pflegte am Gürtel getragen zu werden (vgl. Bahlow, Studien S. 142); besondere Frauentaschner stellten kostbare, in Pelz gefütterte u. mit Gold beschlagene Taschen her. Vgl. die Taschenstraße in Breslau. - Belege: Nycolaus Teschner 1328 Schweidnitz; Nicclos Lobyn der tesschener 1383 Liegnitz; Dominikus Teschner 1414 Breslau; Michel Greupner der frautaschner = M. Graupe d. teschner 1568/69 Liegnitz. Vgl. auch Übernamen: Veltaschen, Anetasche (Alt-Breslau).


Teuber (Liegnitz [29] Görlitz [14] Glatz [14] Landeck [9] Habelschwerdt [5] Neurode [5] Schweidnitz [6] Neisse oft, Oppeln [4] Glogau [00]!), selten Teubert, Täuber(t), Tauber(t).

Mhd. tüber, tiuber, „Täuber“ ist der Taubenbesitzer u. -liebhaber. Gleichbedeutend ist das seltenere Teubner (Grünberg [7] Görlitz [5] Haynau [5] Liegnitz [4]).

Vgl. bei Hans Sachs: „Ein Teubner, Vogler ich auch bin“, und die Alt-Breslauer Zunamen: „mit der tuben“, „tube“ u. „tubener“ (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 114, 102). - Belege: Cunadus Tuber 1348 Liegnitz; Rudlinus dictus Tuber 1342 Glatz = Rudel Teuber 1347 Glatz; Petir Tewber 1372 Liegnitz; Michel Tewbener 1427/28 Görlitz; Caspar Teubener leinwheber 1547 Liegnitz; Hans Taubner 1564 Liegnitz.


Tischer (Görlitz [11] Liegnitz [3] Neusalz [3] Hirschberg [3] Schweidnitz [2] Öls [4] Trebnitz [8], OS [0]), selten Tischler (Neisse).

Die ältere, bis ins 17. Jahrh. gebräuchliche Form für das heutige ostdeutsche Tischler, wofür im Westen und Süden Schreiner heimisch ist, während norddeutsch im Mittelalter Kistenmacher und Snitker üblich waren. Von Goethe seinem frankfurtischen Schreiner gegenüber als meißnisch bevorzugt. In Alt-Breslau z. B. verfertigt der T.: newe kästen, laden, tische und almereyen (d. s. Schränkchen), daher ebendort der Übername almerie (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 118, ##Korn, G., Breslauer Urkundenbuch. Breslau 1870## 86). - Belege: Nic. tisscher 1372 Liegnitz; Hannos tischer pictor 1386 Breslau; Toppilwicz tischer 14. Jahrh. Breslau; Heinel tischer 14. Jahrh. Freiberg; Meister Bartisch Tisscher 1451 Liegnitz; Francze Tisscher eyn fleyscher 1451 Liegnitz. Als Berufs-Übername vgl. Tischbein; Raubentisch (Breslau, d. i. „rauhe den T.“), heute Rebentisch; Almerie (s. o.).


Töpfer (Görlitz [9] Glatz [3] ##Sagan [2]), mittel##deut.##-schles. Töpper (##Sg [4] Glatz [2] Neurode Liegnitz), entrundet Tepfer (Liegnitz), Tepper (Görlitz Habelschwerdt).

Über die Entwicklung der Töpferkunst in Niederschlesien vgl. Konrad Strauß in: Mitteil, d. Gesch.- u. Altert.-Ver. Liegnitz Bd. 7, 51 ff. - Belege: Wirbis der töpfer 1374 Liegnitz; Lemmel Teppher an syme hawse in der Tepphergassen 1428 Glatz; Hans Teppir, Bader 1491 Glatz; Anthonius Close der teppir 1508 Liegnitz; Hans Seydel täpper 1529 Görlitz.


Trip(p)macher (Liegnitz Freystadt Sagan Schweidnitz Ratibor Breslau [6]), Trippner (Öls [5] Breslau [6]), Trippe.

Holzschuhmacher. Entspricht etwa dem oberdeutschen holzschuoher, holzschuohmacher. Die trippe (ein ndd. Wort) „besteht aus einer starken, hölzernen, mit stelzenartiger Erhöhung versehenen Sohle, die mit Riemenwerk um den eigentlichen Schuh befestigt wird“. (Heyne III, 289). Solcher Überschuh war im Mittelalter infolge der ungepflasterten Straßen fast unentbehrlich. - Belege: Jocob trippenmacher 1387 Liegnitz; Tryppner, Treppinmecher und Treppe als Familienname in Alit-Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 101 und 131).

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