Schlesisches Namenbuch/098

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Schlesisches Namenbuch
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II. Herkunftsnamen  |  III. Berufsnamen
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  • Namenerläuterungen und -nachweise werden mit einfachem Doppelpunkt (:) eingerückt.
  • Abkürzungen gemäß S. 13 (Benutzte Adreßbücher) werden aufgelöst und die Häufigkeitsangabe wird in eckigen Klammern wiedergegeben, also Lg33 = Liegnitz [33]
  • Außer Orts- und Familiennamen bleiben alle übrigen Abkürzungen unaufgelöst und werden, wenn nötig, gemäß ER zur Verhinderung des Zeilenumbruchs mit geschütztem Leerzeichen (&#160;) erfasst (also z. B. statt z.B.).
  • Vor 'Belege' wurde immer ein Halbgeviertstrich '–' (ALT+0150) gesetzt. (Entfiel im Original, wenn 'Belege' am Satzanfang stand.)


Tauchert (Liegnitz [9] Neusalz [3] Sagan [4]), selten Taucher.

Herkunftsname: aus Taucha/Leipzig, vgl. auch Ortsname Tauche i. d. Mark. t ist sekundär wie bei Teuchert, Teichert usw. Gleichbedeutend ist Tauch(mann), vgl. Glawchman (1419 Habelschwerdt) aus Glauchau; doch kann Tauchman auch für älteres Tauchan stehen, siehe dies! - Belege: Toucher i. Alt-Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 86).


Tauer (Grünberg [1]), Tauermann (Glogau [1]), Thauer (Breslau [10]).

Aus Df. Tauer Kr. Glogau u. Rothenburg bzw. Thauer Kr. Breslau (u. Steinau). Vgl. auch Theuer! - Belege: Hannus Tawer/Tawerer 1425 Liegnitz; Bernhart von Thawraw 1456 ebd. (4, 161).


Teichert (Grünberg [22] Neusalz [9] Sagan [4] Görlitz [7] Liegnitz [13], Hirschberg-Glatz [0]! OS [0]!).

Herkunftsname wie Teuchert u. Tauchert, u. zwar aus Orten wie Teicha bei Rothenburg OL., Teichau/Striegau u. ä. -t ist sekundär angefügt. - Belege: Heinrich Teicher 1374 Glatz; Joh. Teycher 1421 (Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 10, S. 270).


Teichmann (Liegnitz [13] Sagan [6] Brieg [9] Beuthen [15] Oppeln [13] Ratibor [8] Neisse).

Am Teiche wohnend. Der Reichtum Niederschlesiens an Teichen hatte im Mittelalter eine blühende Fischteichwirtschaft zur Folge. Vielleicht hatte der Teichmann mitunter auch beruflich hiermit zu tun. Z. T. wohl auch aus Teicha od. Teichau, wie Tauchmann = Taucha, Glauchman = Glauchau. - Belege: Nikil von dem tiche 1366 Görlitz (##Jecht, R., Beitr. z. Görlitzer Namenkde. (Neues Lausitz. Magazin 68, 1892, S. 1 - 49).## 18); Jocob Teichman dem stellemecher 1415 Görlitz; Antonius Teichman, Breszler 1510/11 Görlitz; Hans Teichman, Breszler knappe 1508/09 Görlitz.


Teuchert (Liegnitz [6] Sagan [3]), selten Teucher.

Aus Teuchern östl. Naumburg/Saale, daher mehr in Sachsen - Thüringen beheimatet. Wie Taucher/Tauchert, Teicher/Teichert mit sekundärem t. Erst 1532 in Liegnitz belegt: Greger Teucher (= G. T. glasetreger von der Liegnitz 1559 Görlitz). 1466 in Freiberg/Sa. (Urkundenbuch 2, 193): Hans von Tuchern, 1429 ebd. (Urkundenbuch 3, 217). Mich. Tucher. Thomas Tewchir 1408 (Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 10, S. 347).


Thauer siehe Tauer!


Theuer (Neustadt [7] Neisse Ratibor [3] Oppeln [3] Brieg [2] Breslau Sagan [1])

Die Deutung Reicherts (von mhd. tiuren „verherrlichen, schätzen“) ist völlig abwegig. Es ist vielmehr z. T. der Ortsname Theuern Kr. Sagan, z. T. aber auch - Tauer/Thauer, also Ortsname Thauer Kr. Breslau, worauf ja auch die alten Belege in Breslau hindeuten: Twerer (Tewerer), Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S. 120.


Tinz, Tinzmann (Liegnitz [7] Görlitz [5] Glatz [4] Landeck [2] Oppeln [4] Neisse), selten Thienz, (Thienst ?).

Herkunftsname: aus Tinz Kr. Liegnitz, wie Tanzmann aus Tanz, Kr. Glatz; vgl. Glawchman Habelschwerdt 1419 aus Glauchau. - Belege: von dem Tincze 1381 Breslau; Gregor Tincz = Grünberg. Tinczman 1451 Liegnitz; Petrus Tinz 1458 Glatz; Mathis Tynczman 1383 Liegnitz; Niclas Tynczman 1468 Breslau.


Tirpitz (Liegnitz [4] Görlitz [2] Hirschberg Neisse), Türpitz (Oppeln [3] Brieg Neisse Liegnitz).

Aus Df. Türpitz, Kr. Strehlen (1288 Tirpiz). Familienname Tyrpicz Alt-Breslau.


Tschech(e) (Breslau oft, Brieg [5]), Tschäch(e) (Liegnitz [3]), Czech (Oppeln ##1 1/2 Ratibor (2 von 3 Spielarten), Beuthen [28]), Zech(e) (Breslau).

Der Tscheche, von den Deutschen seit alters Böhme genannt (alt beme); vgl. die Häufigkeit des Familiennamens Böhm (in Liegnitz z. B. 60mal) und des Familiennamens Pohl (in Liegnitz 131 mal). Es läßt sich beobachten, wie infolge der Hussitenwirren seit etwa 1420 nicht wenige Tschechen u. mit ihnen fremde Namen ins schles. Land gelangten. - Belege: Tschech 1372 Liegnitz; Elisabeth tschechynne, Schwester des Niclos schobirczan (!) 1381 Liegnitz; Mertin Czech von Crampicz 1405 (Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 4, S. 215); Niclos Tscheche, Schöffe 1454 Schweidnitz.

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