Schlesisches Namenbuch/095

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Schlesisches Namenbuch
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  • Namenerläuterungen und -nachweise werden mit einfachem Doppelpunkt (:) eingerückt.
  • Abkürzungen gemäß S. 13 (Benutzte Adreßbücher) werden aufgelöst und die Häufigkeitsangabe wird in eckigen Klammern wiedergegeben, also Lg33 = Liegnitz [33]
  • Außer Orts- und Familiennamen bleiben alle übrigen Abkürzungen unaufgelöst und werden, wenn nötig, gemäß ER zur Verhinderung des Zeilenumbruchs mit geschütztem Leerzeichen (&#160;) erfasst (also z. B. statt z.B.).
  • Vor 'Belege' wurde immer ein Halbgeviertstrich '–' (ALT+0150) gesetzt. (Entfiel im Original, wenn 'Belege' am Satzanfang stand.)


Rösler (Görlitz [54] Liegnitz [13] Sagan), Reßler (Görlitz [1]).

Die Häufigkeit in Görlitz könnte auf Herkunft aus Roßlau b./Dessau bzw. Roßla b./Eisleben deuten; doch scheint ein anderer Ursprung hineinzuspielen: In einer Leipziger Urkunde von 1373 (Leipzig Urkundenbuch## S. 43) wird „den bescheyden, alden schoworchen genant die reseler“ das Recht verliehen eine Innung zu bilden! (nach Förstemann, Altdt. Namenbuch. 2. Auflage.##, Germania 16, 275; Volckmann S. 276 Anm.). Vgl. auch Socin, A., Mittelhochdt. Namenbuch. Basel (1903)## 388: domus que rosa vocatur = Reslerhus (nach Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S.## 102). - Belege: Hannus Rozeler 1401 Habelschwerdt; Jocoff Reseler oder Topschelle 1434 Görlitz; Mathis Roseler 1494 Görlitz, u. öfter ebd.; Valten Rösler 1575 Liegnitz. Vgl. auch Peter Rozlaw u. Otto v. R. (##Burdach, Vom Mittelalter zur Reformation. Bd. 9., Bd. 9).


Rös(s)ner (Görlitz [23] Liegnitz [23] Neurode [9] Glatz [5] Neustadt [9] Ratibor [8] Öls [4] Oppeln [6] Beuthen [11]).

Aus Rosenau, 4mal Ortsname in Schlesien: Kr. Liegnitz, Schönau, Waldenburg u. Schweidnitz. Auch Rosen ist 3mal Ortsname in Schlesien. - Belege: reysener von Rosenaw 1453 Liegnitz; Hentschil v. Rozenow (##Burdach, Vom Mittelalter zur Reformation. Bd. 9., Bd. 9); Pawel Rosener 1399 Liegnitz; Henczel Rosener vor 1400 Reichenbach. Dasselbe Grundwort wie in Rosenau (Rozenow), Rosnitz, Rosenig, Rosowitz usw. steckt in dem typisch schlesischen Rosemann (Liegnitz [34]!), Rose (Liegnitz [18]), nämlich der Personenname Roso, Kurz- od. Koseform zu Rozlav, Rosomil, die im 13. Jahrh. noch begegnen (vgl. Weinhold S. 176, ##Mucke, E., Die niedersorb. Familienname Prag 1928 S. 91). - Belege: Cunadus Rosman 1374 Liegnitz; Nic. Roseman 1367 Liegnitz; Nic. Roze 1380 ebd., Rozenickel 1427 Görlitz.


Rothenburger (Görlitz [14]), -burg (Görlitz [1]).

Stadt in der Oberlausitz. - Belege: meyster Johannes von Rotenburg der arczt 1364 Breslau (Reichert, H., Die deut. Familiennamen nach Breslauer Quellen. Breslau 1908, S.## 152); Hannss Rotimberg (##Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 4, 219); Michel Rotenberg 1508 Liegnitz.


Rothkirch (Haynau [5]).

Aus Rothkirch b./Liegnitz. - Belege: Her Niclaus von der Roten-kirchen, Thumherre 1347 Liegnitz; Gunczil von der Rotinkirche 1359 Liegnitz = Gunczil Rotkirche 1361-87 Liegnitz.


Saalfeld (Liegnitz [3]).

Aus Saalfeld in Thüringen. Schon 1372 ist Zuwanderung von dort bezeugt durch Heynrich Salveld (Liegnitz, G B I 4 b). Vgl. auch Balthasz Salfeld 1476 Görlitz.


Sachse (Görlitz [8] Liegnitz [3] Oppeln), Sachs (Liegnitz [9] Görlitz [1] Neustadt [3]).

Nicht der Sachse im heutigen Sinn von Obersachse - denn der hieß Meissner -, sondern der Niedersachse. Daher nicht gerade häufig. Die Sachs (ohne -e) sind urspr. ober##deut.## Zuwanderer (vgl. Hans Sachs!). - Belege: Joh. Saxonis 1340 Liegnitz Urkundenbuch##; Tilke sachse der scherer 1369 Breslau; Peter Sachsse 1427 Görlitz; Niclas Sachse u. Hannos Sachse 1409 Breslau (##Codex dipl. Silesiae, Breslau 1857 ff., Band 4, 43).


Sagner (Reinerz [7] Liegnitz [4] Görlitz [3] Ratibor [3]).

Aus Sagan in Schlesien; einst Herzogsresidenz. - Belege: Nitsche Sagan 1372 Liegnitz; Joh. Saganeri 1352 Ratibor; Lorencz Kwne ader Saganer 1502/03 Görlitz. Zur Bildungsweise vgl. Laubner = Lauban.


Salzbrunn (Hirschberg Schweidnitz Görlitz Beuthen [2]).

Aus Salzbrunn in Schlesien. - Beleg: Henricus de Salczburn noster notarius 1313 Liegnitz.


Scharfenberg (Liegnitz [9] Görlitz [5] Sagan [2]), Scherfenberg (Liegnitz [6] Schweidnitz [4])

Belege: Petir Scharfenberg 1383 Liegnitz; Niclos Sch-berch 1401 Glatz; Joh. Scharffenberg 1490/93 Görlitz. Ortsname b/Meissen, aber Schärfenberg i. Mähren.


Schirmer (Grünberg [12] Görlitz [9] Liegnitz [6]).

Nicht mhd. schirmaere „Fechter“, das in Schlesien nicht bezeugt, sondern aus Schirma (Nieder- u. Ober-) bei Freiberg in Sachsen, wie z. B. aus dem Freiberger

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